KOMMENTAR

- 02.01.2019

Fünf Dinge, die Pakistan unverzüglich tun könnte

 

1) Der Einflussnahme der Amerikaner auf das Land ein Ende setzen

Pakistan hat sich seit Beginn des Krieges gegen den Terror zu einem Spielball der Vereinigten Staaten entwickelt. Der Krieg in Afghanistan hält seit nun mehr als einer Dekade an. Pakistan befolgt in Hinblick auf diesen Krieg die amerikanische Politik und lässt damit einen Krieg im eigenen Territorium zu. Das Vorgehen der pakistanischen Armee in Wasiristan und den pakistanischen Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (FATA) ereignete sich auf Drängen Amerikas. Dieses Vorgehen hat wenig mit der „inneren Sicherheit“ des Landes zu tun. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Stellvertreterkrieg im Namen der Vereinigten Staaten.

Kürzlich hielt Colonel Joseph Emmanuel Hall trotz roter Ampel nicht an und tötete dabei einen Motorradfahrer in Islamabad. Dieser Vorfall macht deutlich, dass die Amerikaner auf pakistanischen Boden straffrei agieren können. Obwohl Hall unter Einfluss von Alkohol einen Rotlichtverstoß beging, wurde der Colonel nicht festgenommen. Stattdessen machte Hall von seiner diplomatischen Immunität gebrauch. Das Leben eines Pakistaners scheint wertlos zu sein, wenn ein Amerikaner dieses auslöscht, was schon im Fall von Raymond Davis ersichtlich wurde.

2) Sich von der demokratischen Farce befreien

Wie in allen anderen muslimischen Ländern wird die Demokratie auch in Pakistan als Heilmittel für alles dargestellt. Der Zirkus, der in diesem Jahr den Wahlen vorausging, zeigt jedoch, dass die Demokratie fehlerbehaftet und nicht imstande ist, Probleme tatsächlich zu lösen. Der Premierminister Pakistans sitzt wegen erneuter Korruptionsskandale hinter Gittern. Seine Frau wurde – obwohl sie im Vereinigten Königreich hospitalisiert wird – zu einem Mitglied der Nationalversammlung gewählt. Die Opposition stellt einen dynastie-ähnlichen Klan nach Art der Pakistanischen Volkspartei dar, die ihrerseits von Korruption durchdrungen ist. Die in die Pakistanische Bewegung für Gerechtigkeit (PTI) gesetzten Hoffnungen wurden ebenfalls erschüttert, als sich nun zeigte, dass sie dieselben Probleme hat wie alle anderen Parteien. Drei Personen, die nun ausgewählt wurden der PTI beizutreten, wurden beim Handel mit Wählerstimmen bei den Senatswahlen erwischt.

3) Die Kontrolle über die eigene Wirtschaft selbst in die Hand nehmen

Die derzeitige Auslandsverschuldung Pakistans beträgt 90 Milliarden USD. Diese Zahl steigt von Jahr zu Jahr an. Seit Jahrzehnten existiert kein klarer Plan dafür, wie diese Schulden getilgt werden sollen, oder auf welche Weise sich Pakistan in Hinblick auf Industrie und Wohlstandsgenerierung unabhängig machen könnte. Die Wirtschaft wird durch Korruptionsfälle in egoistischen Projekten zunehmend negativ beeinträchtigt. Dies zeigt sich beispielsweise am Hafen von Gwadar, der einzig dem Zweck dient, die Interessen Chinas zu erfüllen. Der Durchschnittsbürger hat Schwierigkeiten über die Runden zu kommen, während die Regierung weitere Autobahnen und Häfen bauen will, um die geopolitischen Ambitionen anderer Nationen zu erfüllen. Kapitalismus, Nepotismus und inkompetente Regierungsführung haben die Wirtschaft Pakistans nahezu vollständig zerstört. In Hinblick auf verzinste Schulden, die teilweise bereits mehr als zwei Mal abbezahlt wurden, ist ein sofortiges Eingreifen dringend erforderlich. Nepotistische Politiker, die nur ihrer Rückvergütung wegen ihr Amt bekleiden, müssen sofort aus allen Ämtern entfernt werden. Ersetzt man ferner das kapitalistische Wirtschaftssystem Pakistans durch das islamische Wirtschaftssystem, würde sich Pakistan zumindest ansatzweise in Richtung einer wirtschaftlich unabhängigen Nation entwickeln.

4) Stabilität im Inneren schaffen

Die Pakistaner glauben, dass das Stattfinden einer Partie Cricket in Pakistan ein erstes Anzeichen dafür ist, dass sich Pakistan zum Besseren hin entwickelt. In Pakistan herrscht wegen des jahrelangen Krieges der Amerikaner gegen den Islam eine Atmosphäre des Misstrauens und der inneren Konflikte.

5) Eine klarere Haltung gegenüber den Angelegenheiten der Muslime einnehmen

Pakistan ist eine Atommacht und sollte allein schon der Tatsache wegen, dass es über ein gewaltiges Heer verfügt, eine führende Stimme der Muslime weltweit sein und sich der Angelegenheiten der Muslime annehmen. Pakistan sollte nicht dazu verdonnert werden bei Treffen in Saudi-Arabien die zweite Geige spielen zu müssen. Pakistan muss sich dieser Aufgabe annehmen und jene Position einnehmen, die für das Land vorgesehen ist. Es muss sich im Kampf gegen die Unterdrückung der Muslime weltweit einsetzen und sollte sich in Hinblick darauf nicht auf die eigene Region beschränken.

Von Kaschmir, über Burma bis hin zu den Vorfällen in Palästina: Pakistan hat gegen all die Schrecklichkeiten, die den Muslimen überall auf der Welt widerfahren, nichts unternommen. Es hat sich nicht ein einziges Mal dafür eingesetzt, dem Töten der Muslime ein Ende zu setzen. Dies sollte einen nicht zu dem Trugschluss führen, dass Pakistan an sich schwach wäre. Vielmehr ist es die Regierungsführung des Landes, welche schwach ist. Immer wieder wurde das pakistanische Establishment als Verbündeter des Westens entlarvt und war nie gewillt, wichtige Probleme aufgrund des Drucks von außen zu lösen. Dies wird sich fortsetzen, wenn die aktuellen Machtstrukturen und Systeme in Pakistan erhalten bleiben. Nur das Kalifat kann Pakistan zur Unabhängigkeit und jenem politischen Willen verhelfen, den es benötigt, um den Verpflichtungen eines muslimischen Staates nachzukommen.