PERSÖNLICHKEITEN

- 26.10.2012

'Aliy Ibn Abi Talib (r.a.) - ein Vorbild für die Jugend

Die Geschichte, die durch den glorreichen Aufstieg der Muslime stark beeinflusst wurde, verzeichnet viele muslimische Idole und Vorbilder, die ihre Energie und ihren Eifer schon in jungen Jahren für den Dienst des Islam nutzten.

Seien es die zahlreichen Kommandanten, die ausgedehnte Gebiete für den Islam eröffnet haben, oder aber auch die bekannten Wissenschaftler und Gelehrten, die uns die Grundlagen und Verzweigungen des islamischen Rechts verständlich machten oder die Grundbausteine für den heutigen wissenschaftlichen Fortschritt legten.

Doch die Geschichte wäre niemals so verlaufen, wenn nicht in der Anfangszeit der islamischen Botschaftsverkündung dem Propheten Muhammad (s.a.s.) solch tapfere und furchtlose Gefährten zur Seite gestanden wären, die durch Allahs Beistand mit Entschlossenheit und Mut der islamischen Botschaft mit zum Sieg verhalfen.

Zu diesen Gefährten gehört u. a. der Cousin des Propheten (s.a.s.) 'Ali Ibn Abi Talib Ibn 'Abd al-Muttalib Ibn Haschim Ibn 'Abd al-Manaf. Er war der Sohn von Fatima Bint Asad und Abu Talib, dem Onkel des Propheten (s.a.s.). Gemäß der Überlieferung wurde er als einziger Mensch in der Ka'aba, im „Haus Allahs", geboren. So nahm ihn auch der Prophet (s.a.s.) schon als Kleinkind zu sich, wo er aufwuchs und eine beneidenswerte Erziehung genießen durfte, die ihn zu dieser Persönlichkeit formte, über die bis heute noch gesprochen wird. Er wuchs in der liebenden Fürsorge des Propheten (s.a.s.) heran, womit er eine tiefe Einsicht in die Wirklichkeit des Lebens und des Islam bekam.

'Ali (r.a.) bekennt sich als erstes Kind zum Islam

Er war noch ein Kind, ca. acht Jahre alt, und hatte gerade einmal Sprechen und Laufen gelernt, als der Prophet (s.a.s.) die Offenbarung erhielt und von Allah (s.w.t.) zum Gesandten auserwählt wurde. Er war sehr erstaunt, als er eines Tages sah, wie sein Cousin, Muhammad (s.a.s.), und dessen Frau Khadidscha (r.a.) sich nieder warfen und die Stirn auf den Boden neigten. Sie priesen Allah (s.w.t.), Den Allmächtigen. Nie zuvor hatte 'Ali (r.a.) jemanden in dieser Weise beten sehen. Als das Gebet beendet war, fragte 'Ali (r.a.) den Propheten (s.a.s.) neugierig, was dieses fremdartige Verhalten bedeute. Der Prophet (s.a.s.) erwiderte: „Wir beten Allah, Den Einzigen, an. Ich rate dir, es ebenso zu tun. Neige niemals dein Haupt vor al-Lat, al-'Uzza oder anderen Götzen!"

'Ali (r.a.) entgegnete: „Von so etwas habe ich noch nie gehört [...] Ich will zuerst meinen Vater fragen und es dir dann sagen." Als er jedoch darüber noch einmal gründlich nachdachte und sich alles durch den Kopf gehen lies, wurde ihm klar, dass er nicht seinen Vater fragen musste, ob er Allah, den Allmächtigen, anbeten darf; Den, Der seinen Vater und alles andere erschaffen hat. So nahm er gleich am nächsten Morgen den Islam an und war somit das erste muslimische Kind.

Eine ungewöhnlich selbständige Entscheidung für einen Jungen dieses Alters, besonders in einer Gesellschaft, in der der Götzendienst gang und gebe war und die Bevormundung durch die ältere Generation ein Gesetz war. Er gehörte sodann zu den Gefährten, die mit ernstem Engagement und voller Leidenschaft, die Botschaft Allahs (s.w.t.) weitertrugen und sich mit ihrem Besitz und ihrem Leben dafür einsetzten.

'Alis (r.a.) Liebe zu Allah und zu Seinem Propheten

Schon sehr früh bewies 'Ali (r.a.) seine starke Überzeugung und seine Standhaftigkeit, die ihn kompromisslos und opferbereit machten, wofür er von den Muslimen seiner Zeit und auch von denen der nachfolgenden Generationen sehr hoch geschätzt wurde und bis heute noch geschätzt wird. In der Nacht, als der Prophet (s.a.s.) zur Auswanderung und Staatsgründung nach Yathrib, dem späteren al-Madina, aufbrach, war dessen Haus von blutrünstigen Männern umzingelt, die von den Quraisch, den damaligen Machthabern Mekkas, engagiert wurden, um den Propheten (s.a.s.) zu töten.

Ringsum blitzten gezückte Schwerter, und die Männer waren bereit, den Propheten (s.a.s.) in Stücke zu schlagen. Der Prophet (s.a.s.) bat 'Ali (r.a.), sich in sein Bett zu legen, während er selbst unbemerkt das Haus verließ. Der Prophet (s.a.s.) versicherte seinem Cousin, dass ihm dabei nichts geschehen würde. 'Ali (r.a.) sprang freudig ins Bett und schlief die ganze Nacht lang ruhigen Gewissens. Um das Haus schwebte der Tod, aber 'Ali (r.a.) kümmerte es nicht. Er war glücklich darüber, das Leben des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, schützen zu dürfen. Auch die Quraisch waren überrascht darüber, dass ein junger Mann wie 'Ali (r.a.), der sein ganzes Leben noch vor sich hatte, für den Propheten (s.a.s.) und für die Verkündung des Islam sogar sein Leben zu opfern bereit war.

Obwohl 'Ali (r.a.) schon ein naher Blutsverwandter des Propheten (s.a.s.) war, wollte dieser ihn noch enger an sich binden und bot ihm seine Tochter Fatima (r.a.) als Frau an. Sie war seine jüngste und von allen am meisten geliebte Tochter. 'Ali (r.a.) würdigte diese Ehre damit, dass er keine andere Frau ehelichte, solange Fatima (r.a.) am Leben war. Al-Hasan (r.a.) und al-Husain (r.a.) waren ihre beiden Söhne, die der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, wie seine eigenen Kinder liebte. 'Ali (r.a.) liebte Allah und Seinen Gesandten und Allah und Sein Gesandter liebten ihn.

'Ali (r.a.) - ein wahrer Mudjahid

Zudem war 'Ali (r.a.) der Held so mancher Schlacht zu Lebzeiten des Propheten (s.a.s.). Er nahm an allen Schlachten und Feldzügen teil, mit Ausnahme des Feldzugs nach Tabuk. In der Schlacht von Badr vollbrachte 'Alis Schwert wahre Wunder: Nach arabischer Kampfart traten drei der tapfersten Krieger der Mekkaner zum Einzelkampf vor, und 'Ali (r.a.) tötete gleich zwei von ihnen. Die Feinde verloren dadurch den Mut. Auf dem Schlachtfeld von Uhud stand 'Ali (r.a.) tapfer an der Seite des Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm.

So wird auch Folgendes über 'Ali (r.a.) von Sahl Ibn Sa'id, Allahs Wohlgefallen über ihn, berichtet, als der Gesandte Allahs (s.a.s.) am Tag von Khaibar sagte: „Wahrlich, ich werde morgen dieses Banner einem Mann übergeben, durch dessen Hände Allah den Sieg schenken wird; einem Mann, der Allah und Seinen Gesandten liebt und den Allah und Sein Gesandter lieben." Die Leute verbrachten ihre Nacht damit, darüber zu reden, wem das Banner übergeben wird.

Am nächsten Morgen gingen die Menschen zum Gesandten Allahs, jeder in der Hoffnung, das Banner zu erhalten. Er (der Gesandte) fragte: "Wo ist 'Ali Ibn Abi Talib?" Man antwortete ihm: ‚O Gesandter Allahs, er klagt über Augenschmerzen.' Er sagte: "So ruft ihn herbei." 'Ali wurde zu ihm gebracht, und der Gesandte spie ihm in die Augen und sprach ein Bittgebet. Da war er geheilt, so, als wenn ihn zuvor keine Schmerzen geplagt hätten.

Daraufhin überreichte er ihm das Banner und 'Ali fragte: ‚O Gesandter Allahs. Soll ich sie bekämpfen, bis sie so werden wie wir?' Er antwortete: "Gehe bedachtsam vor! Und wenn du zu ihrem Gelände vorgedrungen bist, rufe sie zum Islam auf und teile ihnen mit, welche Pflichten sie gegenüber Allah haben. Denn bei Allah, dass Allah durch dich einen einzigen Mann rechtleitet, ist besser für dich als rote Kamelstuten." (Übereinstimmend bei Bukhari und Muslim überliefert)

Seine kurze Zeit als Kalif

Nach 'Uthmans (r.a.) Ermordung wurde 'Ali (r.a.) der vierte rechtgeleitete Kalif der Muslime. Eines Tages kam er wie üblich am Freitagmorgen zur Moschee. Er ging um die Moschee herum, um den Leuten zu sagen, dass sie sich zum Gebet fertig machen sollten. Da sprang plötzlich ein Agent seiner Feinde auf ihn zu, schlug mit dem Schwert auf ihn ein und verwundete ihn am Kopf. 'Ali (r.a.) stürzte zu Boden, wodurch nun sein Mörder leichter über ihn herfallen konnte und ihm mit dem Schwert auf den Kopf hieb.

Blut strömte hervor, und 'Alis (r.a.) Bart färbte sich dunkelrot. „Haltet den Attentäter!" schrie der Kalif den Umstehenden zu, die vor Entsetzen wie gelähmt waren. Schwer verwundet wurde 'Ali (r.a.) nach Hause getragen. Dann ließ er den Attentäter zu sich bringen und sagte: „Tötet ihn, wenn ich sterbe, aber wenn ich am Leben bleibe, will ich selbst mit ihm abrechnen, sobald ich dazu in der Lage bin." Im Laufe des Tages wurde dem Kalifen jedoch klar, dass keine Hoffnung mehr für ihn bestand. Er ließ seine Söhne rufen und gab ihnen den Rat, dem Islam zu dienen. Am gleichen Abend verschied 'Ali (r.a.), Allah hat an ihm Wohlgefallen, der vierte rechtgeleitete Kalif des Islam.

'Ali (r.a.) ist ca. 63 Jahre alt geworden und starb im selben Alter, in dem der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, starb. In den letzten Augenblicken seines Lebens wiederholte er ständig folgende Ayat des Qur'an „Wer also Gutes im Gewicht eines Stäubchens tut, wird es sehen; Und wer Schlechtes im Gewicht eines Stäubchens tut, wird es sehen." (Sura Az-Zalzala 99, Ayat 7-8)

Dies war ein kurzer Einblick in die Geschichte eines Menschen, der wegen seiner unerschütterlichen Glaubensüberzeugung ('Aqida), seinem starken Iman und dem dadurch resultierenden Drang, den Islam, diese Glaubensüberzeugung und diesen Iman weiter zu verbreiten, für alle Zeiten ein erstrebenswertes Vorbild darstellen wird.

So sollte sich heute die Jugend des Islam fragen, ob sie denn nicht auch Allah (s.w.t.) und Seinen Gesandten (s.a.s.) lieben und ob sie nicht auch von Allah (s.w.t.) und Seinem Gesandten (s.a.s.) geliebt werden wollen?!

Der folgende Hadith beschreibt eine Zeit, die mit der katastrophalen Lage der heutigen Muslime identisch zu sein scheint. Darüber hinaus wird verdeutlicht, dass dies vor allem von dem degenerierten Denken der Muslime abhängt und dieses den Grund für den Niedergang der Muslime darstellt.

So berichtet Thauban (r.a.), dass der Gesandte Allahs (s.a.s) Folgendes prophezeite: „Die Nationen werden bald über euch herfallen, wie Hungrige über ein riesiges Speisetablett." Jemand fragte: "Wird es an unserer geringen Zahl an jenem Tage liegen?" Er antwortete: „Nein! Ihr werdet an jenem Tage viele sein, aber ihr werdet Schaum sein, wie der Schaum einer Flut. Allah wird den Herzen eurer Feinde die Achtung vor euch entreißen und in eure Herzen Schwäche werfen." Jemand fragte: "Was ist das für eine Schwäche, O Gesandter Allahs?" Er antwortete: „Die Liebe zum Diesseits und die Abscheu vor dem Tod."(Von Abu Dawud, Ahmad und Al-Bayhaqi überliefert)

Ihr Jugend des Islam!

Wahrlich, ihr habt das Potential, dem Islam, der Glaubensordnung Allahs, zum Siege zu verhelfen, so wie einst die Sahaba, die Gefährten des Propheten (s.a.s.), dem Islam zum Sieg verhalfen!

Ihr Jugend des Islam!

Liebt ihr das Diesseits, die Dunya, oder liebt ihr Allah, den Erhabenen, gepriesen sei Er? Wollt ihr nicht auch „Asadullah", der Löwe Allahs, oder „Saifullah", das Schwert Allahs, genannt werden? Wollt ihr denn nicht am Tag der Auferstehung auf leuchtenden Kanzeln stehen und von den Propheten und Märtyrern beneidet werden?!

Hört auf die Worte Allahs (s.w.t.):„O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr Allahs (Sache) helft, so wird Er euch helfen und euren Füßen festen Stand geben." (Sure Muhammad 47, Aya 7)