PERSÖNLICHKEITEN

- 17.03.2012

Ramadan – eine gewaltige Gelegenheit

Ramadan – eine gewaltige Gelegenheit

Liebe Geschwister im Islam, der gesegnete Monat Ramadan steht unmittelbar bevor. Der Monat, in dem die Welt zum ersten Mal das Licht des edlen Qur'an erblickte. In der Nacht von Al-Qadr wurden die ersten Ayat des Qur'an offenbart. Bezüglich dieses Ereignisses sagt Allah (s.w.t.):

Wahrlich, Wir haben ihn (den Qur'an) herabgesandt in der Nacht von Al-Qadr. Und was lehrt dich wissen, was die Nacht von Al-Qadr ist? Die Nacht von Al-Qadr ist besser als tausend Monate. In ihr steigen die Engel und Gabriel herab mit der Erlaubnis ihres Herrn zu jeglichem Geheiß. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte. (Sura 97, Ayat 1-5)

Die Muslime, welche diesen Monat voller Aufregung und Sehnsucht erwarten, freuen sich auf die Barmherzigkeit, die Allah (s.w.t.) ihnen versprochen hat. Ihre Herzen füllen sich mit Iman, Geschwisterlichkeit und Genügsamkeit, und die Verbundenheit der Muslime erreicht ihren Höhepunkt. Dieser Monat Ramadan, der auch als "Der Sultan der elf Monate" bekannt ist, wird die dunklen Nächte erhellen. Die Muslime empfangen diesen Monat mit gebührender Gastfreundlichkeit und Ehrerbietung und fasten in ihm, rezitieren den Qur'an, beten das Nachtgebet und verrichten noch viele Wohltaten mehr. Ramadan ist der Monat des Furqan – der Unterscheidung-, in dem zwischen Wahrheit und Unwahrheit unterschieden wurde. So sagt Allah (s.w.t.):

Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Quran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung... (Sura 2, Aya 185)

Ramadan ist ein Monat, dessen Anfang Barmherzigkeit, dessen Mitte Vergebung und dessen Ende die Errettung vor dem Höllenfeuer ist.

So sagt der Prophet (s.a.s.):

„O ihr Menschen! Der Schatten eines bedeutenden Monats, eines gesegneten Monats, hat euch erreicht, eines Monats, in dem es eine Nacht gibt, die besser als tausend Monate ist. In ihm macht Allah das Fasten zur Pflicht und das nächtliche Gebet zu einem freiwilligen Werk. Wer sich in ihm ein bisschen dem Guten nähert, der ist wie jemand, der in den übrigen Monaten eine religiöse Pflicht erfüllt hat; und wer in ihm eine Pflicht erfüllt, der ist wie jemand, der in den übrigen Monaten siebzig Pflichten erfüllt hat. Es ist der Monat der Geduld, und der Lohn für die Geduld ist das Paradies. Und es ist der Monat der Wohltätigkeit. Es ist der Monat, in dem die Versorgung der Gläubigen vermehrt wird, und wer einen Fastenden speist, für den ist dies eine Vergebung seiner Sünden und Errettung vor der Hölle. Er erhält die Belohnung des Fastenden, ohne dass dessen Belohnung dadurch vermindert wird. Es ist ein Monat, dessen Anfang Barmherzigkeit, dessen Mitte Vergebung und dessen Ende die Errettung vor dem Höllenfeuer ist."

(Ibn Hibban, Baihaqi)

In diesem segenreichen Monat sind die Tore der Hölle verschlossen. Der Gesandte (s.a.s.) hierzu:

„Wenn der Ramadan kommt, werden die Tore des Paradieses geöffnet, die Tore der Hölle verschlossen, die Satane gefesselt, und jemand wird ausrufen: 'Komm, oh du, der Gutes erstrebt, und wende dich ab, oh du, der Böses erstrebt!'"

(Abu Dawud, At-Tirmidhi, Ibn Majda, An-Nisa'i, Ahmad Ibn Hanbal).

Den Muslimen ist das Fasten im Monat Ramadan anbefohlen worden, so wie es jenen Völkern vor uns anbefohlen wurde. Allah (s.w.t.) spricht:

O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten. (Sura 2, Aya 183)

Das Fasten wird im Gegensatz zur Erfüllung anderer Pflichten nicht adäquat belohnt; vielmehr bestimmt Allah (s.w.t.) das Maß an entsprechender Belohnung. So sagt der Gesandte (s.a.s.) in einem Hadith Qudsy:

„Allah der Erhabene sagt: ‚Jede Tat des Sohnes Adams ist für ihn, außer dem Fasten, denn das ist für Mich, und ich belohne dafür.'"

(Al-Buchari und Muslim)

Vielleicht werden wir den Ramadan - so wie auch die Jahre zuvor - in Trauer und Wut empfangen müssen. Die Tyrannei der despotischen Herrscher gegen die islamische Ummah trübt die genussvolle Ramadan-Atmosphäre. Wir müssen fassungslos zusehen, wie die Mehrheit unserer Geschwister unter misslichen Umständen den ruhmreichen Monat erwartet. Die Hungersnot in Somalia und anderswo, die unzähligen Besatzungsopfer im Irak, in Palästina und Afghanistan und der andauernde Kampf der Muslime im Kaukasus gegen die dortigen Repressalien bestürzen uns sehr.

Als ob das alles nicht schon genug wäre, blicken wir zu unseren Geschwistern in Syrien, welche von den Mörderbanden Assads auf bestialische Art und Weise ermordet werden. Die Assad ergebenen Shabiha-Milizen scheuen nicht einmal davor zurück, gefesselte Kinder und Frauen hinzurichten. Diese abscheulichen Diener des Taghuts von Damaskus zogen am 25. Mai 2012 in der Stadt Hula von Haus zu Haus und richteten ein Blutbad nach dem anderen an. Kurze Zeit später metzelte dieselbe Mörderbande etwa 100 Zivilisten in den Dörfern Al-Kubeir und Maarsaf nieder.

Wie nur sollen wir angesichts dieser katastrophalen Lage den Ramadan in vollkommener Weise genießen?

Unsere Gedanken sind stets bei unseren Geschwistern in der islamischen Welt, die teilweise nicht einmal etwas finden, womit sie ihr Fasten brechen können. Unter unvorstellbar schwierigen Umständen - verfolgt von Angst und Unruhe - quälen sie sich durch den Ramadan. Die Schmerzen, die die Ummah von Muhammad (s.a.s.) tagtäglich erleiden muss, sind nicht hinnehmbar. Unter diesen Umständen den Ramadan zu genießen, ist nicht möglich.

Mit jedem Schluck Wasser, den wir zu uns nehmen, denken wir an die Durstigen der Ummah. Mit jedem Stück Brot, das wir essen, denken wir an die Hungrigen der Ummah. Während wir bedenkenlos die Moscheen betreten können um das Tarawih-Gebet zu verrichten, müssen unsere Geschwister unter Lebensgefahr in die Moscheen schleichen. während wir sorglos mit unseren Familien den Ramadan verbringen, verlieren unsere Geschwister tagtäglich ihre Angehörigen. Während wir von unseren Müttern und unseren Frauen zum Sahur geweckt werden, reißen Drohnenangriffe, Mörsergranaten und Hilfeschreie unsere Geschwister aus dem Schlaf.

Worauf warten wir noch?

Wann endlich wollen wir unseren Geschwistern helfen?

Worauf warten wir noch?

Das Prophetentum ist vorüber; es werden keine Gesandten mehr kommen, die uns wachrütteln und führen werden!

Worauf warten wir noch?

Es wird kein neuer Din kommen; Allah (s.w.t.) schenkte uns den Islam als letzte und vollendete Lebensordnung!

Worauf warten wir noch??

Es wird kein neues Buch herabgesandt werden; Allah (s.w.t.) sandte den Qur'an zur Lösung sämtlicher Probleme herab - bis zum Tag der Zurrechenschaftziehung!

Die Muslime warten auf etwas - jedoch wissen sie selber nicht, worauf sie warten. Wahrlich, sie begreifen nicht, dass Allah (s.w.t.) ihnen nicht helfen wird, solange sie Allahs Din nicht helfen!

So sagt Allah (s.w.t.):

O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr Allahs (Sache) helft, so wird Er euch helfen und euren Füßen festen Halt geben. (Sura 47, Aya 7)

Wir können erst dann auf Allahs Hilfe hoffen, wenn wir seiner uns gut geheißenen Lebensordnung - dem Islam - Beistand leisten. Somit müssen wir aktiv werden und den Din Allahs zum Siege verhelfen, indem wir mit aller Kraft für die Widererrichtung des Islamischen Staates arbeiten. Denn nur mit Hilfe des Islamischen Staates kann unsere Ehre, die uns einst geraubt wurde, inshallah wieder hergestellt werden. Das Kalifat wird das Leid der Ummah aufheben und ihr die langersehnte Sicherheit gewähren. Sodann wird der Ramadan erneut ein Monat der Triumphzüge, so wie es einst in der Geschichte der Muslime war. Der Sieg in Badr gegen die Götzendiener fand an einem Freitag im Ramadan statt. In jener Schlacht wurde Abu Jahl, einer der größten Feinde des Islam, getötet. Die Eroberung Mekkas ereignete sich im Ramadan. Die Schlacht von Tabuk wurde ebenfalls im Ramadan gewonnen, und auch Jemen wurde im Monat Ramadan eingenommen.

Wir erkennen, dass der Ramadan von zahlreichen erfreulichen Ereignissen geschmückt ist. Doch seit 1924, als der Islamische Staat zerstört wurde, befleckt ein trauriges Ereignis nach dem anderen diesen glorreichen Monat. So ist es für uns unerlässlich, für die Rückkehr des Kalifats zu arbeiten. Hierzu müssen wir vom Ramadan profitieren, denn dies ist der Monat der Gelegenheiten; der Monat der Veränderung. Ramadan befähigt uns dazu, positive Veränderungen anzunehmen. Wir haben erneut die Gelegenheit, viel Belohnung zu ernten und für die Widererrichtung des Kalifats zu arbeiten.

Und wenn dich Meine Diener über Mich befragen, so bin Ich nahe; Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft. Deshalb sollen sie auf Mich hören und an Mich glauben. Vielleicht werden sie den rechten Weg einschlagen. (Sura 2, Aya 186)