SHARIA

- 10.10.2013

Laylatu l-Qadr

In Sure Al-Qadr(97) sagt Allah, der Erhabene:

„Wahrlich, Wir haben ihn (den Koran) herabgesandt in der Nacht von al-Qadr. (1) Und was lehrt dich wissen, was die Nacht von al-Qadr ist. (2) Die Nacht von al-Qadr ist besser als tausend Monate. (3) In ihr steigen die Engel und Gabriel herab mit der Erlaubnis ihres Herrn zu jeglichem Geheiß. (4) Frieden ist sie bis zum Anbruch des Frühlichts. (5)" (Surat-al-Qadr 97)

In dieser Sure beschreibt Allah den Vorzug von Laylatu l-Qadr, der Nacht, in der der Koran erstmals dem Propheten offenbart wurde. Diese Nacht liegt im Monat Ramadan, da der Koran bekanntlich im Monat Ramadan erstmals offenbart wurde. In Sure al-Baqara (die Kuh) heißt es:

Der Monat Ramadan, in dem der Koran herabgesandt wurde, als Rechtleitung für die Menschen und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung." (2:185)

Auch sagt der Erhabene in Sure ad-Dukhan (der Rauch - 44):

„Ha Mim. (1) Bei dem deutlichen Buch. (2) Wahrlich, Wir haben ihn in einer gesegneten Nacht herabgesandt – wahrlich, Wir haben damit gewarnt. (3) In dieser Nacht wird jegliche weise Sache entschieden, (4) aufgrund Unseres Befehls. (5)"

Laylatu l-Qadr ist, wie es in der gleichnamigen Sure heißt, besser als tausend Monate. Wer sie in Andacht und Gebet verbringt und in der Lobpreisung Allahs, so ist dies mehr wert, als wenn er tausend Monate in Andacht und Gebet verbracht hätte. Über den genauen Tag von Laylatu l-Qadr gehen die Meinungen auseinander. Manche Gelehrten meinen, sie befinde sich im ganzen Ramadan, d. h. jede Nacht des Ramadan entspreche der Laylatu l-Qadr. So wird von Ibn Umar berichtet, dass er sagte: „Laylatu l-Qadr ist im ganzen Ramadan."

Viele Gelehrte grenzen diese Nacht jedoch in den letzten zehn Tagen des Ramadan ein und davon in den ungeraden Nächten, weil der Prophet in den letzten zehn Tagen des Ramadan besonders aktiv in seinen Gebeten war und seine Familie zu verstärktem Gebet und Gottesdienst angehalten hat. So wird bei Al-Buchari und Muslim berichtet, dass Aischa (r.) erzählte: „Wenn die Zehn (die letzten zehn Tage des Ramadan) angebrochen waren, belebte der Gesandte Allahs die Nacht; er weckte seine Familie auf, straffte sein Gewand und war einsatzfreudig im Gebet."

Nicht wenige legen Laylatu l-Qadr auf die Nacht zum 27. Ramadan fest, in diesem Jahr wäre dies die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Als Muslime und vor allem als Dawa-Träger täten wir gut daran, diese Nacht in Andacht, in Gebet und in der Lobpreisung Allahs zu verbringen. Die Rezitation des Koran sowohl im Gebet als auch außerhalb wird in dieser Nacht reichlich belohnt. Auch kurze Ansprachen in den Moscheen, die zu Gehorsam und zum Einsatz auf dem Wege Allahs anspornen, sind wünschenswert.

Kurz gesagt sollte man diese Nacht nicht untätig verstreichen lassen, wenn man sich selbst einen Gefallen machen will.