POLITISCHE F&As

- 21.07.2018

Der Präsidentengipfel zwischen Amerika und Nordkorea

بسم الله الرحمن الرحيم

Antwort auf eine Frage

Der Präsidentengipfel zwischen Amerika und Nordkorea

(Übersetzt)

Frage:

Zwischen Donald Trump und Kim Jong-un, den Staatsoberhäuptern der Vereinigten Staaten und Nordkoreas, kam es am 12.06.2018 in Singapur zu einem Gipfel. Sie unterzeichneten am Ende des Gipfeltreffens ein gemeinsames Dokument, wobei die Übereinkunft zwischen den beiden Ländern schnell zustande kam. Hierbei ist anzumerken, dass die Spannungen zwischen beiden Ländern ihren Höhepunkt erreichten, als sie einander mit Atomwaffen drohten. Wie konnte es unter Berücksichtigung dieser Umstände so schnell zu einer Einigung kommen? Was sind deren Inhalte und Ziele?

 

Antwort:

Um diesen Sachverhalt gänzlich zu verstehen, müssen folgende Punkte ausgeführt werden:

1) Amerika versuchte wiederholt, Nordkorea durch Drohungen dazu zu bewegen, ihre Atomwaffen aufzugeben. Diese Drohungen erwiesen sich jedoch als nutzlos – Nordkorea beugte sich nicht und gab sein Atomwaffenprogramm und seine Atomwaffen nicht auf. Da diese Methode nicht funktionierte, griffen die USA auf andere Maßnahmen zurück: auf politische und diplomatische Maßnahmen sowie auf wirtschaftlichen Druck. Eine dieser Maßnahmen umfasste beispielweise den Plan der Amerikaner, China dazu zu bewegen, Druck auf Nordkorea auszuüben. In unserer Antwort auf eine Frage vom 23.04.2017 heißt es: „Aus all dem resultiert, dass die USA nach derzeitigem Stand nicht für einen Krieg gegen Nordkorea gerüstet sind und sie keine anderen adäquaten Lösungen vorliegen haben. Sie erwarten, dass China Druck ausübt, was sie ihrerseits zu beschleunigen versuchen. Ihre Erklärungen, dass Amerika zu Alleingängen - also ohne China - bereit wäre, um das Problem zu lösen, mehren sich daher. Dies klingt nach einer Warnung in Richtung China, den USA zu folgen und dabei mitzuziehen, Druck auf Pjöngjang auszuüben, damit es das Atomprogramm aufgibt. (…) Susan Thornton, die für Ostasien und den Pazifikraum zuständige Assistentin des US-Außenministers, sagte, dass ihr Land nicht auf eine Auseinandersetzung mit Nordkorea oder einen (dortigen) Regimewechsel hinarbeite. In einer Pressekonferenz sagte sie, dass „die Vereinigten Staaten klar betont hätten, dass sie die Beilegung dieses Konflikts mit Nordkorea durch eine friedliche Nuklearabrüstung auf der koreanischen Halbinsel wünschten“. „Unser Fokus liegt garantiert nicht auf einer Auseinandersetzung oder auf einem Regimewechsel.“ (Russia Today, 17.04.2017) Die ersten diplomatischen Annäherungsversuche zwischen beiden Ländern erfolgten über China und auf dessen Druck hin. Man trachtete danach, Nordkorea durch Wirtschaftssanktionen, politischen Druck und anhaltende Propaganda von der Weltgemeinschaft zu isolieren, um es gefügig zu machen und es zu zwingen, die nukleare Abrüstung einzuleiten. Zudem gab es Verlockungen, einerseits über das direkte Versprechen einer florierenden Wirtschaft, andererseits über Südkorea, das sich Nordkorea anzunähern begann und sich ihm international öffnete.

2) Im Juli 2017 nahm der ehemalige Außenminister der Vereinigten Staaten Rex Tillerson durch China Verbindung zu den Nordkoreanern auf, was den Beginn geheimer diplomatischer Kontakte zwischen beiden Ländern einläutete. Er machte deutlich, dass ihm die leichtsinnige Vorgehensweise Trumps zuwider ist – dieser drohte nämlich, Nordkorea dem Erdboden gleichmachen zu wollen. Als die Nordkoreaner von dieser Drohung mitbekamen, zogen sie sich aus den Gesprächen zurück. Verärgert bezeichnete Tillerson seinen Präsidenten am 20.07.2018 als „Trottel“. Der amerikanische Sender „NBC“ bestätigte dies am 04.10.2018 und zitierte dabei drei Staatsbeamte. Einen Tag nachdem Tillerson den direkten Kontakt zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea bekanntgab, schrieb Donald Trump auf seinem offiziellen Twitterprofil: „Ich sagte Rex Tillerson, unserem wundervollen Außenminister, dass es für ihn eine Verschwendung seiner Zeit wäre, mit „kleinen Raketenmänchen“ zu verhandeln.“ Auch als Vizepräsident Mike Pence versuchte, die Nordkoreaner während seines Besuchs in Südkorea zu treffen, kam es zu Drohungen. So ließ dieser am 02.07.2018 bezüglich der auf der japanischen Yokota Air Base stationierten US-Streitkräfte verlauten, dass die Vereinigten Staaten „stets nach Frieden streben.“ Weiterhin sagte er: „Wir werden uns stets für eine bessere Zukunft einsetzen.“ (Reuters, 07.02.2018) Diese Aussage tätigte er, während er sich darauf vorbereitete, die Nordkoreaner in Südkorea unter dem Vorwand zu treffen, der Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang beiwohnen zu wollen. Pyeongchang liegt nur etwa 80 Kilometer von der Grenze Nordkoreas entfernt. Drei Tage später, am 10.02.2018, sagte Pence: „Es ist wichtig, Nordkorea weiterhin wirtschaftlich und diplomatisch zu isolieren, bis es sein Atom- und Raketenprogramm aufgibt.“ (Al-Arabiya, 10.02.2018) Das veranlasste Nordkorea dazu, das Treffen mit Pence abzusagen. All dies deutet darauf hin, dass der amerikanische Stil, dessen Trump sich bedient, darauf ausgerichtet ist, den Gegner während der Gespräche durch Drohungen unter Druck zu setzen, um ihn so dem Willen Amerikas zu unterwerfen. Mike Pompeo bestätigte dies, als er noch Direktor der CIA war: „Der Präsident ist bestrebt, eine Lösung durch diplomatische Mittel zu erreichen (…) Die CIA ist jedoch bemüht, ihm eine Reihe anderer Optionen zur Verfügung zu stellen.“ (Reuters, 23.01.2018) Die USA versuchen also, der diplomatischen Lösung weitere Optionen, die Drohungen suggerieren, beizumengen. Es scheint, als hätten diese Drohungen Tillerson nicht gefallen, da sie ihn in seiner Position als Außenminister kompromittieren. Daher wurde Tillerson von Trump seines Amtes enthoben.

3) Diese Methode stellte sich jedoch im Falle Nordkoreas als ineffektiv heraus, da sämtliche Verhandlungen von Seiten Nordkoreas mit sofortiger Wirkung gestoppt wurden. Ohne ein Eingreifen Chinas wäre ein Gipfel nie zustande gekommen. Daher sagte Trump im Anschluss an das Treffen mit Kim Jong-un in Singapur, dass er sich bei dem Präsidenten Chinas, Xi Jinping, für die Bemühungen der vergangenen Monate bedanke, da sie maßgeblich dazu beitrugen, das Stattfinden dieses historischen Gipfels zu erleichtern. (AFP, 12.06.2018) China setzte Nordkorea unter Druck, damit Nordkorea Kompromissbereitschaft zeigt. Der Führer Nordkoreas, Kim Jong-un, war von Sonntag, dem 25.03.2018, bis Mittwoch, dem 28.03.2018, in China., berichtete die Nachrichtenagentur „Xinhua“ am 28.03.2018. Während dieses Treffens wurde die internationale Lage sowie die Lage der koreanischen Halbinsel ausdiskutiert. Xi Jinping, der Präsident Chinas, klärte sein nordkoreanisches Pendant darüber auf, dass China die atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel anstrebt, um Frieden und Stabilität zu gewährleisten und das existierende Problem durch Verhandlungen lösen zu können. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur berichtete: Kim Jong-un besuchte China, um Xi Jinping, im Einklang mit den freundschaftlichen Traditionen der beiden Länder, anlässlich seiner Wiederwahl als Präsident der Volksrepublik China persönlich zu beglückwünschen. Auch hieß es, dass Kim Jong-un darauf hoffe, sein erster Besuch in China würde zur Sicherung von Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel beitragen und dass er bereit sei „mit Amerika und Südkorea Gespräche zu führen und deren Staatspräsidenten zu treffen.“ Er fügte hinzu, dass „eine atomare Abrüstung Koreas möglich sei, wenn Washington und Seoul gemeinsam auf den Frieden hinarbeiten würden.“ Dies ist der Grund, weshalb Trump seine Freude über dieses Treffen unmittelbar danach zum Ausdruck brachte. „Letzte Nacht erhielt ich von Xi Jinping, dem Präsidenten Chinas, die Nachricht, dass sein Treffen mit Kim Jong-un sehr gut verlief und dass Kim sich auf ein Treffen mit mir freut“, hieß es auf Trumps offiziellem Twitterprofil.

So servierte China den Amerikanern Nordkorea auf dem Präsentierteller, um seine eigenen Interessen zu bedienen. China setzte Nordkorea unter Druck, bis Kim Jong-un bereit war, Zugeständnisse zu machen und sich mit dem arroganten Präsidenten Donald Trump zu treffen. Hierbei ist insbesondere zu erwähnen, dass sich China dem internationalen Druck auf Nordkorea angeschlossen und als Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen die Sanktionen gegen Nordkorea mitgetragen hatte. Dies war ein entscheidender Faktor, um Nordkorea zu Zugeständnissen hinsichtlich seines Atomwaffenprogramms zu bewegen. Nordkorea glaubt nämlich, einen beträchtlichen Schaden davonzutragen, wenn es Chinas Unterstützung verliert und China seinerseits die Boykottierung und Isolierung Nordkoreas vorantreibt. Dies ist der Grund für die Kompromissbereitschaft Nordkoreas. „Peking spielte auf der koreanischen Halbinsel eine positive Rolle“, hieß es von Seiten des chinesischen Außenministeriums. (Reuters, AFP, 23.05.2018) Damit machten die Chinesen unmissverständlich klar, welche Rolle sie bei der Entscheidung Nordkoreas gespielt haben. China hat deutlich gezeigt, dass es viel eher auf seine Handelsinteressen mit den USA bedacht ist als darauf, einen Verbündeten zu schützen, von dem keinerlei wirtschaftliche Gewinne zu erwarten sind, ja vielleicht sogar Verluste, selbst wenn es sich um einen „kommunistischen Genossen“ handelt. Das Kalkül der kommunistischen Großmacht China ist somit allein der wirtschaftliche Profit geworden und nicht etwa der Schutz anderer mit ihm verbündeter kommunistischer Staaten. Als würde China nicht wissen, dass die Amerikaner durch die Entwaffnung Nordkoreas versuchen, China einzukreisen und dessen Kontrolle über das Ost- und das Südchinesische Meer zu verhindern!

4) Dies wird auch durch die Erklärung Chinas bestätigt, den Gipfel zu begrüßen und ebenso die Bekanntgabe seines Verbündeten Nordkorea, die eigenen Atomwaffen im Interesse der USA aufgeben zu wollen. Wang Yi, Diplomat und Staatsrat der Volksrepublik China, sagte im direkten Anschluss an den Gipfel: „Wir begrüßen und unterstützen die während des Gipfels getroffenen Entscheidungen (…) Wir hoffen, dass die Demokratische Volksrepublik Korea und die Vereinigten Staaten die Übereinkunft ihrer Präsidenten einhalten können (…) um ihr Ziel, die atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel, erreichen zu können.“ Weiterhin sagte er: „Gleichzeitig bedarf es einer friedensstiftenden Lösung für die koreanische Halbinsel, um die Sicherheitsbedenken hinsichtlich Nordkoreas aus der Welt zu räumen.“ (Reuters, 12.06.2018) Besäße China ein ausreichendes politisches Bewusstsein und einen starken politischen Willen, hätte es seinen Verbündeten Nordkorea nicht dermaßen unter Druck gesetzt! Damit hat China einmal mehr bewiesen, dass sein politischer Horizont und sein politisches Bewusstsein nach wie vor eingeschränkt sind und sein politischer Wille noch immer schwach ist. Es begnügte sich damit, seine wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA gut zu halten, um im Gegenzug Nordkorea gefügig zu machen, ohne weitsichtig abzuschätzen, wozu dies langfristig führen könnte. So scheint es nicht unwahrscheinlich, dass die USA dahingehend tätig werden, Nordkorea auf ihre Seite zu bringen, sodass es ihnen dann näher stünde als China. Auch könnten sie versuchen, die beiden Koreas zu vereinigen oder in eine Föderation zu integrieren, sodass das neue Korea zu einer Macht wird, die vom Einfluss Chinas losgelöst ist. Ein Beispiel dafür ist Vietnam: Nachdem die Amerikaner 1975 durch den Vertrag von Paris Nord- und Südvietnam vereinigen konnten, trat der neugegründete Staat Vietnam China gegenüber feindlich auf.

5) China spielte eine Schlüsselrolle dabei, dass Nordkorea dem Gipfeltreffen zustimmte und sich bereit erklärte, über seine atomare Abrüstung zu verhandeln, ohne dass im Gegenzug die atomare Abrüstung der USA diskutiert wird, obwohl die USA das einzige Land sind, das Atomwaffen eingesetzt hat. Sie sind es auch, die Verderben auf Erden verbreiten. Chinas Druck erwies sich jedoch als sehr effektiv! Daher fand der Gipfel statt. Dieser sollte ursprünglich zwei Tage dauern, wurde aber um einen Tag verkürzt. Man legte dabei eine umfangreiche Rahmenvereinbarung fest, was belegt, dass Nordkorea auf die amerikanischen Forderungen schnell einging. Um seine Verhandlungsbereitschaft zu untermauern, zerstörte Nordkorea eine Anlage für den Test von Atomwaffen. Weiterhin ließ es drei inhaftierte Amerikaner frei. Trump schien darüber sichtlich erfreut zu sein. So hieß es von Seiten des Präsidenten der Vereinigten Staaten: „Ein wirklich fantastisches Treffen. Ein großer Fortschritt.“, während Kim dieses Treffen als historisches Ereignis bezeichnete und sagte: „Der Welt steht eine große Veränderung bevor.“ (Reuters, 12.06.2018) Das von beiden Seiten unterzeichnete Dokument umfasst vier Punkte:

 

Beide Parteien verpflichten sich dazu, zueinander gute Beziehungen aufzubauen, um das gemeinsame Bestreben nach Frieden und Wohlstand zu sichern.

Beide Parteien werden sich dafür einsetzen, auf der koreanischen Halbinsel für einen dauerhaft anhaltenden Frieden zu sorgen.

Nordkorea verpflichtet sich, alle notwendigen Maßnahmen zur vollständigen Abrüstung der koreanischen Halbinsel zu ergreifen.

Aus humanitären Gründen verpflichtet sich Nordkorea dazu, den USA die sterblichen Überreste von Amerikanern auszuhändigen, die seit dem Koreakrieg (1950-1953) vermisst werden oder gefangen genommen worden sind.

 

Trump bezeichnete die Vereinbarung als „sehr umfangreich und äußerst wichtig“, während sich Kim zur „vollständigen Abrüstung der koreanischen Halbinsel“ verpflichtete. (BBC, 12.06.2018) Dieser Bericht deutet darauf hin, dass nicht klar ausformuliert wurde, wie die nukleare Abrüstung Nordkoreas ablaufen soll, sondern man vielmehr einen Rahmen für die Abrüstung festgelegt hat. Weder die Art und Weise der Abrüstung noch die Dauer noch wer den Abrüstungsprozess überwachen wird scheint festgelegt worden zu sein. Dies im Gegensatz zum Atomabkommen mit dem Iran: in diesem wurden bereits bei Unterzeichnung des Abkommens alle notwendigen Details ausgeführt.

6) Daher ist davon auszugehen, dass die USA mit Nordkorea in langwierige Verhandlungen und Diskussionen treten werden, welche sich möglicherweise über viele Jahre erstrecken. Es scheint, als hätte sich Trump nur eine schnelle Einigung gewünscht, da er seine Drohungen bereits ausgesprochen hatte und diese nicht ohne Konsequenzen im Raum stehen lassen konnte. Er wollte also demonstrieren, dass er es vermochte, Nordkorea gefügig zu machen. Doch hätten die Drohungen Trumps ohne Druck von Seiten Chinas niemals dazu geführt, dass Nordkorea in die nukleare Abrüstung einwilligt und eine derartige Vereinbarung unterzeichnet. Auf diese Weise jedoch kann Trump das Ereignis als „historischen Sieg“ präsentieren, was ihm eine Wiederwahl bei den nächsten US-Präsidentschaftswahlen in etwas mehr als zwei Jahren erleichtern könnte. Auch versucht er damit alle Skandale zu verdecken, die gegen ihn aufgekommen sind und sich bis jetzt nicht gelegt haben. Zudem möchte er die Anschuldigungen widerlegen, versagt zu haben, sowie die Kritik der anderen hinsichtlich seiner Torheit und Dummheit verstummen zu lassen. Trumps eigene Aussagen belegen das, so erklärte er: „Kim sagte mir, dass sein Land bereits eine Raketentestanlage zerstört hätte. (…) Wir werden die Sanktionen aufheben, wenn weitere, wichtige Schritte in Richtung der nuklearen Abrüstung folgen. (…) Wir haben während der Verhandlungen keinerlei Zugeständnisse gemacht. (…) Es werden keine weiteren Militärmanöver gegen Nordkorea stattfinden. Ich werde Kim zur richtigen Zeit ins Weiße Haus einladen.“ Weiterhin sagte er, dass er „gemeinsam mit Kim ein Abkommen zur nuklearen Abrüstung Nordkoreas unterzeichnet habe.“: „Ich denke, wir haben die Rahmenbedingungen für die Vorbereitung der nuklearen Abrüstung Nordkoreas gelegt.“ (Al-Jazeera, 12.06.2018) Auf diese Weise versuchte Trump, die Spannungen mit Nordkorea zu beenden und aufzuzeigen, dass er damit einen bedeutenden Sieg errungen habe.

7) Die Beendigung der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea hilft Trump dabei, sich voll dem Handelskrieg mit seinen Verbündeten und Feinden widmen zu können. Seit er angekündigt hat, hohe Zölle für Stahl- und Aluminiumexporte seiner Verbündeten erheben zu wollen, sind seine Beziehungen zu diesen angespannt. Seiner Aussage nach seien die vorherigen Handelsabkommen zwischen ihnen und den Vereinigten Staaten „unfair“. Als er am 08.06.2018 zum G7-Gipfel in Québec unterwegs war, schrieb er auf Twitter: „Ich freue mich darauf, die unfairen Handelsabkommen mit den G7-Staaten endlich korrigieren zu können. Sollte dies nicht möglich sein, sieht es sogar noch besser für uns aus!“ Der französische Präsident Macron und der kanadische Premierminister Justin Trudeau lehnten während einer gemeinsamen Pressekonferenz solche Strafzölle mit folgenden Worten ab: „Wir sind nicht bereit, alles zu akzeptieren, nur um eine Übereinkunft mit den Vereinigten Staaten zu finden.“ (AFP, 06.06.2018) Trump beschuldigte daraufhin Frankreich und Kanada, für US-Waren enorme Gebühren zu verlangen. Auch bezichtigte er den kanadischen Premier Trudeau, „voller Groll“ zu sein. Ein kanadischer Verantwortlicher sagte den Reportern am Abend des 07. Juni 2018: „Es wird in Bezug auf einige Angelegenheiten zu Differenzen kommen.“ (Reuters, 08.06.2018) Selbst Präsident Macron, der sich für eine Annäherung zwischen Frankreich und den USA einsetzte, verlor die Beherrschung. Statt seinen Widerspruch für sich zu behalten und zu versuchen, durch Drehen und Wenden mit den USA einherzugehen und sich ihnen anzupassen – was zwar die Engländer beherrschen, aber nicht die Franzosen - sagte Macron: „Die anderen sechs Mitgliedsstaaten des G7-Zusammenschlusses könnten ihre eigene Vereinigung gründen, wenn nötig.“ Des Weiteren kritisierte er Trump und meinte, dass „kein Führer für immer bleibt.“ (Reuters, 08.06.2018) Die englische Hinterlist zeigte sich, als Großbritannien zum Ausdruck zu bringen versuchte, dass es solche Reaktionen nicht akzeptiere. Dies mit der Absicht, ein Bein in der amerikanischen Türe zu halten. Gleichzeitig versucht es aber, die anderen aufzustacheln. So sagte Großbritanniens Premierministerin Theresa May zu einigen Reportern, dass sie „möchte, dass die EU in Bezug auf die amerikanischen Zölle zurückhaltend reagiert. Die Reaktion sollte angemessen und rechtens sein.“ (Reuters, 08.06.2018) Bezugnehmend auf die Entscheidung Trumps, seine Unterschrift unter das Abschlussdokument zurückzuziehen, sagte die deutsche Bundeskanzlerin der ARD am 10.06.2018: „Die Rücknahme (der Unterschrift) per Tweet ist natürlich ernüchternd und auch ein Stück deprimierend, aber es ist nicht das Ende.“ Der deutsche Außenminister, Heiko Maas, reagierte per Twitter auf Trumps Tirade mit folgenden Worten: „Mit einem Tweet kann unheimlich viel Vertrauen sehr schnell zerstört werden.“ Die Spannungen rund um den G7-Gipfel in Kanada gipfelten darin, dass die Führer der anderen G7-Staaten Trump angriffen. Trump zog seine Unterschrift unter die gemeinsame Erklärung der G7-Teilnehmer zurück und bezeichnete den Premierminister Kanadas, welcher den Gipfel leitete, als „unehrlich und schwach.“ (AFP, 10.06.2018) Trump erschien verspätet zum Gipfel und verließ diesen, bevor er endete. Es scheint also, als hätte ein Handelskrieg begonnen, was Trump selbst in einem Tweet auch offen aussprach. So twitterte er am 02.03.2018: „Wenn ein Land wie die USA durch den Handel mit so ziemlich jedem Land viele Milliarden Dollar verliert, dann sind Handelskriege gut und leicht zu gewinnen.“

All das zeigt auf, dass die Akte Handelskrieg für die USA von äußerster Wichtigkeit ist, da die USA noch immer unter den Auswirkungen der Finanzkrise von 2008 leiden. Auch haben die amerikanischen Staatsschulden eine Höhe von 20 Billionen USD erreicht. Donald Trump versucht nun mit seiner kaufmännischen Denkweise und getreu dem Motto „Amerika first“, die Wirtschaft der USA vor dem Kollaps zu retten. So eine Herangehensweise kann jedoch das Auseinanderbrechen internationaler Institutionen einläuten, die lange Zeit von den USA genutzt wurden, um ihren Einfluss global geltend zu machen. In der Folge könnte auch die derzeitige Weltordnung brüchig werden und eine neue internationale Lage entstehen. Die Vereinigten Staaten sind nämlich nicht länger bereit, Opfer zu bringen, indem sie eine Handelsbilanz zugunsten anderer Staaten in Kauf nehmen, um dann mit deren Hilfe die eigene Position als Weltführungsmacht zu erhalten. Vielmehr denken sie nur noch an ihre Führungsrolle gepaart mit wirtschaftlichem Gewinn, ohne dabei ihren Verbündeten zu helfen, damit diese unter ihren Fittichen bleiben und sich weiterhin gängeln lassen.

8) Die USA halten keineswegs an ihren vertraglichen Vereinbarungen fest. Sie ziehen ihre Zusagen kurzerhand zurück und brechen Vereinbarungen immer dann, wenn sie meinen, dass ihre Interessen dies erforderlich machen. Dies war ihre Vorgehensweise in Bezug auf das im Jahr 1994 von Bill Clinton unterzeichnete Abkommen mit Nordkorea: George W. Bush zog die Unterschrift der USA im Jahr 2003 zurück. Daher sollte es niemanden verwundern, dass der derzeitige Präsident der USA Donald Trump seine Unterschrift nur einen Tag nachdem das gemeinsame Abkommen beim G7-Gipfel in Kanada unterzeichnet wurde, wieder zurückzog. Zuvor hatte er bereits das Atomabkommen mit dem Iran, welches 2015 von Obama unterzeichnet wurde, gebrochen. Das Abkommen mit Nordkorea ist noch in der Schwebe; die USA werden drohen, es zu brechen, um Nordkorea während der Verhandlungen unter Druck zu setzen, und zwar immer dann, wenn Letzteres sich wehrt und eine der Forderungen ablehnt.

Geschlossene Vereinbarungen zu brechen sowie anderen gegenüber Arroganz und Gleichgültigkeit zu demonstrieren und sie obendrein zu erpressen gehören zu den untrennbaren Charakteristika der Vereinigten Staaten. All das sind Faktoren für den früher oder später eintretenden Niedergang Amerikas. Das rechtgeleitete Kalifat wird zurückkehren und, wie einst, die Führungsrolle in der Welt übernehmen. Mit Allahs (t) Erlaubnis wird es Gerechtigkeit walten lassen, die Verträge einhalten, die Wahrheit in die Welt tragen und die Falschheit auslöschen – so, dass der Menschheit in allen Belangen ein Leben in Frieden und Sicherheit gewährt wird.

So verkündete uns der Gesandte Allahs (s) in einem von Aḥmad über Ḥuḏaifa (r) tradierten ḥadīṯ die Frohbotschaft der Rückkehr des rechtgeleiteten Kalifats im direkten Anschluss an die tyrannische Gewaltherrschaft:

«ثُمَّ تَكُونُ خِلَافَةً عَلَى مِنْهَاجِ النُّبُوَّةِ»

Sodann folgt ein Kalifat gemäß dem Plan des Prophetentums.

Für Allah (t) ist dies wahrlich ein Leichtes.

 

02. Šauwāl 1439 n. H.

16.06.2018 n. Chr.