KOMMENTAR

- 06.02.2021

Die Europäische Union schränkt die Ausfuhr von Corona-Impfstoff ein

 

Nachricht:

Die Europäische Union hat eine Ausfuhrgenehmigungspflicht für Covid-19-Vakzine verhängt und will Umfang und Lieferung exportierter Impfstoffe an Drittstaaten überwachen. Das sagte der für Außenhandel zuständige Kommissionsvize Valdis Dombrovskis in Brüssel.

 

Kommentar:

Seitdem die Produktion des Corona-Impfstoffs gestartet ist, herrscht ein regelrechter Impfstoff-Krieg zwischen den Staaten der Welt um die Beschaffung ausreichender Impfstoff-Mengen für ihre Bürger, ganz nach der Devise: „Die Bürger meines Landes zuerst“. Diese widerwärtige, egoistische Sichtweise ist für das kapitalistische System charakteristisch, das heute die ganze Welt dominiert und sie von einem Abgrund in den anderen führt.

Anfangs noch kündigten die Europäer und die Weltgesundheitsorganisation, die den Vereinten Nationen angehört, vollmundig an, bei der Verteilung des Impfstoffs keinen Unterschied zwischen Arm und Reich machen zu wollen, weder was die Menge und die Lieferzeit noch was die Qualität des Impfstoffs betrifft.

In Wahrheit hat uns jedoch die Ankündigung einer Exportbeschränkung bzw. einer Überwachung der Produktion und Verteilung des Impfstoffs nicht im Geringsten überrascht, nachdem sich abzuzeichnen begann, dass es aufgrund von Produktionsengpässen zu einer Impfstoff-Knappheit in Europa kommen würde. Anstatt die Kapazitäten durch weitere Finanzmittel hochzufahren und eine weltweite Verteilung zu vereinfachen, verkomplizieren sie das Problem mit solch typisch kapitalistischen, ungerechten, egoistischen Maßnahmen noch zusätzlich.

Fügen wir diesem humanitären Schandfleck noch einen weiteren hinzu: Während die „besseren“, in Europa hergestellten Vakzine von den Europäern für sich allein beansprucht werden, werden die „schlechteren“ den Ländern der „Dritten Welt“ überlassen. Den Westen interessiert nicht, wer in Afrika, Asien oder Lateinamerika stirbt, wo viele Länder noch keinen einzigen Corona-Impfstoff erhalten haben, während das Produkt im Zionistenstaat in ausreichender Menge und in bester Qualität verfügbar ist. Etwa 1,37 Millionen der jüdischen Bewohner (Stand: 5. Januar 2021) haben die erste Dosis des Biontech-Produkts bereits zwei Wochen nach Beginn der Impfkampagne verabreicht bekommen. Der Zionistenstaat führt sogar die Liste jener Staaten an, in denen am schnellsten gegen Corona geimpft wurde. Nachdem heftige Kritik gegen das Land laut wurde, weil es die Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen nicht mit Impfstoff versorgte, erlaubte es schließlich die Einfuhr einer ersten Lieferung des Vakzins, allerdings jenes aus russischer Herstellung: das Vakzin Sputnik V.

Doch die Angelegenheit betrifft nicht nur Palästina, sondern auch Länder wie Südafrika, wo die Pandemie ebenfalls wütet. Dort träumen die Menschen noch davon, in diesem Jahr an einen Impfstoff zu kommen. Das geschieht erst dann, wenn der weiße, europäische Mann die Impfungen bei sich abgeschlossen und die eigene Immunität gesichert hat.

Das ist der Kapitalismus, wie er leibt und lebt. Er muss vor der ganzen Menschheit bloßgestellt werden, damit ihm niemand hinterhertrauert, nachdem er zusammengebrochen sein wird und der Staat des Kalifats an seine Stelle tritt, um die Angelegenheiten der Menschheit so wahrzunehmen, wie Allah (t) es vorgeschrieben hat, nämlich alle Menschen gerecht und fair zu behandeln.

 

(Y. S.)