PRESSE & VERLAUTBARUNGEN - AFRIKA

- 21.01.2017

Brief von der Frauenabteilung von Hizb-ut-Tahrir in Tunesien an die Ministerin für Frau, Familie und Kinder

Der Frau in Tunesien ging es wie anderen Frauen in den Ländern des Islam. Sie erfuhr Wertschätzung und Würdigung, als die Muslime noch einen Staat und ein implementiertes Lebenssystem besaßen. Sie erfuhr Schmach und Erniedrigung, nachdem der Staat des Kalifats im zweiten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts zerstört und die Gesetzgebung Allahs verbannt wurde. Seitdem fristet die Frau ein Leben in Not und Elend, nicht nur in ihrer Eigenschaft als Frau, sondern in allen Belangen des Lebens. Es ist eine schmerzhafte Realität, in der sie nun lebt, die verschlimmert wird, indem ihre Kapazitäten ausgenutzt werden und indem sie dafür verantwortlich gemacht wird, wenn ihre Familie zu kurz kommt oder gar auseinanderbricht.

In diesem tragischen Leben empfindet sie Schmerz, den sie selbst nicht in Worte fassen kann. Diese Aufgabe haben nun internationale Organisationen und feministische Bewegungen in ihrem Namen übernommen. Sie halten Parolen hoch und bringen Gesetze und Abkommen hervor, die den Westen beglücken. Auf diese Weise finden seine Geistesbildung und seine Kultur in den Ländern der Muslime weiterhin Verbreitung und erhalten sie am Leben, um uns weiterhin im kolonialistischen Griff und in loyaler Ergebenheit ihm gegenüber zu halten.

Zweifellos ist Ihnen bekannt, dass seitens älterer Regierungen keine Hemmungen bestanden, ganze Artikel und Kapitel aus dem CEDAW-Abkommen, zu akzeptieren. Ihnen darf nicht entgehen, dass die in dieser Konvention enthaltenen Vorgaben im Widerspruch zu den Gesetzen des Beziehungssystems des Islam stehen.

Wir haben diesem Schreiben eine kurze Aufstellung mit der Erläuterung einiger Artikel des unliebsamen CEDAW-Abkommens beigefügt, damit Sie sich mit einigen Teilen des Gifts und des Übels auseinandersetzen können, die dieses Abkommen enthält.

Sie kennen ebenfalls die Zahlen und Statistiken, die die Scheidungsrate dokumentieren, den Anteil alleinerziehender Mütter und auch jener Frauen, die von jeglicher Bildung ausgeschlossen sind. Alle diese Zahlen tendieren stetig nach oben.

Nicht minder schlimm und nicht weniger schmerzhaft sieht die Wirklichkeit berufstätiger Frauen aus. 35,7% aller Arbeitskräfte sind beispielsweise im Textilsektor beschäftigt. Davon sind 86% Frauen, von denen 42% die einzigen Ernährer der Familien sind. Diese bestehen im Durchschnitt aus fünf Personen. Im Agrarsektor sind 35% der weiblichen Arbeitskräfte Tunesiens beschäftigt. 52% von ihnen sorgen alleine für den Unterhalt ihrer Familien. Wir glauben nicht, dass Ihnen entgangen ist, wie hart und grausam die Verhältnisse sind, in denen diese Arbeiterinnen leben müssen.

Wir von Hizb-ut-Tahrir, der Partei, die sich der Interessen der Umma angenommen hat und gemeinsam mit ihr daran arbeitet, diesen Geltung zu verschaffen, verfolgen aus nächster Nähe jede Neuigkeit. Wir decken für die Umma jede gegen sie gerichtete Intrige und Machenschaft auf, die den Zweck haben, die Umma ihres Islam zu entledigen und sie zu spalten. Zudem wachen wir über das Empfinden der Umma und streben danach, ihre Konzeptionen, Maßstäbe und Überzeugungen (im Sinne des Islams) zu verändern.

Daher rufen wir, die Frauensektion von Hizb-ut-Tahrir der wilāya Tunesien, Sie dazu auf, nicht darauf hereinzufallen, was bezahlte Medienstellen propagieren, die mit verlogenen Parolen um die Gunst der muslimischen Frau buhlen. Dazu gehört die Forderung nach einer höheren Frauenquote in den höheren Ebenen der Berufswelt, während man im gleichen Augenblick vor den eigentlichen Belangen und vor der wahren Misere der Frau die Augen verschließt. Diese Stellen wollen nichts anderes, als die verfallene Kultur des Westens in unseren Ländern feilbieten und „vermarkten“. Man will damit das Leben des Kolonialismus verlängern und man will, dass die Umma den ersehnten Kompass verliert, der ihr den Weg zur Rettung und zum Wandel weist.

Wir versichern, dass die zusammengeflickten Lösungen, für die sie werben, niemals die Lage der Frau verändert haben und auch nie verändern werden – falls je eine gute Absicht dahintersteckte. Eine Veränderung muss unbedingt auf festen Prinzipien aufbauen, auf einer ʿaqīda-basierten Ideologie, verwurzelt in der Kultur und Identität der Umma und aus ihnen hervorgegangen - nicht importiert aus „Uncle Sams“ Ländern. Die Welt ist Zeuge von der Verdorbenheit seiner Kultur und dem Verfall seiner Ideologie angesichts der Bilder von Lasterhaftigkeit, Unmoral und Missbrauch, die in seinen Gesellschaften dominieren.

Das detaillierte und ausführliche Beziehungssystem der Geschlechter, welches aus der ʿaqīda der Umma hervorgeht, ist das System, das die Lage der Frau verbessern wird. Diesem System muss die daʿwa gelten und dieses muss Anwendung finden. Der Erhabene sagt:

 

﴿أَفَمَنْ أَسَّسَ بُنْيَانَهُ عَلَىٰ تَقْوَىٰ مِنَ اللَّهِ وَرِضْوَانٍ خَيْرٌ أَمْ مَنْ أَسَّسَ بُنْيَانَهُ عَلَىٰ شَفَا جُرُفٍ هَارٍ فَانْهَارَ بِهِ فِي نَارِ جَهَنَّمَ ۗ وَاللَّهُ لَا يَهْدِي الْقَوْمَ الظَّالِمِينَ﴾

 

Ist nun dieser besser, der sein Gebäude auf Furcht vor Allah und Wohlgefallen gründet, oder jener, der sein Gebäude am Rand einer wankenden, unterspülten Sandbank errichtet, die mit ihm ins Feuer der Hölle stürzt? Und Allah weist den Ungerechten nicht den Weg. [9:109]

 

 

Frauenabteilung des Medienbüros von Hizb-ut-Tahrir

der wilāya Tunesien

 

 

4. Ṣafar 1438 n. H.

4. 11. 2016 n. Chr.