POLITISCHE F&As

- 23.09.2018

Das letzte Szenario für Syrien

بسم الله الرحمن الرحيم

Antwort auf eine Frage

Das letzte Szenario für Syrien

(Übersetzt)

Frage:

Die jüngsten Ereignisse in Darʿā, Quneitra, Aleppo und Ġūṭa, das schnelle Vordringen des Regimes in Gebiete, die ihm über Jahre versperrt geblieben sind, und die Tatsache, dass derzeit alle Augen auf Idlib gerichtet sind – all dies zeigt, dass in Bezug auf Syrien viele Fragen zu klären sind. Wir wurden Zeugen der Rolle Amerikas und seines manipulativen Vorgehens in Syrien. Auch haben wir die Rolle der unterstützenden Parteien gesehen, wie auch sie manipulativ vorgingen und Garantiemächte, wie z. B. die Türkei, ihr implizites Einverständnis für eine Deeskalation gaben, während andere Mächte, wie z. B. Russland, aktiv intervenierten. Was ist nun in Syrien passiert und was passiert weiterhin? Wie war es diesen Ländern möglich, die syrische Revolution dermaßen zu manipulieren? Welche Rolle spielten sie und was ist als nächstes zu erwarten?

 

Antwort:

1) Die syrische Revolution begann im Jahr 2011. Durch sie drohte der amerikanische Agent Baschar al-Assad zu stürzen. Darüberhinaus drohte die Revolution wegen ihres tief verwurzelten islamischen Charakters, die Ausrichtung der gesamten Region zum Islam hinzudrehen. Die syrische Revolution war aus zwei besonders wichtigen Blickwinkeln heraus ein einschneidendes Ereignis: zum einen wurden starke, lokale Kräfte erkennbar, die weder den USA noch Europa folgen. Erstmals schien es eine einzigartige Kraft von nie dagewesenem Ausmaß zu geben, die der Umma entsprungen ist, ohne dass die kuffār eine Macht über sie hätten. Zum anderen konnten die USA diese Entwicklung trotz ihrer Hegemonialstellung in Syrien und der Welt nicht stoppen. Es schien ein Wunder zu sein! Denn was in Syrien geschah, war kein internationaler Konflikt. Vielmehr war es ein Konflikt zwischen den USA, ihren Handlangern und Gefolgsleuten auf der einen und dem syrischen Volk auf der anderen Seite. Die Europäer haben im Vergleich zum Jemen und Libyen keinerlei Einfluss auf die Lage in Syrien. Die USA sind es, die das syrische Regime sowie alle Gefolgsleute und Agenten in Syrien kontrolliert. Daher findet in Syrien ein Konflikt zwischen den USA und ihren Handlangern auf der einen, und den aufrichtigen Bewohnern Syriens auf der anderen Seite statt. Nichtsdestotrotz hat die syrische Revolution den Amerikanern schlaflose Nächte bereitet. Obama, der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, meinte sogar, dass er wegen der Lage in Syrien ergraut wäre: Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Konferenzen, die ich bezüglich Syriens abhielt, der Grund für den Großteil meiner grauen Haare ist. (Ra’i al-Youm, 05.08.2016)

2) Um ihr höchstes Ziel in der Region zu erreichen, nämlich das Ausmerzen der syrischen Revolution und das Festigen der Regentschaft seiner Marionetten, schlug Amerika zwei verschiedene Wege ein:

a) Ihr oberstes Ziel bestand darin, dem syrischen Regime alle möglichen finanziellen und militärischen Mittel zur Verfügung zu stellen, damit es nicht zusammenbricht. Darunter fällt auch die Tatsache, dass sie den Iran und seine Milizen zur Intervention in Syrien drängten, damit diese dort an der Seite von Baschar al-Assad kämpfen. Auch drängten sie Russland zur Intervention. Putin, der Präsident Russlands, kündigte die russische Intervention in Syrien unmittelbar nach seinem Treffen mit dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Obama im September 2015 in New York an. Amerika hinderte alle internationalen Organisationen und Institutionen daran, das Regime von Baschar al-Assad, trotz der Schwere seiner Verbrechen, zu verurteilen. Selbst der Einsatz von chemischen Waffen wurde von der Weltgemeinschaft eklatant ignoriert. Dies, obwohl die USA das syrische Regime vor dem Einsatz von chemischen Waffen warnten. Da sie sich jedoch um den Zusammenbruch des Regimes sorgten, verzichteten sie darauf, ihrer Drohung nachzukommen.

Die Ereignisse stellten sich folgendermaßen dar: Als das syrische Regime am 21.08.2013 in Ġūṭa Chemiewaffen einsetzte, entsandten die USA Kampfschiffe, um einen Militärschlag gegen das Regime durchzuführen. Jedoch machten die USA einen Rückzieher, damit die Moral des Regimes durch Militärschläge keinen Schaden nimmt und es zusammenbricht, noch bevor ein alternativer Agent für Amerika herangereift ist. Die Nationalkoalition syrischer Revolutions- und Oppositionskräfte wurde ursprünglich von ihnen kreiert, um das Machtvakuum im Falle des Sturzes von Baschar al-Assad auszufüllen. Die Amerikaner waren nicht der Ansicht, dass diese Koalition zum Zeitpunkt des Chemiewaffeneinsatzes ihrer Aufgabe hätte nachkommen können, weshalb die Amerikaner vom ursprünglichen Plan, das syrische Regime anzugreifen, abwichen. Diese Tatsache ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass die Amerikaner versuchen, das mörderische Regime in Syrien zu schützen, obwohl dieses nicht davor zurückschreckt Chemiewaffen einzusetzen… Trotz dessen blieben die Revolutionäre in Syrien standhaft. Mehr noch, konnten sie am Boden sogar Erfolge erzielen.

b) Ihre zweite deutlich gefährlichere Methode bestand darin, sich die Revolution einzuverleiben. So verkündete Amerika, die syrische Revolution unterstützen zu wollen. Dabei war dies nur ein weiterer hinterhältiger Versuch ihrerseits, die Revolutionsfraktionen zu täuschen. Zwar bekämpfte Amerika die Revolutionsfraktionen nicht direkt, doch hätte mehr Achtsamkeit von Seiten der Gruppierungen zur Erkenntnis geführt, dass die Amerikaner andere damit beauftragten, die Gruppierungen zu bekämpfen! Diesen Umstand führten wir bereits in einer älteren Verlautbarung aus, datiert auf den 11.10.2015. Darin heißt es: (…) Und hierin lag die Tragödie begründet; so zeigen sich die USA nach außen hin, als ob sie die Revolutionäre unterstützen würden. Daher ist es schwer für sie, diese offen zu bekämpfen. Nun haben aber die Revolutionäre dem Regime Schaden zugefügt, ohne dass der amerikanische Ersatz schon herangereift wäre. Aufgrund dessen wurde dieses schmutzige Spiel inszeniert, dass Russland die Aufgabe übernimmt, das Regime offen zu unterstützen und offen gegen die Aufständischen vorzugehen. So ist für Russland die Bekämpfung der Aufständischen gerechtfertigt, auch ist das syrische Regime bereit, auf Befehl Amerikas hin um eine russische Intervention zu bitten. Und so geschah es: Russland war damit einverstanden, diese abscheuliche, bösartige Rolle zu spielen und den Amerikanern in Syrien dienlich zu sein!

Amerika behauptete also, die Opposition mit finanziellen Mitteln und Waffen unterstützen zu wollen. Dies blieb jedoch leeres Gerede! So verhinderten es die Vereinigten Staaten, dass über die Türkei oder Jordanien irgendwelche effektiven Waffen die Revolution erreichen. Ihre Unterstützung lässt sich auf einige Hilfslieferungen wie kugelsichere Westen reduzieren, um damit den Anschein zu wahren, auf der Seite der syrischen Revolution zu stehen. Des Weiteren verkündeten sie die Unterstützung in Form von militärischer Ausbildung, woraus jedoch nur wenige Personen Nutzen ziehen konnten. Manchmal waren es gerade mal fünf an der Zahl. Mit dieser Maßnahme beabsichigten sie, die Revolutionsfraktionen in ihre Richtung zu lenken. Da sich die Amerikaner der Tatsache bewusst waren, dass die Falschheit ihrer Behauptungen früher oder später aufgedeckt werden würde, setzen sie seit dem Frühjahr 2015 auf ihre Gefolgsleute in der Region, darunter insbesondere die Türkei und Saudi-Arabien, nachdem König Salmān bin ʿAbd al-ʿAzīz den saudischen Thron bestiegen hatte. Diese Länder wurden mit der Aufgabe betraut, sich die Revolution einzuverleiben, die Loyalität der Fraktionsführer zu erlangen und den islamischen Charakter der Revolution zu verwässern. Um dieses Ziel zu erreichen, benützten beide Länder ihre Geheimdienste, die Unterstützung durch schmutzige Finanzmittel und bösartige Prediger. Sie gewährten Schutz und sichere Zufluchtsorte, Medienrampenlicht und dreckiges Geld.

3) Da die syrische Revolution zu diesem Zeitpunkt, was ihre Ziele und den Islam anlangte, solide erschien, war es notwendig, die Werkzeuge des amerikanischen Einflusses noch heftiger zum Einsatz zu bringen. Einige Quellen berichteten sogar, dass ausgewählte Gruppierungen in Syrien fast eine Milliarde USD erhielten! Durch das Bereitstellen von intensiver finanzieller Unterstützung, wichtigen Medienplattformen und Zufluchtsorten, die in Wahrheit gefährlich waren, gelang es den Gefolgsleuten Amerikas, der Türkei und Saudi-Arabien, auf die Opposition und die Kämpfergruppen Einfluss zu nehmen. Diese wurden mit den Geheimdiensten beider Staaten verkoppelt. Vor allem durch die Macht des Geldes und der Medien vermochten es die beiden Staaten, die Kampfverbände zu kontrollieren, indem gewisse Führer hervorgehoben und ins Rampenlicht gestellt wurden und mittels dieser Führer dann der ganze Kampfverband beherrscht wurde! Die Amerikaner versuchten, die syrische Revolution unter Einsatz aller ihren zur Verfügung stehenden Mittel von ihrem eigentlichen Ziel abzulenken und bei den Revolutionären hinsichtlich ihrer Ambitionen für Chaos zu sorgen. Amerika verkündete, dass ihre Mission, und ebenso die Mission der internationalen Koalition in Syrien darin bestünde, den „Terrorismus“ zu bekämpfen. Damit meinen sie den Kampf gegen die syrischen Revolutionsverbände. Obwohl sie sich seit 2014 am Syrienkrieg beteiligen, beschränkten sich ihre Bombardements auf Revolutionsgruppen, die sie als „Terroristen“ betiteln. Sie attackierten nie die Einheiten Baschar al-Assads und koordinierten ihre Angriffe stets mit Russland. Trotzdem vertrauten viele Kommandeure der bewaffneten Verbände den Amerikanern und koordinierten ihre Operationen mit deren nachrichtendienstlichen Operationszentren MOM (Military Operations Command) und MOC (Müşterek Operasyon Merkezi). Sie stiegen sogar in den von den USA ausgerufenen „Kampf gegen den Terror“ ein. So kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Gruppierungen und schließlich dazu, dass die Gruppen selbst das verbotene Blut der Muslime vergossen. Dies lenkte die zuvor noch fokussierte Revolution in Syrien ab und sorgte für Verwirrung in den eigenen Reihen. Denn sie kämpften nun an zwei Fronten: an der amerikanischen Front im Kampf gegen den „Terrorismus“ und an der ursprünglichen Front mit dem Ziel, das Regime zu stürzen. Der Druck auf die Revolutionsfraktionen erhöhte sich auch von Seiten der Türkei, Saudi-Arabiens und der internationalen Weltgemeinschaft. Sie alle verlangten von den Gruppierungen, sich zunehmend auf die amerikanische Front gegen den „Terrorismus“ zu fokussieren, um sie so von ihrem ursprünglichen Ziel zu entfernen.

Den Höhepunkt dieser Entwicklung stellte die Intervention der Türkei in Syrien dar: Operation: „Euphrat-Schild“. Die Türkei forderte die ihr ergebenen Fraktionen auf, sich aus den Kämpfen in und um Aleppo zurückzuziehen und in den Norden des Landes zu ziehen, um dort den IS zu bekämpfen. Auf diese Weise gelang es Baschar al-Assad und seinen Verbündeten, dem Iran und Russland, die Stadt Aleppo Ende 2016 zu besetzen. Die Operation glich eher einer türkischen Übergabe Aleppos an die Russen, die ihrerseits die Stadt dem Regime überließen! Dass die bewaffneten Fraktionen dem Aufruf der Türkei folgten und sich aus den Kämpfen um Aleppo zurückzogen und dass sie sich an der amerikanischen Front gegen den „Terror“ beteiligten, waren sehr gefährliche Vorzeichen. Sie zeigten nämlich auf, dass jene Fraktionsführer, die mit Millionen von Dollar genährt wurden, einen großen Einfluss in ihren Fraktionen hatten. Das schürte in Amerika nach langer Wartezeit die Hoffnung auf ein vollständiges Auslöschen der Revolution. Die amerikanische Politik richtete die syrische Bühne nun darauf aus, die Revolution vollständig auszumerzen. Da die USA und ihre Gefolgschaft es vermocht hatten, die Loyalität zahlreicher Kommandeure der bewaffneten Verbände zu gewinnen, schien für sie dieses Ziel nun greifbar zu sein.

Dann wiederholte Erdogan das „Euphrat-Schild“-Szenario: So erfand er mit der Operation „Olivenzweig“ einen Grund, dem Regime ein Vorpreschen in Idlib zu ermöglichen. Als das syrische Regime in Richtung Idlib vorrückte und den Luftwaffenstützpunkt „Abū al-Ẓuhūr“ umstellte, stieß Erdogan in ʿAfrīn vor! Fast 25.000 oppositionelle Kämpfer nahmen an der Militäroperation in ʿAfrīn teil. Das wurde vom militärischen Führer der Failaq aš-Šām-Brigaden Yāsir ʿAbd ar-Raḥīm bestätigt. Dieser sagte, dass ca. 25.000 bewaffnete Männer der Freien Syrischen Armee an der türkischen Operation in ʿAfrīn teilnahmen. (Russia Today, 23.01.2018) Amerika wusste über diese Operation Bescheid und stimmte dieser zu. So erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, er habe am Montagabend (dem 15.01.2018) in Kanada mit dem US-Verteidigungsminister James Mattis über die Syrienkrise und die Frage nach Grenzschutzeinheiten gesprochen. (Anadolu Agency, 17.01.2018) Auch von Seiten der Amerikaner wurde das bestätigt. Mehrere Aussagen deuten darauf hin, dass die Operation „Olivenzweig“ - wie alle Aktionen der Türkei in ʿAfrīn - mit völligem Einverständnis der Amerikaner und in Koordination mit Russland durchgeführt worden ist. Beispiel dafür ist das folgende Zitat: Das Zentralkommando des US-amerikanischen Militärs erklärte, die Türkei habe es über die Militäroperationen in der syrischen Stadt ʿAfrīn informiert. (Quds Press, 21.01.2018)

4) Der politische Rahmenplan der Amerikaner in Bezug auf Syrien lässt sich nun nach der Übergabe Aleppos folgendermaßen darstellen:

a) Die Abkühlung der Lage in Syrien. Der wohl bekannteste Teil dieses Rahmenplans wurde in Astana entschieden. Die Türkei zwang die mit ihr verbundenen Fraktionen, mit Baschar al-Assad, dem Iran und Russland in Verhandlungen zu treten, um einen Waffenstillstand auszuhandeln. Dies gipfelte in den sogenannten „Reduction of escalation“-Vereinbarungen, welche von einer Region in die nächste getragen wurden. Sie erreichten schließlich den Süden des Landes, wo die bewaffneten Fraktionen zuvor nicht an den Verhandlungen in Astana teilnahmen, was sich nun aber änderte. Nach nunmehr zwei Jahren der unermüdlichen Verhandlungen tritt die Türkei im Hinblick auf die Verhandlungen, neben Russland und dem Iran, als Gewährleistungsstaat auf. Die Wucht der Revolution verhinderte in ihren Anfängen jegliche Form des Waffenstillstands. Obamas Regierung hatte zunächst gravierende Probleme damit, dieses Ziel zu erreichen. Letztlich schafften sie es im Jahr 2016, Waffenstillstandsverhandlungen zu initiieren. Im direkten Anschluss daran kam es zum Regierungswechsel in den Vereinigten Staaten: die Trump-Regierung trat das Amt an.

Die Abkühlung des Schlachtfelds in Syrien bedeutete vom amerikanischen Standpunkt aus, den Raum für Verhandlungen zu öffnen, ohne dass eine direkte Gefahr bestünde, das Regime Baschar al-Assads militärisch zu stürzen. Denn nun wurden Verhandlungen geführt, die die Legitimität des Baschar-Regimes bestätigten. So enthielt kein Beschluss einen Hinweis darauf, dass Baschar beseitigt werden müsse. Die USA benutzten nämlich die Vereinten Nationen und den Sicherheitsrat, den sie kontrollieren, und entsandten ihre Gefolgsleute aus verschiedenster Couleur in die Region, angefangen mit dem Schwarzen Kofi Annan über „den Grünen“ Lakhdar Brahimi bis hin zum Weißen Staffan de Mistura. Sie beriefen die Genfer Konferenzen ein, beginnend mit der „Genf-1-Konferenz“, die am 30.06.2012 stattfand, um die Opposition mit dem Regime zusammenzubringen. All das bedeutete eine Legitimierung des Regimes, um es darüber hinaus auch vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Auch die darauffolgenden Konferenzen in Wien - Wien 1 und Wien 2 im Jahr 2015 - gingen mit dieser Strategie einher. Die „Wahrung der säkularen Identität des syrischen Staates und seiner Institutionen“ war einer der wesentlichen Punkte der zweiten Friedensgespräche in Wien. Der jüngste Sicherheitsratsbeschluss die Lage in Syrien betreffend wurde von den USA selbst am 18.12.2015 eingebracht und vom Sicherheitsrat einstimmig akzeptiert. Dieser sah vor, alle Beschlüsse und Ergebnisse der Genfer und Wiener Konferenzen in einer einzigen Resolution mit der Nummer 2254 zusammenzufassen.

Diese Resolution ist mittlerweile zum Bezugspunkt für jeden erdenklichen Lösungsvorschlag für die Krise in Syrien geworden. Alle beteiligten Länder fordern einstimmig die Anwendung dieser Resolution. Auch die bewaffneten Fraktionen, welche unter dem Einfluss der verschiedenen Länder stehen, fordern dies. Jedoch sieht diese Resolution vor, dass Baschar al-Assad weiterhin sein Amt behält! Dieser Umstand bestätigt ebenfalls die Tatsache, dass die Amerikaner den syrischen Tyrannen und sein Unrechtsregime zu schützen versuchen. Bis zum Fall Aleppos änderte sich nichts an dieser Tatsache. Nach dem Fall Aleppos hinderten die Amerikaner die bewaffneten Gruppen daran, weitere Kriegsfronten zu eröffnen. Sie übten Druck auf die einzelnen Fraktionen aus, um sie zu einem vollständigen Waffenstillstand zu bewegen. Dieses Szenario ermöglichte es dem Regime, in Kooperation mit Russland und dem Iran, die Gebiete der Revolutionäre nacheinander zurückzuerobern. Der dritte Gewährleistungsstaat (neben Russland und dem Iran), die Türkei, mischte sich darin nicht ein, obwohl dies einen klaren Verstoß gegen die zuvor vereinbarte Waffenstillstandsresolution darstellte! Anfang 2017 wurde das erste Waffenstillstandsabkommen zur Lage in Syrien verabschiedet, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Noch bevor die Tinte dieses Abkommens getrocknet war, bombardierte das syrische Regime das Barada-Tal vor den Augen der Gewährleistungsstaaten! Auch die Geheimdienste der Gewährleistungsstaaten machten sich der Komplizenschaft an diesem Verbrechen schuldig, als das Regime Ost-Ġūṭa unter dem Vorwand der „Terrorismusbekämpfung“ angriff. Ibrahim Kalın, Berater und Sprecher des türkischen Präsidenten, sagte am Mittwoch während einer Pressekonferenz dem türkischen Nachrichtensender TRT gegenüber, dass die Türkei ein Problem mit der Existenz extremistischer Organisationen in Ost-Ġūṭa hätte. (Reuters, 15.03.2018) Diese Aussage tätigte er, während das syrische Regime sowie Russland und der Iran, Ġūṭa auf brutalste Art und Weise bombardierten, mit einer Selbstverständlichkeit, dass man meinen könnte, Erdogan würde diesem Bombardement zustimmen!

b) Die Einordnung in die US-Politik im Namen der „Terrorismusbekämpfung“. Nachdem Trump ankündigte, den IS endgültig ausmerzen zu wollen, und die Schlacht um Mossul verlängert wurde, bemühen sich die Amerikaner, ihre Politik an vier Fronten voranzutreiben:

Die erste Front: Die US-Armee führte die von den USA unterstützten kurdischen Fraktionen an, um den IS aus Raqqa zu vertreiben. Auch lenkte sie andere Fraktionen aus dem Osten des Landes hin zum Kampf gegen den IS. Auf diese Weise konnten die Kurden große Teile Nordsyriens, und zwar dezidiert die kurdischen Gebiete, unter ihre Kontrolle bringen. Der Hauptakteur der Kurden ist die Demokratische Partei Kurdistans (PDK). Mithilfe beträchtlicher amerikanischer Unterstützung gelang es ihr, einen Großteil der vom IS kontrollierten Gebiete zurückzuerobern. So brachten sie alle Gebiete östlich des Euphrats unter ihre Kontrolle, von Kobanê über Raqqa, bis nach al-Būkamāl und Dair az-Zūr, was 28% des syrischen Bodens entspricht. Dieses Gebiet verfügt über die größten Ressourcen des Landes in Hinblick auf Öl, Gas, Wasser und Landwirtschaft. Diese Operation schadete dem syrischen Regime in keiner Weise. Die kurdischen Kräfte bewegten sich stets auf Anweisungen der Amerikaner, weshalb sie nie in Konflikt mit dem Regime gerieten. Erst kürzlich wurden zahlreiche Medienberichte veröffentlicht, die aufzeigen, dass die Volksverteidigungseinheiten (YPG) auf Geheiß der Amerikaner Gebiete an das syrische Regime übergaben. Dies basierte auf Vereinbarungen, die in Damaskus und Qamischli getroffen wurden.

Der Führer des Kurdischen Nationalrats (in Syrien), Fuad Aliko, enthüllte die Gründe und Umstände, welche die Partei der Demokratischen Union (PYD) dazu bewegten, mit dem syrischen Regime eine nicht öffentliche Vereinbarung einzugehen. Gemäß den Bedingungen dieser Vereinbarung erhielt das syrische Regime einige Gebiete zurück, die ehemals unter Kontrolle kurdischer Kräfte standen. Dazu gehörte an-Našwa, ein Ortsteil von al-Ḥasaka, und andere Gebiete östlich des Euphrats. (https://arabi21.com, 16.07.2018) Hierapolis.net berichtete, dass am vergangenen Samstag im Hauptsitz der Baath-Partei in Aleppo ein Treffen zwischen den Vertretern des Militärrats von Manbiǧ aus der PDK und Beamten des syrischen Regimes stattfand. Die Seite berief sich dabei auf eine ungenannte Quelle. Sie fügte hinzu, dass dabei die Übergabe der Sicherheitszone von Manbiǧ, ebenso wie die Übergabe der Tischrin-Talsperre im Südosten der Stadt an das Regime diskutierte wurde. (https://qasioun-news.com, 11.07.2018)

Die Führer der kurdischen Gruppierungen in Nordsyrien stehen unter amerikanischer Kontrolle. Wenn die USA möchten, dass sie in die Arme ihres Agenten Baschar zurückkehren, werden sie es tun. Erste Anzeichen sprechen für eine solche Entwicklung: Auf der Website der Zeitung „Ra’i al-Youm“ wurde am 07.06.2018 berichtet, dass Ṣāliḥ Muslim, eine prominente kurdische Führungsperson, das Hineilen zu Verandlungen mit dem Regime mit folgenden Worten kommentierte: Unsere Türen standen stets für jedermann offen und wir haben im letzten Gespräch mit Baschar al-Assad eine Veränderung erkennen können. Vor zwei Monaten bezeichnete er uns (noch) als Terroristen, nun spricht er von Verhandlungen. Das ist ein Fortschritt… Genau wie jeder an seine eigenen Interessen denkt, tun wir das auch. Und wie die Londoner Zeitschrift al-Arab am 27.09.2017 berichtete, hatte der Außenminister des syrischen Regimes Walid al-Muallim bereits zuvor erklärt: Die syrischen Kurden streben nach einer gewissen Autonomie innerhalb der Grenzen der Syrischen Republik. Dies unterliegt Verhandlungen und Dialogen. Das syrische Regime und die kurdischen Gruppierungen sind lediglich Spielbälle in Händen der Amerikaner. Was also die USA für beide an Lösung anstreben, werden weder die Kurden noch das Regime ablehnen, sei es die Beibehaltung des Status Quos vor (Ausbruch der Revolution) 2011 oder die Gewährung einer Autonomie innerhalb der Grenzen Syriens.

Die zweite Front: Diese wird von der Türkei angeführt. Sie begann mit der Operation „Euphrat-Schild“ und der Schlacht von Aleppo am 24.08.2016, gefolgt von der Operation „Olivenzweig“ am 20.01.2018. Durch diese beiden Operationen war es kein Problem für das syrische Regime in Aleppo und den südlichen Teil Idlibs einzumarschieren. Dies aufgrund der Tatsache, dass die dortigen Fraktionen von der Türkei den Befehl erhielten, sich aus Kämpfen mit dem Regime zurückzuziehen und sich an den beiden Operationen zu beteiligen. Auf diese Weise verloren die Revolutionäre Aleppo und beinahe auch Idlib! Bereits zuvor spielte die Türkei, welche unter amerikanischem Befehl agiert, eine wichtige Rolle in Bezug auf Idlib. Am 07.10.2017 entsandte sie Aufklärungstrupps nach Idlib und im Anschluss daran ihre Streitkräfte. Diese errichteten dort im Rahmen der Vereinbarungen mit Russland und dem Iran Kontrollpunkte, um „einer weiteren Eskalation vorzubeugen.“ Nachdem sich Erdogan und Trump am 21.09.2017 in New York trafen, bezeichnete Trump den türkischen Präsidenten als „einen seiner Freunde“. (Anadolu, 21.09.2017) Der Fokus ihres Gesprächs lag ausschließlich auf Syrien. Trump stimmte dem Einmarsch der Türkei in Idlib zu. Die türkische Armee initiierte eine Erkundungsmission in der syrischen Provinz Idlib. Ziel dieser war es, eine Kontrollzone zu errichten, mittels derer Spannungen im Rahmen des Astana-Abkommens abgebaut werden sollen. (Sky News Arabie, 09.10.2017) Enabbaladi.net berichtete am 13.05.2018, dass die türkische Operation noch immer laufen würde. So hieß es: Die Türkei bringt ihre zuvor initiierten Schritte in der syrischen Provinz Idlib zuende und agiert, ausgehend von dieser Operation, in zwei Richtungen: zum einen errichtet sie Kontrollpunkte gemäß der Vereinbarung von Astana, um Spannungen abzubauen, und zum anderen versucht sie, die militärischen Strukturen der dort ansässigen Gruppierungen zu organisieren. Dabei kam es bis heute zu keiner Verständigung mit den islamischen Gruppierungen… Weiterhin berichtete die Seite: Mit Beginn dieses Jahres sind türkische Beobachtungspunkte ausschließlich im Osten Idlibs errichtet worden. Dies wirft die Frage auf, weshalb sie den Westen gänzlich meiden! Die Revolutionäre hätten bis heute nur ein einziges Mal die Unterstützung der Türkei erhalten… Trotz der Intervention der Türken nehmen die Luftangriffe der Russen kein Ende. Korrespondenten von Enabbaladi in Idlib berichten, dass die russischen Luftangriffe Ziele im Süden Idlibs mit hochexplosiven Raketen bombardieren, man höre dies in ganz Idlib.

Die dritte Front: Die Amerikaner haben das saudische Regime, welches zuvor schon als Teil der internationalen Koalition mit den USA zusammenarbeitete, in Bewegung gesetzt. Das saudische Regime erklärte bereits früher seine Bereitschaft, um Amerikas Willen und unter dessen Führung Bodentruppen nach Syrien zu schicken. Dieses Regime spielt ebenso wie das türkische ein dreckiges Spiel. Es vergiftete die bewaffneten Verbände mit seinem schmutzigen Geld, gewann dabei die Kontrolle über sie und verhinderte schließlich, dass sich diese Verbände auf das Herz der Hauptstadt Damaskus hinzubewegten. Dies, obwohl sie schon auf Sichtweite der Hauptstadt waren oder sogar nur einen Steinwurf davon entfernt! Auch zwang es die Verbände dazu, Verhandlungen mit dem Baschar-Regime zu akzeptieren. Und so kamen die Verbände, die vom saudischen Regime finanziert und dadurch von diesem kontrolliert wurden, nach Riad und akzeptierten die Teilnahme an den Verhandlungen. Auf diese Weise kam es am 11.12.2015 zur ersten Konferenz von Riad, bei der auch eine Abschlusserklärung veröffentlicht wurde. Dann folgte die zweite Konferenz von Riad vom 22. bis zum 24.11.2017. Diese Verbände bildeten auch eine gemeinsame Delegation, um in Genf und Wien mit dem syrischen Regime zu verhandeln. All dies geschah gemäß amerikanischer Eingebung und Planung, wobei das saudische Regime nach wie vor bereit ist, den USA Dienste zu leisten. So verkündete der Kronprinz Saudi-Arabiens, Muḥammad bin Salmān, am 06.04.2018 gegenüber dem Time Magazine das, was ihm seine Herren in Amerika zu sagen auftrugen: Ich glaube nicht, dass Baschar ohne einen Krieg abtreten wird, und ich glaube nicht, dass jemand bereit wäre, diesen Krieg zu beginnen.

Die vierte Front: Diese Front wurde zugunsten der Streitkräfte Baschar al-Assads, des Irans und Russlands geschaffen. Nachdem ihnen die Türkei eine „Deeskalation“ in den Hauptgebieten gewährleisten konnte, drangen die Streitkräfte dieser drei Mächte in Palmyra vor und erreichten Dair az-Zūr. Dies alles geschah unter Komplizenschaft Saudi-Arabiens und der Türkei, die dafür sorgten, dass die unter ihrem Einfluss stehenden Gruppierungen jeder Art der Konfrontation mit dem Tyrannenregime aus dem Weg gingen und stattdessen an anderen Fronten im „Kampf gegen den Terror“ beschäftigt waren. So konnte das Regime erleichtert aufatmen und all die vielen Niederlagen, die es im Laufe der vergangenen Jahre durch die Revolution erlitten hatte, vergessen. Während der Konferenzen in Genf und Astana trat das syrische Regime erhobenen Hauptes auf, demonstrierte seine Stärke und zog sich sogar aus den Verhandlungen zurück. Nun waren es die Verbände, die die Gewährleistungsstaaten darum baten, Druck auf das Regime auszuüben, damit es eine friedliche Lösung akzeptiert, nachdem dies früher eine Forderung des Regimes war, um seinen endgültigen Zusammenbruch abzuwenden.

c) Die Entfernung von Störquellen. Damit einhergehend versuchen sie auch, die europäischen Länder davon abzuhalten, sich in die Syrienkrise einzumischen. Dies, damit die Syrienfrage ausschließlich zwischen ihnen und Russland entschieden wird. Obwohl die Russen in Bezug auf Syrien kaum von Amerika zu trennen sind, nutzen die Amerikaner Russland, das auf der Seite Baschar al-Assads steht, aus, um eine Intervention der Europäer zu verhindern. Von nicht minderer Wichtigkeit ist die Tatsache, dass Amerika versucht, den Einfluss der regional störenden Fronten, Katar und Jordanien, zu verringern. Was Katar anlangt, so hat Amerika dafür gesorgt, dass Saudi-Arabien und Ägypten mit Katar aneinandergeraten. Mitte 2017 bezichtigten diese Katar, den „Terrorismus“ in Syrien zu unterstützen. Dadurch sah sich Katar direkt durch die amerikanischen Agenten bedroht, weshalb es seine Störaktionen in Syrien stoppte. Von diesem Zeitpunkt an spielte Katar keine aktive Rolle mehr in Syrien. Bezüglich Jordaniens lässt sich sagen, dass es über seine Geheimdienste starke Beziehungen zu den Gruppierungen im Süden Syriens aufbauen konnte. Die Briten erhofften sich dadurch, in Syrien an Einfluss gewinnen zu können… Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, traten die Amerikaner mit der List einer „Deeskalationsinitiative für den Süden Syriens“ in direkte Verhandlungen mit Russland. So gewann das syrische Regime die vollständige Kontrolle über den Süden des Landes zurück. Dadurch wurde jedwede Möglichkeit Jordaniens, auf die Syrienkrise wirksam Einfluss zu nehmen, gänzlich oder nahezu gänzlich unterbunden.

5) Bei genauerer Untersuchung der Politik Amerikas sowie der Politik seiner Unterstützer und Gefolgsleute, der Türkei und Saudi-Arabien im Besonderen sowie - aufgrund seiner inneren Probleme in geringerem Maße - Ägypten, lässt sich Folgendes feststellen: All die zuvor erwähnten Maßnahmen werden von Amerika gleichzeitig ergriffen und parallel zueinander frociert. So lässt es dem syrischen Regime sowie Russland und dem Iran freie Hand, militärisch gegen die Opposition vorzugehen, und begräbt damit jede Hoffnung der Opposition auf eine Rettung durch die USA. Als das Regime mit russischer Luftunterstützung den Angriff auf Darʿā und den Süden des Landes startete, ließen die USA am 23.06.2018 den Brigaden der Freien Syrischen Armee über ihre Botschaft in Jordanien folgende Nachricht zukommen: Wir verstehen, dass Sie gemäß Ihrer Interessen sowie den Interessen Ihrer Familien und Ihrer Brigaden Entscheidungen treffen müssen. Ihre Entscheidung sollte jedoch nicht auf der Annahme oder Erwartung beruhen, dass es von unserer Seite zu einer militärischen Intervention kommt. (https://enabbaladi.net, 23.06.2018) Damit zerstören die USA alle Hoffnungen bei den mit ihnen kooperierenden Brigaden, dass sie zu deren Rettung eingreifen könnten. Und nun berichten die Medien davon, dass Revolutionäre aus diesen Fraktionen vereinzelt aufzuwachen scheinen und meinen, dass Amerika sie getäuscht hätte! Jetzt sind sie sich dessen bewusstgeworden?!

Auf diese Weise hat sich gezeigt, dass die USA tatsächlich die Politik verfolgen, die bewaffneten Verbände durch das syrische Regime, den Iran und Russland auszumerzen. Diesem Vorgehen stellen sie keinerlei Hindernisse in den Weg. Mehr noch: Davor und danach wird dieser Prozess durch die Türkei und Saudi-Arabien maßgeblich unterstützt! Die Unterstützung der Amerikaner für die Revolutionsfraktionen beschränkte sich vielmehr auf Erklärungen und Gelder, mittels derer sie sich die Loyalität der Fraktionsführer erkauften. Nur vereinzelt kam es zu „Waffenlieferungen“ seitens der USA. Diese waren jedoch unwirksam, da es sich nur um Ausrüstung defensiver Art handelte ohne wirkliche Schlagkraft. Die Lieferungen sind zudem Jahre her, als die USA versuchten, die Revolutionäre von ihrer Unterstützung zu überzeugen. Nun aber, nachdem sich das Blatt militärisch zugunsten Baschar al-Assads gewendet hat, ist die Sache vorbei; die USA haben diese Akte, ebenso wie ihre Gefolgsleute - die Türkei und Saudi-Arabien – geschlossen.

6) Was den Verlauf der politischen Verhandlungen anlangt, so schob Amerika diese auf, bis die Revolution ausgemerzt wird und Baschar al-Assad wieder auf eigenen Beinen steht. Daher verwickeln die Amerikaner ihre Agenten und Gefolgsleute in Nebenverhandlungen, bis die Umstände für die politische Lösung gereift sind. Sodann werden die USA bei den Verhandlungen die Hauptrolle einnehmen. Aus diesem Grund waren die Agenten und Gefolgsleute der Amerikaner in Saudi-Arabien und der Türkei während der jahrelangen Verhandlungen intensiv mit der Organisation von Treffen und Konferenzen der syrischen Opposition beschäftigt. Sie haben bestimmte Führer auf der politischen Bühne ins Rampenlicht gestellt und andere beiseite geschoben. All dies geschah in einem ewigen Hin und Her, bis das Regime wieder auf eigenen Beinen steht. Alsdann werden die USA die Durchsetzung der politischen Lösung übernehmen, sei es mit oder ohne russische Beteiligung.

Die großen Erfolge Baschar al-Assads und seiner Verbündeten in Aleppo, dem Barada-Tal, Qalamūn, dem Osten Ġūṭas sowie dem Umland von Damaskus, Ḥomṣ und Ḥamā, dem heutigen Erfolg in Darʿā und vielleicht bald in Idlib und dem restlichen Umland von Aleppo deuten darauf hin, dass die Lösung der Amerikaner nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Jedoch wird das nach dem Sieg in Idlib geschehen. Es scheint aber, dass sie dies vorbereiten. So wurden die Abkommen über Fūʿa und Zabadani vollständig implementiert und eine letzte Vereinbarung zwischen Russland und der Türkei bereits am 17.07.2018 verabschiedet. Diese Vereinbarung sieht vor, dass man die Bewohner der Städte Fūʿa und Kafriya, ebenso wie die Loyalisten des Regimes, die von den Revolutionären belagert werden, aus der Provinz Idlib evakuiert. Sollte dies passieren, würden die Revolutionäre das letzte Druckmittel verlieren. In diesem Fall könnte das Regime die Provinz problemlos angreifen und ihre Massaker begehen. Daher ist der einzige noch verbliebene problematische Ort für die politische Lösung der Amerikaner die Provinz Idlib und zum Teil das westliche Umland Aleppos, wo viele Revolutionäre versammelt sind. Die Türkei hat jedoch großen Einfluss auf die bewaffneten Fraktionen im Umland Aleppos, weshalb es wahrscheinlich ist, dass die Türkei die Gruppierungen unter Druck setzen wird, so, dass diese ihre schweren Waffen an das Regime übergeben und ihre Revolution beenden.

Obwohl beides gefährlich ist, wäre eine solche Entwicklung viel gefährlicher als die Angriffe des Regimes, Russlands und des Irans… Sobald die militärischen Mittel der Revolutionäre dahinschwinden, werden die USA mit der Umsetzung ihrer politischen Lösung für das Land beginnen… Es ist wahrscheinlich, dass sie Baschar al-Assad für eine gewisse Zeit „übergangsweise“ im Amt belassen werden. In dieser Phase werden sie sicherstellen, dass die Oppositionskräfte liquidiert werden. Schließlich werden sie Baschar al-Assad durch einen neuen Agenten ersetzen, der ihren Einfluss in Syrien weiterhin gewährleistet. Auch die Sicherheit des Zionistenstaates, der das gesegnete Land Palästina usurpiert hält, ist für sie von großer Wichtigkeit. Die Juden fordern einen loyalen Agenten wie Baschar al-Assad, der keinen einzigen Schuss auf das Zionistengebilde abfeuert. Netanyahu sagte Reportern gegenüber, als er Moskau am Donnerstag, dem 12.07.2018 verließ: Wir haben kein Problem mit dem Assad-Regime, weder mit dem Vater noch mit dem Sohn. Im Verlauf von vierzig Jahren fiel kein einziger Schuss von den Golanhöhen. Wir sind nicht gegen eine Festigung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assads, doch arbeiten wir daran, unsere Grenzen zu schützen.“ (Haaretz, 12.07.2018)

7) Die militärischen Mittel des syrischen Regimes sind schwach und unzureichend, um Syrien nach Umsetzung dieser politischen Lösung weiterhin kontrollieren zu können. Die Armee Baschar al-Assads ist zunehmend erschöpft. Auch die schier unerschöpfliche Menge an Waffen, die das Regime über verschiedene Wege von den Amerikanern erhält, sei es über Russland, den Iran oder andere Wege, ändern an dieser Tatsache nichts. Personalressourcen bleiben weiterhin das Hauptproblem des syrischen Regimes. Es ist zu erwarten, dass die politische Lösung der Amerikaner eine Kraft benötigt, die diesen Lösung zu schützen vermag. Möglicherweise werden die USA einen der beiden folgenden Wege einschlagen, wenn nicht sogar beide:

a) Sich weiterhin auf den Iran zu stützen, auf seine Partei und die anderen Milizen, bestehend aus Iranern, Afghanen, Pakistaner usw., was in Konsequenz ihre Ansiedlung und Einbürgerung erfordert. Einige Berichte deuten darauf hin, dass das syrische Regime schon jetzt an dessen Umsetzung arbeitet. Ein Experte sagte am 30.04.2018 der Deutschen Welle (DW) gegenüber, dass er die Zahl der Milizen in Syrien auf 45 schätzt, mit etwa 40.000 Mitgliedern. Weiterhin sagte er: Ich denke, dass diese Milizen in Syrien bleiben werden… Einige von ihnen wurden um Damaskus herum angesiedelt. So befinden sich schiitische Milizen in Saiyida Zeinab, einem Bezirk in Damaskus, und anderen Gegenden… Ich glaube, dass der Iran versucht, diese einzubürgern, wie es bei den Volksmobilmachungskräften (al-ḥašd aš-šaʿbī) der Fall ist, oder andere Wege einzuschlagen, um ihnen einen Verbleib in der Region zu ermöglichen.

Zwar zwingt das syrische Regime, die Einwohner in den erneut unter seine Kontrolle gebrachten Gebieten der Armee beizutreten, zweifelt jedoch an deren Loyalität. Dieser Umstand macht das Regime von Milizen abhängig, die während den Revolutionsjahren an seiner Seite gekämpft haben.

b) Auch könnte man sich auf regionale Mächte zur „Friedenssicherung“ stützen. So könnten ägyptische, saudische oder türkische Truppen zu diesem Zweck angefordert werden. Übrigens ist dieser Vorschlag nicht neu: Aljazeera.net berichtete am 04. April 2016: Die amerikanische Zeitschrift The National Interest wies auf den seit Jahren tobenden Krieg in Syrien hin und sagte, dass das Land Friedenstruppen benötige, ganz gleich, wie der Konflikt enden würde. An der Vorstellung der Amerikaner, dass eine Lösung in Syrien ausländische Truppen erforderlich mache, hat sich trotz der militärischen Erfolge Baschar al-Assads nichts geändert. Am 17.04.2018 berichtete https://www.aljazeera.net:

Das Wall Street Journal berichtete, dass die Trump-Regierung plane, amerikanische Streitkräfte in Syrien durch arabische zu ersetzen, um eine gewisse Stabilität im Nordosten des Landes nach dem Sieg über den IS aufrechtzuerhalten. Die Zeitung berichtete weiterhin, dass John Bolton, der Sicherheitsberater der USA, den ägyptischen Geheimdienstchef Abbas Kamil kontaktiert habe, um die diesbezügliche Position Kairos zu erfahren. Sie fügte hinzu, dass man auch mit den Golfstaaten in Verbindung trat, damit diese ebenfalls teilnehmen und dafür finanzielle Unterstützung erhalten. Regierungsbeamte rechnen damit, dass die arabischen Länder auf die Anfrage Trumps eingehen, insbesondere, wenn sie dafür finanzielle Unterstützung erhielten.

8) Auf diese beiden Möglichkeiten deuten die realen Ereignisse hin, die hinsichtlich der US-Politik stattgefunden haben und weiter stattfinden. Bei deren Analyse zeigt sich, dass der Fortbestand des Regimes und die Verhinderung seines Zusammenbruchs in erster Linie weder auf dessen Macht noch auf die Macht Amerikas und seiner Gefolgschaft - angefangen mit dem Iran über dessen Milizen bis hin zu Russland - zurückzuführen ist und ebensowenig auf die Macht der weiteren Agenten und Gefolgsleute Amerikas, der Türkei und Saudi-Arabiens. Auch wenn das alles einen Einfluss hatte. Vielmehr liegt der Hauptgrund im Verrat bzw. in der Täuschung und der Kollaboration durch viele Verbandskommandanten, weil sie den USA vertrauten und vergaßen, dass diese ein Feind des Islam und der Muslime in all ihren Handlungen sind. Hinzu kommt ihr Vertrauen in die Gefolgsleute und Agenten Amerikas: in die Türkei und Saudi-Arabien. Sie vergassen, wie Aleppo durch die Operation „Euphrat-Schild“ und den Abzug der dortigen Kämpfer aufgegeben wurde. Auch vergaßen sie, wie der Süden Idlibs durch die Operation „Olivenzweig“ für Russland und das Regime eine leichte Beute wurde.

Was Saudi-Arabien anlangt, so vergaßen die Revolutionäre, wie Saudi-Arabien sie darauf einstimmte, mit dem Despotenregime in Verhandlungen zu treten. Verhandlungen, die darauf angelegt waren, das Regime eher zu festigen als zu beseitigen. Und nun hat die Aussage des saudischen Kronprinzen das aufgedeckt, was zuvor verborgen schien: Baschar al-Assad wird bleiben. Noch viel schlimmer ist die Tatsache, dass Russland die Revolutionäre auf brutalste Weise bombardiert, diese jedoch weiterhin mit den Russen verhandeln und ihnen ihre schweren und mittelschweren Waffen bereitwillig übergeben! Es ist schmerzlich mit anzusehen, wie die bewaffneten Gruppen ihre Panzer und Waffen an Russland übergeben, und das in einem Zustand, der mehr einer Erniedrigung und Unterwerfung ähnelt. All dies ist die wahre Ursache für das, was geschehen ist. Viele Jahre schafften es die Revolutionäre, das Regime erfolgreich zu bekämpfen und Territorien einzunehmen. Doch in nur wenigen Tagen verloren sie Aleppo durch die verräterische Mithilfe der Türkei. Noch schneller verloren sie den Süden des Landes, und insbesondere Darʿā, durch die verräterische Mithilfe Saudi-Arabiens. In beiden Fällen besaßen sie Waffenlager, die mit Waffen, die sie vom Regime erbeutet hatten, gefüllt waren… Es ist traurig mit anzusehen, wie sie den Einsatz explosiver Fässer, zerstörerischer Raketen und tödlicher Waffen von Seiten des syrischen Regimes, Russlands und des Irans für viele Jahre überstehen, um dann die von ihnen kontrollierten Gebiete mit samt ihren schweren und mittelschweren Waffen durch Verrat und Kollaboration innerhalb weniger Tage kampflos aufzugeben!!! Sogar ihre Wohnstätten lassen sie als Vertriebene zurück!

Der aufmerksame Beobachter wird den Hauptgrund dafür darin erkennen können, dass die Gruppierungen den erklärten Feinden des Islam und der Muslime sowie ihren Vasallen und Gefolgsleuten Vertrauen schenkten. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob die Führer dieser Gruppen über den Verrat Bescheid wussten und sich absichtlich verkauft haben oder sie dies in Unwissenheit taten – in beiden Fällen ist diese Entwicklung äußerst schmerzlich. An dieser Stelle wird sich manch einer berechtigterweise fragen: Nachdem Hizb-ut-Tahrir dieses Niveau an politischem Bewusstsein, an Durchblick und Verständnis besitzt und den Lauf der Ereignisse so tiefgründig begreift, warum hat er die Verbände dann nicht gewarnt? Warum ist er ihnen nicht mit gutem Rat zur Seite gestanden, um zu verhindern, dass sie in diese Fallgrube hineingeraten, in die sie hineingeraten sind? Denen, die sich solche Fragen stellen, sei gesagt: Von der ständigen Ermahnung und Aufklärung dieser Gruppen mit klaren Belegen und stichfesten Argumenten haben wir uns krankgeredet. Im Versuch, diesen Gruppierungen die Realität vor Augen zu führen, haben wir uns regelrecht verausgabt. Von den ständigen Fußmärschen zu ihnen - weil ihre Gebiete nur schwer mit dem Auto zu erreichen waren - sind unsere Füße wund geworden. Wir besuchten sie so oft, dass einige von ihnen dachten, wir würden zu ihnen gehören! Hätte derjenige, der sich diese Frage stellt, unsere zahlreichen Verlautbarungen und Antworten auf Fragen aufmerksam verfolgt, würde er wissen, dass wir uns sehr viel Mühe gaben und stets bemüht waren, sogar mehr als unser Bestes zu tun. Leider hatten viele dieser Führer keine Furcht und keinen Skrupel. So antworteten sie uns, wenn wir sie vor dem schmutzigen Geld dieser verräterischen Regierungen warnten: „Woher sonst sollten wir Gelder bekommen? Hizb-ut-Tahrir gibt uns dieses Geld jedenfalls nicht.“

Auf diese Weise rechtfertigten sie sich dafür, dass sie sich finanziell von den kuffār und den Verrätern unterstützen ließen! Wenn wir sie warnten, dass sie sich dadurch selbst in Gefangenschaft dieser Mächte bringen würden, verneinten sie es! So ging verloren, was verloren ging, während sie in ihrer Verblendung umherirren. Wenn wir sie fragten, warum sie erniedrigt an die Türen der Verräter klopfen, um ein geringes Etwas an Waffen von diesen zu erhalten, wo sie doch vom Regime reichlich, ja im Überfluss, Waffen erbeutet hatten, antworteten sie uns nur: „Woher sonst sollen wir Waffen bekommen? Hizb-ut-Tahrir gibt uns diese Waffen nicht.“ Wenn wir sie warnten, dass sie sich durch die Waffenlieferungen an die Feinde verpfänden würden, entgegneten sie nur: „Wir nehmen diese Waffen von unseren Feinden und bekämpfen sie damit!“ Erst als es zu spät war, merkten sie, dass man ihnen die Waffen vorenthielt, obwohl sie diese dringend benötigten. Mehr noch, gaben sie die Waffen, die bereits in ihren Händen waren, durch die Kollaboration dieser Verräter auf. So haben wir sie ermahnt und ihnen einen guten Rat gegeben, doch lieben sie die Ermahner nicht! Beispielhaft lässt sich wiederholen, was wir zuvor in einer Verlautbarung vom 05.04.2018 erwähnten:

(…) Obwohl die Partei stets bemüht war, das Bewusstsein dieser Gruppierungen zu schärfen und sie über das, was vor sich geht, aufzuklären, rechtfertigten sie ihre Zusammenarbeit mit diesen Leuten, weil sie meinten, durch sie Unterstützung zu erhalten, die sie von der Partei nicht erhielten. Aus ihrer Sicht hätten wir sie „nur mit Ratschlägen unterstützt“ … Sie behaupteten, dass ihnen Ratschläge im Kampf nicht helfen könnten! Ihnen ist nicht klar, dass das Schwert in der Hand des Schwertkämpfers ein zweischneidiges ist: in der Hand des Wachsamen ist das Schwert nicht nur ein mächtiges Mittel, um den Feind zu bekämpfen, sondern auch ein Schutzschild, das den Schwertkämpfer vor allem Übel schützt… In der Hand des Betrogenen jedoch, der nach der Unterstützung von Verbrechern strebt, wird dieses Schwert zur Waffe gegen ihn selbst. Es wird ihn töten, lange bevor er seinen Feind damit zu töten vermag!

Wir richten unsere Worte an jene Gruppierungen, die unseren Rat und unsere Aufklärung ablehnten und behaupteten, dass dieser Rat in einer Kriegssituation nichts wert wäre; an jene Fraktionen, die nach der finanziellen und militärischen Unterstützung durch die Verräter unter den Muslimen streben, unter den Arabern, Türken und Persern. Einige von ihnen waren sogar bereit, das schmutzige Geld der Amerikaner und Russen anzunehmen, in dem Glauben, dass sie dieses Geld nicht vom Kampf um Syriens willen abhalten würde… All jenen sagen wir: Nun wurdet ihr Zeugen über die Früchte eurer Taten und Worte. Ihr seid ausgesiedelt und vertrieben worden - aus euren eigenen Häusern und fern eurer eigenen Kinder!

9) Zusammenfassend lässt sich sagen: Idlib ist das letzte Gebiet, welches noch unter Kontrolle der Revolutionäre steht. Es ist zu befürchten, dass Erdogan neben der Operation „Euphrat-Schild“ und „Olivenzweig“ noch weitere „Schilder“ und „Zweige“ in der Hinterhand hat, die zum Fall Idlibs führen, während er schweigend zuschaut, ohne auch nur einen Finger zu rühren. Wir möchten die Verbände daran erinnern, dass sie sich von Erdogans Manövern nicht täuschen lassen sollten. Keinesfalls dürfen sie das letzte unter ihrer Kontrolle stehende Gebiet, Idlib, an das Regime abtreten… Sie dürfen nicht vergessen, was ihnen in Aleppo widerfahren ist und sich stets an den folgenden Hadith des Gesandten Allahs (s) erinnern, den al-Buḫārī von Abū Huraira tradiert:

«لَا يُلْدَغُ الْمُؤْمِنُ مِنْ جُحْرٍ وَاحِدٍ مَرَّتَيْنِ»

Der Gläubige darf aus demselben Loch nicht zweimal gestochen werden.

Wie denn, wenn man immer und immer wieder gestochen wird?

﴿إِنَّ فِي ذَلِكَ لَذِكْرَى لِمَنْ كَانَ لَهُ قَلْبٌ أَوْ أَلْقَى السَّمْعَ وَهُوَ شَهِيدٌ

Darin ist wahrlich eine Ermahnung für denjenigen, der Verstand besitzt oder hinhört und Zeuge ist. (50:37)

Zuallerletzt bekräftigen wir erneut, was wir zuvor schon erwähnt haben: Die Umstände werden sich ändern. Die Umma wurde nicht nur von diesem, sondern von noch schlimmerem Leid heimgesucht. So zum Beispiel von den Kreuzrittern und Tataren. Doch immer wieder erwachte die Umma, erhob sich und riss den Feinden den Boden unter ihren Füßen weg, bis sie diese Welt erneut anführte… Es stimmt, dass die Gesetzgebung des Erhabenen zu dieser Zeit Anwendung fand und das Kalifat existierte, auch wenn es schwach war. Die Umma wurde von einem einzigen Führer geeint, um einen gemeinsamen Feind zu bekämpfen, die Wahrheit von der Falschheit trennend. Diese Umma besiegte ihren Feind und erhob sich erneut. Nun könnte man entgegnen, dass heute weder die Gesetzgebung des Erhabenen angewandt wird noch ein Kalifat oder ein Führer existiert, der die Muslime für den Kampf eint. Zwar ist dieser Einwand zutreffend, doch wird die Tätigkeit für die Wiedererrichtung des Kalifats mit der Erlaubnis des Erhabenen mit aller Kraft fortgesetzt. Auch ist das Kalifat zu einem Hauptwunsch der Muslime in ihren Ländern geworden, in Wort und Tat verleihen sie diesem Wunsch Ausdruck. So sind sie aufgebrochen, um die Tage des 26., 27. und 28. Raǧab 1342 n. H. umzukehren, jene schwarzen Tage, an denen die Ungläubigen sich gegen die Muslime verschworen und das Kalifat zu Fall brachten. Sie sind aufgebrochen, um diese schwarzen Tage zu beseitigen und sie durch die Wiedererrichtung des Kalifats von neuem erstrahlen zu lassen. Dies wird an einem Tag geschehen, den der Erhabene dafür bestimmt hat. Für Allah (t) ist dies wahrlich ein Leichtes. An jenem Tage werden die Missetäter, die Verräter und Verbrecher erkennen, welch bitteres Ende sie finden werden… Die Muslime sollten nicht an der Barmherzigkeit Allahs (t) zweifeln, aš-Šām wird aš-Šām bleiben, die Kernstätte des Islam: Nuʿaim ibn Ḥammād berichtet im Buch „al-Fitan“ von Kaṯīr bin Murra, der sagte: Es sprach der Gesandte Allahs (s):

«عُقْرُ دَارِ الْإِسْلَامِ بِالشَّامِ»

Die Kernstätte des Islam ist aš-Šām.

Hizb-ut-Tahrir ist sich gewiss, dass der Sieg Allahs (t) nicht nur den Propheten und Gesandten zuteil wird, sondern auch den Gläubigen und Wahrhaftigen. Sie werden wahrlich nicht nur im Jenseits, sondern auch im Diesseits die Siegreichen sein.

﴿إِنَّا لَنَنْصُرُ رُسُلَنَا وَالَّذِينَ آمَنُوا فِي الْحَيَاةِ الدُّنْيَا وَيَوْمَ يَقُومُ الْأَشْهَادُ

Wahrlich, Wir helfen Unseren Gesandten und denjenigen, die glauben, im diesseitigen Leben und am Tag, da die Zeugen auftreten. (40:51)

An jenem Tage werden sich die Gläubigen über den Sieg Allahs (t) freuen. Die Missetäter aber wird im Diesseits Erniedrigung und im Jenseits eine strenge Strafe treffen. Allah (t) ist wahrlich der gerechte Vergelter, der Gewaltige, der Erhabene und Weise.

16. Ḏū l-Qiʿda 1439 n. H.

29.07.2018 n. Chr.