KOMMENTAR

- 07.12.2018

Selbstverletzung: ein weiterer Nagel im Sarg der säkularen Ideologie

 

Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht der „Children’s Society“ hat sich ein Fünftel der Mädchen im Alter von 14 Jahren selbstverletzt. Betrachtet man nur jene Kinder, die sich sowohl zu beiden Geschlechtern, als auch nur zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen, steigt die Zahl auf fast die Hälfte aller Kinder an. Erst kürzlich veröffentlichte der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) Zahlen, laut denen sich die Anzahl der unter 18-jährigen Mädchen, die wegen Selbstverletzung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, zwischen 1997 und 2017 fast verdoppelt habe. Im Bericht der „Children’s Society“ hieß es, dass meist Probleme oder innere Konflikte wegen des eigenen Aussehens, Geschlechterstereotypen und der eigenen Sexualität für ein solches Verhalten ursächlich waren. Das Ministerium für Gesundheit reagierte darauf, indem es ankündigte, weitere 300 Millionen Pfund in psychologischen Beistand an Schulen investieren zu wollen.

Es ist äußerst traurig mit anzusehen, dass dermaßen viele Kinder unglücklich und nicht imstande sind, mit ihren Problemen fertig zu werden, dass sie letztlich dazu getrieben werden, sich selbst zu verletzen. Leider ist es wenig überraschend, dass Kinder auf die Erwartungen der säkular-liberalen Gesellschaft mit Verzweiflungstaten reagieren.

Mädchen sind schon seit geraumer Zeit ihres äußerlichen Erscheinungsbildes wegen verunsichert. Dies beruht auf gesellschaftlichem Druck, was kaum verwunderlich ist in Anbetracht der Tatsache, dass alles, von Hygieneartikeln bis hin zu Autos, hierzulande mit dem weiblichen Geschlecht beworben wird.

Sowohl Jungen als auch Mädchen geraten unter zusätzlichen Druck, da sie sich stets der rapiden gesellschaftlichen Entwicklung anzupassen haben. So werden Tabus in Bezug auf die Sexualität, die seit langer Zeit als unumstößlich galten, in kürzester Zeit gebrochen und rasch aufgehoben. Eine solche Entwicklung zu fördern ist für kapitalistische Gesellschaften notwendig, um ihre säkular-liberale Politik vorantreiben zu können.

Die ganze Gesellschaft, seien es Kinder oder Erwachsene, wird von liberalen Säkularisten gezwungen, ein Leben gemäß der katastrophalen Gesellschaftsvision des Liberalismus zu leben: Dinge die über Jahrtausende hinweg gewiss waren, werden in kürzester Zeit zunichte gemacht. Dies in Bezug auf die Natur von Männern und Frauen, die Beziehung zwischen den Geschlechtern, Erwartungshaltungen, Lebensziele und theistische Überzeugungen.

Ein dermaßen gravierender Anstieg von Selbstverletzungen und psychischen Erkrankungen kann nicht wie ein normales psychologisches oder medizinisches Problem behandelt werden. Vielmehr muss die Ursache dieses Anstiegs auf konzeptioneller Ebene angegangen werden. Tatsächlich liegen all dem die vom Liberalismus beworbenen Werte und Ziele zugrunde. Diese sind in ihrem Ursprung unrealistisch und äußerst menschenunwürdig. Daher müssen in erster Linie diese Ziele und Werte angegangen werden, so, dass die Doppelmoral des Liberalismus endlich ein Ende hat.

Der Islam bietet den Menschen in allen Bereichen des gesellschaftlichen und individuellen Lebens eine klare Vorstellung, mittels derer die Zufriedenheit des Individuums auf gesunde Weise gesichert, und der gesellschaftliche Zusammenhalt gefördert wird. Die Rolle von Männern und Frauen ergibt sich aus einer Reihe von gottgegebenen Rechten und Pflichten, wobei das übergeordnete Ziel aller Menschen - unabhängig von ihrem Geschlecht - darin besteht, nach dem Wohlgefallen Allahs (t) zu streben. Männer und Frauen werden in einer islamischen Gesellschaft für ihre Rechtschaffenheit und ihren Charakter geschätzt, nicht aber wegen Materiellem oder ihren Äußerlichkeiten. Dadurch bleiben unrealistische Erwartungen in Hinblick auf die eigene Schönheit und ein gewisses Körperbild aus.

Darüber hinaus kommt dem familiären Zusammenhalt im Islam eine besondere Stellung zu. In säkular-liberalen Gesellschaften beschränkt sich die Familie meist auf einen kleinen Kreis, wobei tendenziell zu erkennen ist, dass die Menschen zunehmend alleine leben. In Zeiten der Not haben die Menschen aufgrund dieser Umstände niemanden, der bereit ist, sich um sie zu kümmern oder für sie da zu sein.

Der Liberalismus bringt nichts als Chaos in das Leben der Menschen. Selbst das verletzlichste Gut der Gesellschaft ist vor dieser Entwicklung nicht sicher. Kein Geld der Welt, und sei die Summe auch noch so hoch, ist imstande, an dieser Entwicklung etwas zu ändern. Dafür muss die Ursache dieses Problems zunächst auf konzeptioneller Ebene behoben werden.