KALIFAT

- 22.02.2014

Gäbe es ein Kalifat, wären die Muslime in Europa heute in einer anderen Situation

Die Schweizer Abstimmung über ein Bauverbot von Minaretten hat wieder einmal deutlich vor Augen geführt, wie sehr die Gründung eines Kalifats in der islamischen Welt auch für uns im Westen lebenden Muslime vonnöten ist.

Gäbe es nämlich ein Kalifat, das sich für die Interessen der Muslime weltweit einsetzt, hätte die Diskussion über den Islam in Europa sicherlich einen anderen Verlauf genommen und es wäre wahrscheinlich gar nicht erst zu so einer Abstimmung gekommen, wie wir sie in der Schweiz erlebt haben.

So haben wir gesehen, wie ein einziger arabischer Staat, in diesem Falle Libyen, es durch wirtschaftlichen und politischen Druck vermocht hat, gerade der Schweiz seinen Willen aufzuzwingen und Hannibal Gaddafi freizupressen, obwohl dieser eine klare Straftat begangen hatte. Wenn westliche Staaten bereit sind aus wirtschaftlichem Interesse sogar Straftaten nicht mehr zu ahnden, würden sie dann nicht eher bereit sein, den Muslimen ihre anerkannten Rechte zuzugestehen, wenn der entsprechende Druck eines islamischen Staates vorhanden wäre? Würden sie den Islam und die Muslime nicht mit viel mehr Respekt und Hochachtung behandeln, wenn sie wüssten, dass hinter ihnen ein Staat steht, der die Situation der Muslime in Europa genau beobachtet und jede Verletzung ihrer Rechte, jede Unterdrückung ihrer freien Glaubensausübung mit strengen Maßnahmen ahndet. Gibt es dafür nicht genügend Beispiele aus der Geschichte? Hat nicht der abbasidische Kalif Al-Mutasim eine ganze Armee in Gang gesetzt, als er erfuhr, dass man einer muslimischen Frau im damals byzantinischen Ankara das Kopftuch von den Haaren Riss? Seit dieser Zeit ist Ankara eine muslimische Stadt. In der Zeit des osmanischen Kalifats war die Macht des islamischen Staates so groß, dass er sogar zwischen verfeindeten europäischen Herrscherfamilien schlichtete und nur leichten politischen Druck ausüben musste, um sein Schlichtungsurteil durchzusetzen. Sogar in der Spätzeit des osmanischen Kalifats, kurz vor seinem Fall, war sein politischer Einfluss noch so groß, dass die britische Regierung von sich aus die Veröffentlichung eines Textes streng untersagte, in dem der Islam und sein Prophet verunglimpft wurde, ohne dass der islamische Staat eingreifen musste.

Die Schweizer Abstimmung über ein Minarett-Bauverbot hat die korrupten, blasphemischen Regime in der islamischen Welt erneut bloßgestellt. So setzen sie zwar für die Verbrechen der Sprösslinge ihrer Staatschefs alle Hebel in Bewegung, sind aber nicht bereit, für den Islam und die Muslime auch nur einen Finger zu rühren. Diese Regime haben ausgedient. Jedem Muslim muss inzwischen klar geworden sein, dass sie beseitigt werden müssen. Es liegt an jedem einzelnen von uns, diese Einsicht in die Tat umzusetzen und sich mit jenen zusammenzuschließen, die sich aufrichtig und unermüdlich für die Wiedererrichtung des rechtgeleiteten Kalifats einsetzen.