ZENTRALES MEDIENBÜRO - FRAUENABTEILUNG

- 08.05.2017

Amerika lässt dem Pentagon freie Hand in Somalia Im Angesicht einer Hungersnot, an der Tausende zu verhungern drohen

Presseverlautbarung

Amerika lässt dem Pentagon freie Hand in Somalia

Im Angesicht einer Hungersnot, an der Tausende zu verhungern drohen

(übersetzt)

 

US-Präsident Donald Trump gab bekannt, dass das amerikanische Militär mehr Vollmachten erhalten würde, um mit Al-Qaida verbündete Milizen in Somalia verfolgen zu können, und dass er auf Wunsch des Pentagons mehr „aggressive“ Luftangriffe gestatten würde. Das Nachrichtenjournal Military Times erklärte in einem von arabi21 übersetzten Bericht vom 02.04.2017, dass „die neue Resolution Trumps den amerikanischen Spezialeinheiten erlaubt, die Nationalarmee Somalias sowie die Armeen anderer Staaten der Afrikanischen Union in den Kämpfen zu begleiten, was den Vereinigten Staaten die Möglichkeit bietet, Luftangriffe auszuführen.“ Der Oberbefehlshaber des US Africa Command, General Thomas Waldhauser, lehnte seinerseits - ungeachtet der Warnungen vor weiteren zivilen Opfern - die Einschränkung der Bewegungsfreiheit seiner Streitkräfte innerhalb Somalias ab.

Dieser Bekanntmachung der Übertragung zusätzlicher Befugnisse an das Pentagon gingen Nachrichten über die Auswirkungen von Dürre, Hungersnot, Cholera und Konflikten in Somalia voraus sowie darüber, dass die Welt nicht mehr als drei bis vier Monate Zeit hätte, um Millionen von Menschen im Jemen und in Somalia vor dem Hungertod zu retten. In den vergangenen Tagen gingen die Bilder von Menschen um die Welt, die von der Dürre im Süden und Norden Somalias betroffen sind. Die Welt wurde Zeuge, wie Hunderte Menschen starben, Tausende vertrieben wurden und unzählige Tiere verendeten. Bilder von Körpern, die verstreut auf öffentlichen Plätzen lagen, liefen durch die Medien. Noch haben wir die Bilder aus der letzten Hungersnot vor Augen, die in Somalia zwischen 2010 und 2012 wütete: leere Brunnen, trockene Lippen, erschöpfte Gesichter und das Antlitz von Frauen und Kindern in ihren letzten Atemzügen. Die unzureichende internationale Reaktion kostete damals mehr als einer Viertelmillion Menschen das Leben!

Die Hungersnot in Somalia ist niemandem verborgen geblieben. Das El-Ninio-Klimaphänomen wirkt sich unter anderem auf die gesamte ostafrikanische Region aus, wodurch Somalia von immer wiederkehrenden Dürreperioden heimgesucht wird. Die Auswirkungen von Dürre und Hungersnot auf die Menschen sind allseits bekannt, so kommt es auf der Suche nach Wasser und Nahrung zu großen Fluchtbewegungen. Die Vereinten Nationen zählen Somalia neben Nigeria, dem Jemen und dem Süd-Sudan zu den vier Ländern, die vom Hunger bedroht sind und bewerten diese vier Regionen als Kriegsgebiete, in denen akute Auseinandersetzungen Hilfeleistungen verhindern und Entwicklungsprojekte erschweren. Ungeachtet dessen entschieden sich die USA dazu, die vertriebenen, unschuldigen Frauen und Kinder unter dem Vorwand der „Verfolgung extremistischer Gruppen“ einem verstärkten Bombardement auszusetzen!

Seit Jahrzehnten taumelt Somalia zwischen politischen Krisen, fehlenden Staatsstrukturen, einer zerstörten Wirtschaft und Chaos verbreitenden, den Menschen nichts nutzenden, Interventionen ausländischer Streitkräfte hin und her. Diese werden von unterschiedlichen Staaten durchgeführt, die weder Bande noch Schutzpflicht achten.

Die eigentliche Tragödie Somalias liegt jedoch nicht in der Dürre, der Hungersnot oder der mangelnden Ernte, sondern vielmehr im politischen Vakuum und im Fehlen der Konzeption einer Umma, die sich gegenseitig zu Hilfe eilt. Die Krise in Somalia hat sich ernsthaft verschlimmert; und die Umma überließ das Land den ausländischen Truppen, sodass es dem Machthunger Äthiopiens, Kenias und anderer Länder zum Opfer fiel. Die Hilfsmaßnahmen haben sich leider auf individuelle Initiativen und gute Taten aufrichtiger Söhne der Umma reduziert, während die Narren und Tyrannen unter uns darin wetteifern, den Reichtum der Umma zu verprassen.

Die amerikanische Eskalationspolitik verwandelt Somalia von einer Notstandszone humanitären Desasters zu einem “Ort aktiver Feindseligkeiten”, an dem die Menschen willkürlichen Bombardierungen zum Opfer fallen.

Möge Allah sich unser erbarmen und einen Tag über uns hereinbrechen lassen, an dem die Führer der Umma Weizen über den Berggipfeln ausstreuen, sodass niemand behaupten kann, dass auch nur ein Vogel hungrig im Land der Muslime umherzieht.

﴿وَقَالُوا حَسْبُنَا اللَّهُ سَيُؤْتِينَا اللَّهُ مِنْ فَضْلِهِ وَرَسُولُهُ إِنَّا إِلَى اللَّهِ رَاغِبُونَ

Und sie sagten: „Allah ist uns Genüge. Allah wird uns von Seiner Huld gewähren und auch Sein Gesandter. Wahrlich, nach Allah steht unser Begehren.“ [9:59]

 

Die Frauenabteilung

des zentralen Medienbüros von Hizb-ut-Tahrir