KOMMENTAR

- 21.09.2018

Donald Trump legt die Fäule des kapitalistischen Systems frei

Nachricht:

Sigmar Gabriel, der frühere Außenminister Deutschlands, forderte eine härtere Gangart gegenüber Trump und erklärte, dass unter Trump kein Verlass auf die USA mehr sei. Nach Ansicht des ehemaligen Vorsitzenden der SPD kenne Donald Trump nur Stärke. „Dann müssen wir ihm zeigen, dass wir stark sind“, so Gabriel.

Gabriel zufolge könne Europa auf die Forderungen Trumps antworten, indem man ihm die Ausgaben für die Flüchtlinge entgegenhalte. „Wenn er von uns Milliarden zurückfordert für die Militärausgaben der USA, dann müssen wir von ihm Milliarden zurückfordern, die wir für die Flüchtlinge ausgeben müssen, die gescheiterte US-Militärinterventionen zum Beispiel im Irak produziert haben“, erklärte Gabriel.

 

Kommentar:

Das sind die Äußerungen Gabriels vom heutigen Tag. Ähnlich äußerte er sich vor mehr als einem Jahr, als er noch das Amt des Außenministers innehatte. Damals verlangte er von Europa, sich der Politik Trumps entgegenzustellen. In einem Interview mit der Rheinischen Post vom 30.05.2017 sagte er: „Wer dieser US-Politik nicht entgegentritt, macht sich mitschuldig. (…) Wer mehr Waffen in Krisengebiete verkauft und wer religiöse Konflikte nicht politisch lösen möchte, der bringt den Frieden in Europa in Gefahr.“

Auch andere europäische Politiker zeigten sich empört und auch wütend angesichts der amerikanischen Arroganz, mit der Donald Trump auftritt. Doch am Ende kamen sie seinen Forderungen nach, das Etat für die Militärkosten der Nato zu erhöhen. Und sie bereiteten ihm trotz seiner persönlichen Attacken und der scharfen Kritik an Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den übrigen Nato-Staaten noch einen freundlichen Empfang. Von den Steuern, die er auf Waren aus Europa, Kanada und China eingeführt hat, ganz zu schweigen.

Die Situation ist gar nicht ungewöhnlich, solange Politik von Interessen und von pragmatischen Wandlungen gesteuert wird. Europa ist alles andere als stark und am wenigsten nach dem Brexit. Auch die zwischenstaatlichen Konflikte um nationale Interessen zersetzen die Union, sodass die Befürchtung im Raum steht, Frankreich und Italien könnten aus der EU austreten, sobald die Rechten in diesen Ländern die Mehrheit erlangen. Aus diesem Grund konnte Trump sich in aller Dreistigkeit vor die Nato-Mitglieder hinstellen und sich mit einem Sieg über seine „Bündnispartner“ brüsten, denen er die Zahlung von „Schutzgeldern“ abgerungen hatte, ohne Gegenleistung.

Es herrscht in der Tat eine Ära der ruwaibiḍāt, der dummdreisten Herrscher, und zwar überall auf der Welt, nicht nur in unserer islamischen. Trump hat durch seine Politik aufgedeckt, dass die Weltordnung bröckelt und dem Zusammenbruch nahe ist. Sie wird nur noch durch militärische Macht und durch Härte aufrechterhalten. Bewegt wird sie nur durch Interessen und den Nutzen. Enden die Interessen, frisst der Starke den Schwachen - ganz nach dem Gesetz des Dschungels. Bündnispartner oder Freunde spielen keine Rolle. Garantien und Sicherheit existieren nicht.

Diesen Zustand kann nur eine ideologische Macht verändern, die imstande ist, sich entgegenzustellen, ungeachtet diesseitiger Konsequenzen oder der Angst um kurzzeitige Interessen. Wer wie der ehrenwerte Prophetengefährte Abdullah bin Hudhafa al-Sahmi ist, der sich stolz und erhobenen Hauptes vor Kisra hinstellte, um ihm das Schreiben des Gesandten (s) auszuhändigen, der fürchtet nur Allah (t). Allein diese Ideologie ist in der Lage, Trump und seinesgleichen zu bezwingen, die Menschen von Ungerechtigkeit, Tyrannei und Ausbeutung zu befreien und Gerechtigkeit, Sicherheit und Stabilität zu garantieren.

(Yousuf Salama)