KOMMENTAR

- 15.09.2020

Erdogans Besuch am Grabmal Mustafa Kemals

 

Nachricht:

Am 23.07.2020 besuchte Erdogan als Kopf des Obersten Militärrates das Grabmal Mustafa Kemals und notierte ins Kondolenzbuch des türkischen Führers: „Geehrter Atatürk! Wir als Mitglieder dieses Rates stehen vor Deinem Grabmal anlässlich der Sitzung des Obersten Militärrates für das Jahr 2020, wo wir die Arbeit zur Verwirklichung der Ziele fortsetzen, die wir für die türkische Republik im Jahr 2023 erstreben und die Du festgelegt und uns aufgetragen hast.“ Beendet wurde die Besuchszeremonie mit einer Schweigeminute, nachdem Erdogan einen Kranz in den Farben der türkischen Flagge am Grabmal Atatürks niedergelegt hatte.

 

Kommentar:

Noch immer singen die Menschen, die von Erdogan geblendet sind, Lobeshymnen auf die angeblichen Leistungen Erdogans und noch immer wird Erdogan von den Medien beklatscht. Erdogan selbst wird nicht müde, diese Lügen zu wiederholen, und zwar so lange, bis er sie selbst glaubt und auch die Einfältigen unter den Muslimen sie glauben.

Während der Zeremonie sagte er zudem: „Die historischen Leistungen, die wir an verschiedenen Fronten realisieren konnten, angefangen in Syrien und Libyen, über das östliche Mittelmeer bis hin zur Terrorismusbekämpfung, demonstrieren deutlich die Stärke unseres Landes und das Potenzial unserer Armee.“ Von welcher Stärke redet er? Ist es die Stärke, mit der er das Regime seines Vasallen-Partners Bashar al-Assad in Syrien festigte oder ist es die Intervention in Libyen zur Verwirklichung der Interessen Amerikas?!

Hier müssen folgende Fragen gestellt werden, damit einige Menschen aus ihrer Naivität erwachen und das wahre Gesicht dieses Mannes erkennen:

 

- War es nicht der Verbrecher Mustafa Kemal, der das Kalifat zerstörte, die Kalifen schmähte, sie hinausjagte und demütigte?

 

- War es nicht der Verbrecher Mustafa Kemal selbst, der alle religiösen Symbole in der Türkei entfernen und verbieten ließ, angefangen beim Gebetsruf und dem Tragen des Kopftuches bis hin zum Erlernen der arabischen Sprache?

 

- Hat er damals nicht persönlich dem Westen, also den Großmächten, Tür und Tor geöffnet, damit sie den Körper des Staates in Stücke reißen, nachdem sie sich gegen den osmanischen Staat verschworen haben und ihn zu Fall brachten?

 

- War nicht er es, der die Säulen des Säkularismus fest verankert und den türkischen Staat basierend auf der Ideologie der Trennung der Religion vom Staat, ja sogar von allen Bereichen des Lebens, gegründet hat?

 

- Ist es nicht er, der von jedem Muslim Tag und Nacht für die Schmähung des Glaubens verflucht wird und für die Beleidigung des ehrenwerten Gesandten (s) und seiner lauteren Nachfolger?

 

So viel zu den Lobgesängen Erdogans auf den Jahrhundertverbrecher und dessen Zusicherung, den Fußspuren Atatürks zu folgen. Einige werden einwenden und sagen, dass dies nur Taktik und politisches Geschick sei. Allerdings: Nirgendwo lässt sich im Buche Allahs eine Stelle finden, wo derjenige, der nicht nach dem regiert, was Allah herabgesandt hat, als „kluger Taktiker“ bezeichnet wird. So jemand wird im Koran ausschließlich als kāfir, d. h. als Ungläubiger, als fāsiq, d. h. als Sündhafter, oder als zālim, d. h. als Ungerechter bzw. Unterdrücker beschrieben. Nur diese drei Beschreibungen existieren. An keiner Stelle wird derjenige, der nicht nach dem regiert, was Allah herabgesandt hat, gelobt oder als „gewiefter Politiker“ bezeichnet.

Und wie sieht es eigentlich mit Erdogans Streitmacht, der türkischen Armee aus?

Was hat sie – bzw. er mit seiner Streitmacht - für die Befreiung der muslimischen Rohingya in Myanmar und die Beendigung ihrer Massakrierung getan?

Was hat er mit seiner Streitmacht oder seinen politischen und diplomatischen Möglichkeiten für das Ende des Leids und der Demütigung der muslimischen Uiguren in Ostturkestan getan?

Was hat er für die Befreiung der al-Aqsa-Moschee und der Vertreibung der Zionisten aus dem gesegneten Land getan?

Was hat er eigentlich für seine muslimischen Nachbarn in Syrien getan, die schlimmstes Leid vom Schlächter Bashar al-Assad ertragen müssen?

Was hat er für die Muslime im Irak oder im Jemen getan?

Diese Aufzählungen könnte man beliebig fortsetzen…

Naivlinge könnten hier einwenden: Verlangst du von ihm etwa, dass er der ganzen Welt den Kampf ansagt? Diese Fragestellung ist jedoch falsch. Denn er würde nicht alleine das Unrecht bekämpfen, wäre er nur Allah und der Umma gegenüber loyal und würde er sich der Ideen des Säkularismus und des Nationalismus entledigen, die Sache Allahs unterstützen und den unterdrückten Muslimen beistehen. Vielmehr würde die gesamte Umma hinter ihm stehen und mit ihm kämpfen und niemand könnte sich der Macht der Umma in den Weg stellen, weder im Westen noch im Osten.

Doch diese Ehre wird nur jenem zuteil, der von Allah auserwählt und auserkoren wurde, um ein Unterstützer und Helfer Seiner Sache zu sein, wie Saʿd ibn Muʿāḏ es war, dessen Tod den Thron Allahs, des Barmherzigen, erbeben ließ.

Erdogan ist nicht mehr als ein Papiertiger. Er erinnert uns an Gamal Abdel-Nasser, den Götzen der arabischen Nationalisten, der längst untergegangen ist. Auch Erdogan wird untergehen. Nur sollte er darauf achten, was er Allah dereinst vorweisen wird, wenn er schon über solche Stärke und Macht verfügt, mit denen er sich brüstet.

(Y. S.)