KONZEPTION

- 10.01.2018

Zufriedenheit - Eine Frage des Blickwinkels

Dieser Artikel zeigt auf, wie der Mensch denkt, wenn es um die Wahrnehmung von Wohlstand und Reichtum geht.

Viele Menschen investieren große Mengen an Zeit und Energie, um von einem größeren Haus, einem schöneren Auto, einem neueren Smartphone, einem schnelleren Computer und so weiter zu träumen. Das Problem ist jedoch, dass es eigentlich nicht wichtig ist, was der Mensch besitzt, denn man gewöhnt sich schnell daran und schenkt den neuen Besitztümern nach kurzer Zeit schon kaum noch Beachtung.

Das Problem äußert sich darin, dass all unsere heutigen Besitztümer eigentlich nur eine bessere Version einer anderen Sache sind.

Ein großes Haus ist besser als eine kleine Wohnung und eine kleine Wohnung ist besser als obdachlos zu sein. Ein iPhone 8 ist besser als ein altes Klapphandy von Nokia und dieses ist besser als nur einen Festnetzanschluss zu haben. Ein neuer Land Rover ist besser als ein alter VW und dieser ist besser als hunderte Kilometer auf einem Pferd reiten zu müssen, um an sein Ziel zu kommen.

Um ehrlich zu sein, leben heute nicht die meisten Menschen in der Mittelschicht ein luxuriöseres Leben als die meisten Könige und Herrscher in der vergangenen Geschichte.

Uns stehen beinahe alle Nahrungsmittel, die wir uns vorstellen können, in nur wenigen Minuten zur Verfügung. Wir sind in der Lage, uns in einem Gefährt fortzubewegen, das in der Vergangenheit wohl nur als magisches metallisches Gefährt mit Selbstantrieb, das uns vor Hitze, Kälte und Regen schützt, wahrgenommen worden wäre. Allein die Schuhe, in denen wir laufen, sind bequemer als alles, was es sonst in der Weltgeschichte an Schuhwerk gab. Dazu verfügen wird über Geräte, mit denen wir jederzeit Informationen abrufen und völlig kabellos zu jeder Zeit kommunizieren können und deren Rechenleistung die aller Computer, die zur Mondlandung genutzt wurden, übersteigt.

Jedes einzelne dieser genannten Dinge würde uns, befänden wir uns 1000 Jahre in der Vergangenheit, im Vergleich zu allen anderen, zu einem König auf Erden machen.

Nichtsdestotrotz sind diese Dinge für uns mehr als nur gewöhnlich, denn so hat Allah (t) unser Gehirn erschaffen. Hier gilt es etwas Wichtiges zu verstehen:

Es spielt keine Rolle was du hast, denn du wirst dich daran gewöhnen und es wird genauso üblich und banal für dich werden, wie alles andere, das du bis dahin besessen hast.

Der Schlüssel liegt in der Genügsamkeit

Wenn jemand, der relativ arm ist, sich genügsam verhält und glücklich ist mit dem was er hat, lebt er das gleiche Leben, wie ein Millionär, der genügsam, zufrieden und mit dem, was er hat, glücklich ist. Wenn aber jemand, der relativ arm ist, nur davon träumt reich zu werden und weder zufrieden und glücklich, noch genügsam ist, mit dem was er hat, so ist er genauso, wie ein Millionär, der nur nach mehr Luxus strebt und unglücklich, unzufrieden und ungenügsam ist.

Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs (s) sagte:

Wenn jemand von euch auf einen anderen schaut, der ihm gegenüber an Gütern und Aussehen bevorzugt ist, so soll er auf einen anderen schauen, der ihm unterliegt, und dem er selbst gegenüber bevorzugt ist. (Buchari)

Und er (s) sagte auch:

Wer auch immer von euch (morgens) seelisch und körperlich gesund aufwacht, und dessen Lebensunterhalt für diesen Tag gesichert ist, ist so, als wenn er im Besitz der ganzen Welt wäre. (at-Tirmidhi)

Derjenige, der zufrieden ist mit den einfachen Dingen, die ihm Allah (t) beschert hat, ist wie ein Mann, der die Welt besitzt, denn beide gewöhnen sich an ihren Wohlstand und ihren Lebensstandard und jeder wird dem gleichen Ende entgegentreten.

Möge Allah (t) uns mit Zufriedenheit mit unserem Wohlstand segnen und uns davor bewahren, auf das zu schauen, was andere besitzen, außer um sicherzustellen, dass ihnen nichts fehlt.

 

(Mazin AbdulAdhim)

Quelle: www.hizb-australia.org/2017/10/the-concept-of-contentment/