KONZEPTION

- 14.06.2019

5 Wege, die Stimmung des Monats Ramaḍān aufrecht zu erhalten

Die Zeit nach dem Ramaḍān ist für die Muslime im Westen sehr schwierig. Die Moscheen sind nicht mehr so voll und die Erwähnungen von Allah (t) und Seinem Gesandten (s) sind nicht mehr allgegenwärtig. Dennoch müssen wir den Impuls, welchen wir im Ramadan erhalten haben, aufrechterhalten, um Allah (t) weiter zu dienen.

Es gibt fünf Punkte, welche wir in unserem Leben umsetzen können, damit der nächste Ramaḍān erfolgreich wird, in šāʾallāh.

 

Am Qurʾān festhalten

Der Qurʾān ist ein erstaunliches Buch. Viele Muslime haben erfolgreich den kompletten Qurʾān im Ramaḍān rezitiert, während andere, welche den Qurʾān nicht lesen können, so viel gelesen haben, wie sie nur konnten. Der Qurʾān gibt dem Herzen und dem Verstand nicht nur Ruhe, sondern ist zugleich auch ein Wegweiser für unser Leben. Die epischen Geschichten der Propheten (as) und ihre Wege voller Anstrengung sind eine Lehre für uns Muslime heutzutage. Der Rat von Allah (t), indem er die Menschheit vor den Auswirkungen des Ungehorsams warnt, sollten jedes Mal, wenn wir den Qurʾān rezitieren, eine Ermahnung für uns sein. Gewiss wird unser Leben gewissenlos und leer sein, wenn wir nicht am Qurʾān festhalten und ihn nicht in unseren Häusern aufschlagen. Deshalb sollte der Qurʾān ein aktiver Wegbegleiter unseres Lebens werden. Er sollte nicht erst nächstes Jahr wieder aufgeschlagen werden, vielmehr sollten wir ihn regelmäßig in unseren Häusern lesen. Wir sollten Zeit und Mühe investieren, um zu verstehen, was Allah (t) uns sagen möchte, um die Lehre dessen in unserem Leben zu implementieren.

Allah (t) sagt:

﴿أَفَلَا يَتَدَبَّرُونَ الْقُرْآنَ أَمْ عَلَىٰ قُلُوبٍ أَقْفَالُهَا

Denken sie denn nicht sorgfältig über den Qur'an nach? Oder sind an (diesen) Herzen deren Verriegelungen (angebracht)? (47:24)

 

Reflektiert über eure Reden und Handeln

Der Ramaḍān hat eine Zeit mit sich gebracht, in der man über sein Reden reflektiert und über seine Taten nachgedacht hat. Ebenfalls hat er uns dazu gebracht, dass wir unsere Lippen und unsere Zunge kontrolliert haben. Wir haben uns bewusst mit Taten beschäftigt, die Allah (t) zufriedengestellt haben. Verleumdungen, Ausdrücke und Lügen wurden bewusst unterbunden, da man sich dessen bewusst war, dass man fastet und all diese Taten während des Fastens unangebracht sind. Unsere Augen und unsere Ohren wurden kontrolliert, da wir wussten, dass dieser Monat es uns nicht erlaubt, dass wir Sachen aus dieser Gesellschaft hören oder sehen, welche schlecht für uns ist. Diese Herangehensweise und Reflektion muss jeden Tag passieren, sodass Allah (t) mit unserem Benehmen zufrieden sein kann. Disziplin ist hierbei sehr wichtig, um uns konstant daran zu erinnern, wie wir miteinander in dieser Gesellschaft reden und uns verhalten.

So sprach der Gesandte Allahs (s):

«مَنْ يَتَكَفَّلُ لِي مَا بَيْنَ لَحْيَيْهِ وَمَا بَيْنَ رِجْلَيْهِ أَتَكَفَّلُ لَهُ بِالْجَنَّةِ»

Wer auch immer mir für das bürgt, was zwischen seinen Lippen und seinen Beinen ist, dem werde ich das Paradies garantieren. (Bukhari)

 

Das Gebet aufrechterhalten

Das Gebet ist unser Rettungsseil und stellt unsere Beziehung zu Allah (t) dar. Es ist wie ein offener Kommunikationskanal zu Allah (t) für unsere Freude, Trauer und Sorgen. Muslime auf der ganzen Welt haben gebetet und waren fleißig bei ihren Pflichtgebeten und darüber hinaus waren sie beim tarāwīḥ, damit Allah (t) mit uns barmherzig ist. Das Gebet sollte Teil unseres Lebens werden, wie auch unsere Arme und Beine ein Teil von uns sind. Muslime, welche Unterstützung in allen Bereichen ihres Lebens ersuchen, sollten sich nicht nur strikt an ihre Pflichtgebete halten, sondern darüber hinaus auch freiwillige Gebet verrichten. Das Gebet auch über den Ramadan hinaus aufrecht zu erhalten ist ein Erfolg in der dunyā und in der ʾāḫira.

﴿إِنَّ الَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ وَأَقَامُوا الصَّلَاةَ وَآتَوُا الزَّكَاةَ لَهُمْ أَجْرُهُمْ عِندَ رَبِّهِمْ وَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

Gewiss, diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein. (2:277)

 

Die Einheit der Umma wertschätzen

Die Moschee zu besuchen und mit einer großen Gemeinschaft zu beten ist immer eines der Höhepunkte im Ramaḍān. Es ist mittlerweile üblich geworden, dass man neben Muslimen aus aller Welt betet, da unsere Moscheen immer facettenreicher werden. Dies sollte uns immer wieder aufzeigen, dass die Umma eine einzigartige Bindung hat. Hautfarbe, verschiedene Sprachen und Ursprungsländer können unsere Bindung, die uns Allah (t) und sein Prophet (s) gegeben haben, nicht auflösen. Die von den Kolonialisten gezeichneten Grenzen in der muslimischen Welt können unsere Liebe zueinander nicht brechen, ungeachtet dessen, dass wir aufgrund unserer verschiedenen Nationalitäten abgestempelt werden. Der Islam ist und wird auch immer unsere Identität bleiben. Wir müssen unsere Bindung zueinander immer schätzen, sodass diese Bindung für immer bestehen bleibt, bis die politische Einheit der Muslime durch die korrekte Implementierung des Kalifats wiederhergestellt wird.

 

Hoffnung und Sieg

Frühere muslimische Generationen haben großen Segen und große Siege im Ramaḍān erhalten. Unter der Führung des Propheten (s) haben die Muslime den führenden Stamm, Quraiš, bei der Schlacht von Badr besiegt, obwohl die Armee der Muslime kleiner und schlechter ausgestattet war und die Armee der Quraiš dreimal so groß war, wie die der Muslime. Ebenfalls hat die Eröffnung von Makka im Ramaḍān stattgefunden, was dazu führte, dass die Quraiš unter Islamischer Autorität waren und somit ihre Tyrannei gegenüber anderen ein Ende hatte und der Islam sich rasend schnell verbreiten konnte.

In den Jahrhunderten islamischer Herrschaft nach der Ära des Propheten (s) hat das Kalifat große Siege während des Monats Ramaḍān errungen, obwohl sie auf starke Feinde trafen. Die Muslime haben die Kreuzritter aus aš-Šām vertrieben, sie haben über die Tartaren in ʿAin Ǧālūt gesiegt, obwohl die Tartaren zuvor sehr großen Schaden bei den Muslimen angerichtet hatten.

Die muslimische Welt ist heute zerfetzt, dazu gehören unter anderem Syrien, Irak, Myanmar, Kaschmir und Palästina. In jedem Land der Muslime regieren korrupte Herrscher, welche es ablehnen, den Islam zu implementieren, vielmehr folgen sie ihren Herren in London und Washington.

Wir müssen uns stets an die Siegesgeschichten erinnern, die wir jeden Tag im Ramadan lesen, und wissen, dass der Sieg von Allah (t) nah ist.

﴿وَلَا تَهِنُوا وَلَا تَحْزَنُوا وَأَنتُمُ الْأَعْلَوْنَ إِن كُنتُم مُّؤْمِنِينَ

Und werdet nicht schwach noch seid traurig, wo ihr doch die Oberhand haben werdet, wenn ihr gläubig seid. (3:139)