ZENTRALES MEDIENBÜRO - FRAUENABTEILUNG

- 28.01.2017

Ein ungerechtes Urteil und ein verwirrtes Kind!

Ein Bezirksgericht des zionistischen Gebildes hat das 14-jährige Kind Ahmad Al-Munasara zu 12 Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt und eine Kaution von 180.000 Schekel (ca. 47.000 Dollar) ausgesetzt. Das Urteil erging, nachdem der Junge am 12. Oktober 2015 im Besatzungsbezirk Pisgat Ze’ev gemeinsam mit seinem Cousin Hassan Munasara vermeintlich des Versuchs einer Messerattacke überführt wurde. Seinen Cousin ereilte der Märtyrertod bei jener versuchten Attacke, während Ahmad schwere Verletzungen erlitt, nachdem er von den Besatzungskräften überfahren wurde. Nach seiner Verletzung wurde er bedroht, beschimpft und wüst verflucht, und ihm wurde die eiligst notwendige medizinische Behandlung nicht gewährt.

 

Jedes Jahr werden ca. 700 palästinensische Kinder gerichtlich vorgeladen und verurteilt. Über die meisten von ihnen werden Haftstrafen verhängt. Laut des palästinensischen Zentrums für Menschenrechte wurden seit dem Jahr 2000 mehr als 9000 Kinder durch die Hände der jüdischen Besatzungsmacht festgenommen. Die Bewegung zum Schutz der Kinder in Palästina führte in einer ihrer neuen Studien auf, dass 1260 Kinder im Jahr 2016 einer Festnahme ausgesetzt wurden, darunter 330 Kinder im Alter von 12-15 Jahren.

 

Erwähnenswert ist, dass der oberste Staatsanwalt des zionistischen Gebildes sowie das Bezirksgericht die Vorladung Munasaras bis zu seinem Erreichen des 14. Lebensjahres hinauszögerten, damit er tatsächlich inhaftiert werden konnte. Denn ihr Gesetz sieht vor, dass eine Inhaftierung von Kindern, bevor sie das 14. Lebensjahr erreicht haben, nicht möglich ist. In seinem Urteil hat das Gericht Munasaras erlittene schwere Verletzungen, die Beschimpfung und Erniedrigung, denen er ausgesetzt war, den schlechten Umgang mit ihm im Krankenhaus und die Schreiattacken gegen ihn während der Befragung nicht berücksichtigt.

 

Die Festnahme Munasaras, die brutale Behandlung, der er in den Besatzungsgefängnissen ausgesetzt war und das ungerechte Urteil gegen ihn werfen ein Licht auf hunderte Kinder, die der Festnahme und Festsetzung in den Besatzungsgefängnissen unter schändlichen Umständen unterworfen sind. Fast jedes vierhundertste palästinensische Kind ist in den Gefängnissen des zionistischen Gebildes inhaftiert. Sie sind dort routinemäßig Folter, schlechter Behandlung, Isolationshaft während der Vernehmung, Schlägen und Tritten der Besatzungssoldaten, Drohungen des sexuellen Missbrauchs und weiteren Formen der Misshandlung ausgesetzt, was zum sogenannten „Internationalen Recht“ und der „Kinderrechtskonvention“ in diametralem Widerspruch steht. Die Zeugenaussagen inhaftierter palästinensischer Kinder, derer die Bewegung habhaft wurde, zeichnen folgendes Bild: Ermittler und Soldaten nutzen das Instrument der Drohung mit Tötung, wie es dem Kind Ibrahim At-Titi (15 Jahre) aus dem Fawwar-Lager in Hebron widerfuhr, oder der Drohung mit Schändung der Ehre, wie es das Kind Wajih Al-Khatib (15 Jahre) aus dem Qalandiya-Lager erleben musste. Zusätzlich zu den Schlägen, Misshandlungen und dem Geschrei während der Vernehmung. Erst kürzlich verlängerte das Besatzungsgericht in Ofer die Inhaftierung des Kindes Osama Zaydat (14 Jahre) bis zum 21. November dieses Jahres unter dem Vorwand des Abschlusses „gesetzlicher Schritte“. Seiner Familie wurde seit seiner Inhaftierung kein Besuch erlaubt …

 

Ihr „zivilisierten“ Menschen! Bis wann sollen diese Verletzungen der Menschlichkeit fortdauern? Wie lange noch soll über Unterdrückung und Unterdrücker hinweggesehen werden? Die Unschuld von Kindern in ihrer Blüte wird zerstört, sie werden ohne Gerechtigkeit oder Barmherzigkeit in die Tiefen der Kerker verbannt. Die „zivilisierte“ westliche Welt schaut zu und betrachtet sie nicht als Kinder, auf welche die Rechte der Kinder oder die „Menschenrechte“ Anwendung finden. Diese Rechte holen sie nur dann lauthals hervor, wenn es um den Angriff auf die islamischen Gesetze geht! Wahrlich, elend ist die Gerechtigkeit, die sie besingen und elend die Kultur, die sie propagieren!

 

Ihr Muslime! Palästina und seine Widerstand leistenden Bewohner liegen als Treuhand in eurem Nacken. Dieses Kind Ahmad und andere Kinder sind ein vitales Beispiel für eure Untätigkeit. Wie lange noch wollt ihr Palästina und seine Bewohner, seine Frauen und Kinder, hängen lassen? Wie lange noch wollt ihr euch blind stellen gegenüber diesem Terror, der psychischen und physischen Folter, welche der aufblühenden Jugend dort angetan werden? Selbst das Wort habt ihr fallen lassen, denn wir hören nicht einmal mehr eine Verurteilung oder Anprangerung solch schändlicher Taten. Worauf wartet ihr? Etwa, dass noch mehr passiert? Dass der Wolf, nachdem er eure Schafe gerissen hat, nun eure Gemüsebeete leer frisst? Und ihr Generäle und Soldaten in den Armeen! Wie lange noch wollt ihr in euren Kasernen gefesselt bleiben, unfähig euren Geschwistern zu helfen?! Bewegt euch denn nicht, was geschieht, und lässt euch ausrücken?

 

﴿إِنْ يَنْصُرْكُمُ اللَّهُ فَلَا غَالِبَ لَكُمْ ۖ وَإِنْ يَخْذُلْكُمْ فَمَنْ ذَا الَّذِي يَنْصُرُكُمْ مِنْ بَعْدِهِ ۗ وَعَلَى اللَّهِ فَلْيَتَوَكَّلِ الْمُؤْمِنُونَ﴾

 

Wenn Allah euch zum Sieg verhilft, so kann euch keiner besiegen. Doch wenn Er euch im Stich lässt, wer ist es dann, der euch nach Ihm noch helfen könnte? Und auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen. [3:160]

 

Die Frauenabteilung des zentralen Medienbüros

von

Hizb-ut-Tahrir

 

12. Ṣafar 1438 n. H.

12.11.2016