KONZEPTION

- 01.05.2021

Der Monat Ramadan ist ein Monat der Taten und kein Monat des Schlafens

 

Allah (t) wählte den neunten Monat des islamischen Kalenders, um den Menschen die endgültige Botschaft zu offenbaren – den Koran, welcher das mächtigste Wort an die Menschheit darstellt und von Allah (t) selbst als ein „gewichtiges Wort“ beschrieben wird.

﴿إِنّا سَنُلقي عَلَيكَ قَولًا ثَقيلًا

Gewiss, Wir werden dir gewichtige Worte offenbaren. (73:5)

Diese revolutionäre Offenbarung sollte den Verlauf der Menschheitsgeschichte ewig verändern. Sie war der Entstehungsbeginn einer neuen Zivilisation, die die Menschheit über ein Jahrtausend lang anführte.

Es war kein Zufall, dass Allah (t) den Ramadan auserwählte, denn dieser Monat enthält unzählige Vorzüge und viel Segen, die außerhalb seiner Zeitspanne nicht aufzufinden sind. Voller Eifer und Tatendrang heißen Muslime auf der ganzen Welt diesen Monat mit weit geöffneten Armen willkommen. Sie bereiten sich hoffnungsvoll darauf vor, spirituell gestärkt zu werden, um ihrem Schöpfer näher zu kommen und Dessen (t) Vergebung und Wohlgefallen zu erlangen.

Allah (t) erleichtert unsere Angelegenheiten in diesem gesegneten Monat, indem er die Tore des Paradieses öffnet, die Tore der Hölle schließt und die Satane in Ketten legt.

Der Gesandte Allahs (s) sprach:

«إِذَا دَخَلَ رَمَضَانُ فُتِّحَتْ أَبْوَابُ الْجَنَّةِ، وَغُلِّقَتْ أَبْوَابُ جَهَنَّمَ، وَسُلْسِلَتِ الشَّيَاطِينُ »

„Wenn der Monat Ramaḍān kommt, werden die Tore des Paradieses geöffnet, die Tore des Höllenfeuers geschlossen und die Satane in Ketten gelegt.“ (Al-Buḫārī)

Der letzte Abschnitt des Hadithes gibt dem Gläubigen die Gewissheit, dass die Satane in Ketten gelegt sind. Daher ist es auch wenig verwunderlich, warum Muslime aus so vielen unterschiedlichen Lebensbereichen dazu in der Lage sind, im gesegneten Monat zum Guten zu neigen und sich in allen Arten von tugendhaften Handlungen zu übertreffen.

Diese Überlieferung wurde von klassischen Gelehrten ausgiebig kommentiert. So lautet die populärste Meinung unter ihnen, dass nur die „Anführer“ der Satane in Ketten gelegt werden und nicht ihre Anhänger. Gerade aus diesem Grund kann es dazu kommen, dass einige Muslime trotz des heiligen Monats Ramadan sündhafte Handlungen begehen, da die weniger ranghohen šayāṭīn weiterhin anwesend sind. Ungeachtet der Meinungsverschiedenheiten in der Interpretation ist es wichtig, zwischen menschlichen Satanen und den Satanen unter den Dschinn zu unterscheiden.

Allah (t) weist uns im Koran darauf hin, dass es zwei Arten von Satanen gibt - Menschen und Dschinn.

﴿ وَكَذٰلِكَ جَعَلنا لِكُلِّ نَبِيٍّ عَدُوًّا شَياطينَ الإِنسِ وَالجِنِّ

Und so haben Wir jedem Propheten Feinde bestimmt: die Satane der Menschen und der Dschinn (…) (6:112)

Dieser Verweis auf die menschlichen Satane ist eine Metapher, die die Handlungen der Satane unter den Dschinn auf die Taten der Satane unter den Menschen überträgt. Sie stiften auf der Erde Unheil und Verderben, indem sie die Propheten (as) ablehnen und sich gegenseitig mit verschönerter und ausgeschmückter Sprache inspirieren, sodass diejenigen, die unwissend sind und ihnen zuhören, getäuscht werden.

Der besagte Hadith spricht den Gläubigen Schutz vor den Satanen unter den Dschinn und nicht vor den menschlichen Satanen zu. So kann es sich ein Gläubiger selbst im Ramadan nicht leisten, in seiner Vorsicht vor den Satanen unter den Menschen nachlässig zu werden.

Im 20. Jahrhundert bescherten die menschlichen Satane der Menschheit zwei Weltkriege. Die Geschichtsbücher berichten, dass 37 Millionen Menschen allein im Ersten Weltkrieg verstarben, welcher als der „Große Krieg“ bezeichnet wurde. Die Satane unter den Menschen fuhren trotz dessen damit fort, global und vor allem in der islamischen Welt Verwüstungen anzurichten.

Heute verbreiten die Satane unter den Menschen ihr Unheil und ihre Korruption ungehindert weiter, ungeachtet dessen, ob sich die Muslime im Monat Ramadan befinden oder nicht. Viele Fastenmonate sind in den letzten Jahren vergangen, in denen die menschlichen Satane des Westens ihre militärischen Einsätze in den islamischen Ländern durchführten. In den vergangenen Fastenmonaten haben die Amerikaner ihre Truppen weder aus Afghanistan, noch aus dem Irak abgezogen. Genauso hat Russland nicht aufgehört, die Muslime in Syrien flächendeckend zu bombardieren. Auch Saudi-Arabien hörte nicht damit auf, Amerikas Stellvertreterkrieg im Jemen zu führen. Zusammengefasst ausgedrückt hat der Westen nie damit aufgehört, sich militärisch, wirtschaftlich, politisch oder kulturell in die Angelegenheiten unserer Länder einzumischen, nur weil die Muslime fasteten. Und dieser Ramadan ist nicht anders.

Die gesamte Weltbevölkerung hat derzeit mit dem Corona-Virus zu kämpfen. Bis zum 26. April 2020 haben sich ca. 2,9 Mio. Menschen mit dem Virus infiziert, wobei es fast 200.000 Todesfälle gab. Allein die Invasion des Iraks im Jahr 2003 forderte nach konservativen Schätzungen über 1 Millionen Menschenleben. Die menschlichen Satane sind der schlimmste Virus für die Menschheit, der gestoppt werden muss.

Ramadan ist nicht der richtige Zeitpunkt, um zur Ruhe zu kommen und in eine Art Winterschlaf zu verfallen. Dieser ist der Monat des dringlich erforderten Handelns. Es ist eine Zeit, die genutzt werden sollte, um die islamische Lebensordnung wiederherzustellen, indem das Kalifat wiederrichtet wird. Es ist eine Zeit, um die Besetzung unserer Länder rückgängig zu machen und die Lebensader der korrupten Herrscher in den islamischen Ländern durchzutrennen. Möge Allah (t) der Umma den Sieg über ihre Feinde gewähren und den Gläubigen erlauben, ihren rechtmäßigen Platz auf der Erde als Führer der Menschheit einzunehmen.

(E. D.)