KOMMENTAR

- 27.12.2019

Die Sahara und der Biowasserstoff

Der Vorsitzende der FDP Christian Lindner sagte, dass er in der Großproduktion von „grünem Wasserstoff“ in Nordafrika und Südeuropa einen Weg sehe, um Deutschlands Bedarf an sauberer Energie zu decken.

In einem Positionspapier der Partei, das Lindner in Berlin vorstellte, sagt er, „Wasserstoff aus der Wüste“ könne Erdöl als wichtigsten Primärenergieträger ablösen.

„Wir sollten das Thema europäisch andenken. Und vielleicht können wir sogar eine Brücke spannen nach Nordafrika“, sagte Lindner und ergänzte: „Denken wir doch mal groß, denken wir doch mal über die deutschen Grenzen hinweg.“

Der FDP-Vorsitzende forderte, über die KfW-Bankengruppe und die Europäische Investitionsbank ab 2021 jährlich 500 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, um Anreize für private Investitionen in die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff in Südeuropa und in Nordafrika zu schaffen. Dieser sei heute schon wettbewerbsfähig. Um die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland in Gang zu bringen, müsse die Bundesregierung Wasserstoff genauso fördern wie elektrische Antriebe in der Automobilwirtschaft.

Kommentar:

Aus der wissenschaftlichen Warte betrachtet, wird durch spezielle Bakterien- und Algenarten und mittels bestimmter Enzyme Biowasserstoff erzeugt. Mit einigen gentechnischen Veränderungen ist es den Wissenschaftlern möglich geworden, die Produktivität der Bakterien zur Wasserstoffherstellung, zu erhöhen.

Daneben wurde die Fähigkeit eines speziellen Bakteriums, nämlich das Caldicellulosiruptor saccharolyticus, zur Wasserstofferzeugung entdeckt. Und diese Bakterienform findet sich in Regionen, in denen besonders hohe Temperaturen herrschen.

Und hier kommt die Rolle der Sahara und die Nutzung der hohen Temperaturen zur Wasserstoffherstellung zum Tragen.

Für den deutschen Politiker ist die kostengünstige Herstellung dieser Art von Brennstoff in Kombination mit der Nähe der Sahara zu Europa ein Investitions-Anreiz, und zwar vor allem zum Interesse des eigenen Landes.

Bezeichnend ist, dass es diesen Politiker nicht zu kümmern scheint, ob die Länder, in denen diese Brennstoffform erzeugt werden kann, wie etwa Marokko oder Algerien, ihm dies erlauben oder nicht bzw. ob diese Länder selbst einen Nutzen davon hätten oder nicht. Denn die Herrscher in unseren Ländern gehören nicht der Kategorie von Regenten an, die einen eigenen Willen haben und um Erlaubnis gefragt werden müssen, sondern sind Regenten, die sich als Knechte im Dienste westlicher Staaten verdingen.

Die Großkonzerne werden hineilen und die Luft und den Wüstensand als ihr Monopol beanspruchen, so wie sie es bereits mit dem Erdöl und anderen Rohstoffen getan hatten. Die Völker selbst werden weiterhin ihr Dasein in Not und Armut fristen, obwohl sie auf dem goldenen Sand sitzen und von ihm umgeben sind. Doch darüber verfügen können sie nicht!

Dieser Status Quo wird sich nicht ändern, solange die Umma ohne ideologischen Staat bleibt, der ihre Angelegenheiten auf beste Art betreut, sodass sie ihre eigenen Reichtümer nutzen und genießen kann, bevor andere es tun. Und wer, außer dem Rechtgeleiteten Kalifat nach dem Plane des Prophetentums, wäre in der Lage, das zu bewerkstelligen?