AQIDA

- 07.09.2021

Das Echtheitszertifikat der Propheten

 

Der Mensch hebt sich von anderen Lebewesen durch seinen Verstand ab, der ihn dazu befähigt, rationale Urteile zu fällen, die die Zustimmung anderer finden, da sie für den Verstand nachvollziehbar sind. Hierzu gehört z. B. die Erkenntnis, dass das Universum mit allem, was es beinhaltet, einen Schöpfer hat. Mit seinem Verstand kann der Mensch aus der Realität einiges in Bezug auf den Schöpfer ableiten, etwa dass er nicht Teil der Materie sein kann, weil er sonst seine Eigenschaft als Schöpfer verlöre und selbst auf einen Schöpfer angewiesen wäre. Der Verstand ist jedoch nicht in der Lage, die Intention des Schöpfers und seine Erwartung an den Menschen abzuleiten, selbst wenn er sein gesamtes Denkvermögen einbrächte, denn die Realität der Materie sagt diesbezüglich nichts aus. Der Mensch ist folglich darauf angewiesen, dass der Schöpfer Kontakt zu den Menschen aufnimmt. Andernfalls bliebe er im Dunkeln über den Willen des Schöpfers, dessen Existenz rational bewiesen ist.

Der Schöpfer hat immer wieder Kontakt zu einzelnen Individuen aufgenommen und sie angewiesen, den Menschen seine Botschaft zu übermitteln. Es gab zahlreiche Propheten, die die Aufgabe hatten, seine Offenbarung zu verkünden. Aber es tauchten auch viele falsche Propheten auf, die nur vorgaben, eine Offenbarung erhalten zu haben. Der menschliche Verstand stößt an seine Grenzen, wenn es darum geht, zwischen echten und falschen Propheten zu unterscheiden, sofern er keine Hilfestellung und keinen Hinweis bekommt. Eine Ablehnung aller, die behaupten, eine Offenbarung erhalten zu haben, wäre fatal, denn dann wüsste der Mensch nicht, welche Erwartung der Schöpfer an ihn hat und ob die Nichterfüllung Konsequenzen hätte. Einem falschen Propheten zu folgen, wäre aber ebenso folgenreich. Zwischen dem Lügner, dem geistig Verwirrten und dem echten Propheten zu unterscheiden, übersteigt die Kapazitäten des menschlichen Verstandes. Deshalb muss der echte Prophet einen Beweis erbringen, der seine Echtheit zweifelsfrei belegt.

Das Echtheitszertifikat jedes wahren Propheten ist das Wunder, mit dem er ausgestattet wurde. Von einem Wunder spricht man, wenn Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden. Dazu zählt beispielsweise das Wunder des kalt brennenden Feuers, das Ibrāhīm (a.) als echten Propheten kennzeichnete. Als die Götzenanbeter einen Scheiterhaufen errichteten und ihn ins Feuer warfen, um ihre Götzen zu rächen, die er bloßgestellt hatte, blieb er vollkommen unversehrt. Denn das Feuer hatte für diesen einen Augenblick seine Eigenschaft, Hitze zu erzeugen und alles zu verbrennen, was sich darin befindet, verloren. Das Feuer ging nicht durch plötzlich einsetzenden Regen oder aufkommenden Wind aus, sondern verlor auf den Befehl Allahs (t.) hin seine spezifische Eigenschaft. Im Koran sagt der Erhabene:

﴿قَالُوا حَرِّقُوهُ وَانْصُرُوا آَلِهَتَكُمْ إِنْ كُنْتُمْ فَاعِلِينَقُلْنَا يَا نَارُ كُونِي بَرْدًا وَسَلَامًا عَلَى إِبْرَاهِيمَ

Sie riefen: „Verbrennt ihn und verteidigt eure Götter, falls ihr etwas tun wollt.“ Wir sprachen: „O Feuer, sei kühl und friedlich für Ibrāhīm!“ (21:68-69)

Die Geburt von ʿĪsā (a.) war ebenfalls ein Wunder, das den Gesetzen der Natur widersprach, denn seine Mutter Maryam (a.) war unberührt. Er hat eine Mutter, aber keinen Vater, was biologisch vollkommen ausgeschlossen ist, und genau deshalb ist es ein Wunder. Auch in der Reproduktionsmedizin ist neben der weiblichen Eizelle immer eine männliche Samenzelle notwendig. Maryam (a.) wurde in Kenntnis gesetzt, dass sie einen Sohn zur Welt bringen werde. Ihre Reaktion auf diese Ankündigung wird im Koran beschrieben:

﴿قَالَتْ أَنَّى يَكُونُ لِي غُلَامٌ وَلَمْ يَمْسَسْنِي بَشَرٌ وَلَمْ أَكُ بَغِيًّا

Sie sprach: „Wie soll ich einen Sohn bekommen, wo mich kein Mann berührt hat und ich keine Dirne bin?“ (19:20)

Nicht nur ʿĪsās Geburt war ein Wunder sondern auch seine Fähigkeit, unmittelbar nach seiner Geburt sprechen zu können. Als die Menschen Maryam (a.) Vorwürfe machten, forderte sie diese auf, sich an ʿĪsā (a.) zu wenden:

﴿فَأَشَارَتْ إِلَيْهِ قَالُوا كَيْفَ نُكَلِّمُ مَنْ كَانَ فِي الْمَهْدِ صَبِيًّاقَالَ إِنِّي عَبْدُ اللَّهِ آَتَانِيَ الْكِتَابَ وَجَعَلَنِي نَبِيًّا

Da verwies sie auf ihn. Sie sagten: „Wie sollen wir mit ihm, einem kleinen Kind in der Wiege, reden?“ Er sprach: „Wahrlich, ich bin der Diener Allahs. Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht.“ (19:29-30)

Zudem konnte ʿĪsā (a.) Menschen heilen und Tote wieder zum Leben erwecken. Im Koran heißt es:

﴿وَأُبْرِئُ الْأَكْمَهَ وَالْأَبْرَصَ وَأُحْيِي الْمَوْتَى بِإِذْنِ اللَّهِ

Und ich will den Blindgeborenen und den Aussätzigen heilen und mit Allahs Erlaubnis den Toten lebendig machen […]. (3:49)

ʿĪsā (a.) heilte die Menschen nicht durch Medizin – das wäre kein Wunder –, sondern durch Berührung. Für die Teilung des Meeres durch Mūsā (a.) fehlt jede wissenschaftliche Erklärung. Allah (t.) sagt im Koran:

﴿فَأَوْحَيْنَا إِلَى مُوسَى أَنِ اضْرِبْ بِعَصَاكَ الْبَحْرَ فَانْفَلَقفَكَانَ كُلُّ فِرْقٍ كَالطَّوْدِ الْعَظِيمِ

Und da offenbarten Wir Mūsā: „Schlag mit deinem Stab auf das Meer!“ Da teilte es sich und jeder Teil war wie ein gewaltiger Berg. (26:63)

Man kennt die Entstehung von sogenannten Monsterwellen oder das Zurückziehen des Meeres vor einem Tsunami, aber die Teilung des Meeres war in der Geschichte der Menschen einzigartig und ist mit keinem Naturgesetz vereinbar. Das Meer kann sich nicht teilen und einen Weg freilegen und niemand geht davon aus, dass sich dieses Phänomen wiederholen könnte. Die Teilung des Meeres gehörte zu den Wundern Mūsās (a.). All diese Wunder sollten den Zeitgenossen der Propheten beweisen, dass es sich um echte Propheten handelte.

Die Wunder der Propheten unterscheiden sich aufgrund der Unterschiedlichkeit ihrer Völker. Sie waren zugeschnitten auf die Völker, zu denen die einzelnen Propheten entsandt wurden. Bei dem Volk Ibrāhīms (a.) dominierte der Glaube der Menschen an die Macht ihrer Götzenfiguren. Das Wunder, das Ibrāhīm (a.) begleitete, demonstrierte seinem Volk die Machtlosigkeit ihrer Götzen. Zur Verbrennung Ibrāhīms stellten die Götzenanbeter all ihre Götzen auf, damit sie an der Rache an Ibrāhīm (a.) teilhaben konnten. Die Götzenfiguren mussten quasi tatenlos zusehen, wie Ibrāhīm (a.) unversehrt aus dem Feuer stieg. Sein Volk musste erkennen, dass die Götzen machtlos waren gegen Allah (t.). Das Wunder soll ein Volk herausfordern, damit es an dieser Herausforderung scheitert und den Propheten mit seiner Offenbarung anerkennt. Es ist aber nur dann eine Herausforderung, wenn der Herausgeforderte sich auf dem Gebiet gut auskennt, da er sonst die Besonderheit dieser Herausforderung und die Leistung des Herausforderers nicht realisiert. Ein einfaches Beispiel kann verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass das Wunder sich auf die Spezialisierung eines Volkes bezieht. Der Weltrekord für Liegestütze liegt bei 2806 pro Stunde. Bei einem Nichtsportler löst diese Zahl kein Erstaunen oder sonst eine Reaktion aus, weil er nicht weiß, welche Leistung, Ausdauer und Kraftanstrengung dahinterstecken. Jemand, für den Fitness im Mittelpunkt steht und der regelmäßig seinen Körper trainiert, ist sich dieser außergewöhnlichen Leistung bewusst und er wird versuchen, sich der Herausforderung zu stellen und diesen Rekord zu brechen. Die Dimension der Herausforderung muss also einem Volk bewusst sein und das ist nur der Fall, wenn es genial ist in dem Bereich, auf den sich das Wunder bezieht. Mūsā (a.) teilte nicht nur das Meer, sondern forderte mit einem anderen Wunder das Volk des Pharao auf dessen Spezialgebiet heraus. Zu seiner Zeit beschäftigten sich die Menschen viel mit Magie und hatten diese Form der Sinnestäuschung perfektioniert. Der Pharao ließ seine Zauberer gegen Mūsā (a.) antreten. Ihre Stäbe schienen sich in lebendige Schlangen verwandelt zu haben, woraufhin Mūsā (a.) seinen Stab auf den Boden warf, aus dem vor ihren Augen eine echte Schlange wurde, die die anderen Schlangen verschlang. Die Zauberer erkannten den Unterschied zwischen ihrer Illusion und dem Wunder Mūsās (a.). Sie gehörten daher zu den Ersten, die an sein Prophetentum glaubten, wofür sie der Pharao hart bestrafte. Das Treffen zwischen Mūsā (a.) und den Zauberern wird im Koran beschrieben:

﴿قَالُوا يَا مُوسَى إِمَّا أَنْ تُلْقِيَ وَإِمَّا أَنْ نَكُونَ أَوَّلَ مَنْ أَلْقَىقَالَ بَلْ أَلْقُوا فَإِذَا حِبَالُهُمْوَعِصِيُّهُمْ يُخَيَّلُ إِلَيْهِ مِنْ سِحْرِهِمْ أَنَّهَا تَسْعَىفَأَوْجَسَ فِي نَفْسِهِ خِيفَةً مُوسَىقُلْنَا لَا تَخَفْ إِنَّكَ أَنْتَ الْأَعْلَىوَأَلْقِ مَا فِي يَمِينِكَ تَلْقَفْ مَا صَنَعُوا إِنَّمَا صَنَعُوا كَيْدُ سَاحِرٍوَلَا يُفْلِحُ السَّاحِرُ حَيْثُ أَتَىفَأُلْقِيَ السَّحَرَةُ سُجَّدًا قَالُوا آَمَنَّا بِرَبِّ هَارُونَ وَمُوسَى

Sie fragten: „O Mūsā! Willst du zuerst werfen oder sollen wir als erste werfen?“ Er antwortete: „Nein! Werft nur!“ Und siehe, wegen ihrer Zauberei kam es ihm vor, als ob ihre Stricke und Stäbe sich umherbewegten. Da verspürte Mūsā in sich Angst aufsteigen. Wir sprachen: „Fürchte dich nicht! Siehe, du wirst obsiegen. Wirf nur, was du in deiner Rechten hältst. Es wird verschlingen, was sie fabriziert haben. Sie brachten es nur mit einer Zauberlist zustande. Aber Zauberer werden - wo auch immer - nicht erfolgreich sein.“ Da warfen sich die Zauberer ehrfürchtig nieder und riefen: „Wir glauben an den Herrn von Hārūn und Mūsā!“ (20:65-70)

Nicht jedes Wunder sollte die Menschen herausfordern. Einige Wunder sollten den Menschen die Macht des Schöpfers demonstrieren, etwa die Geburt von ʿĪsā (a.) oder die Teilung des Meeres durch Mūsā (a.). Diese Wunder sollten keine Herausforderung sein, weil der Mensch nie in der Lage wäre, Gleiches zu tun. Es gibt folglich zwei Arten von Wundern: 1. Das Wunder als Herausforderung soll die Echtheit eines Propheten belegen. 2. Das Wunder, das die Menschen nicht herausfordert, soll die Existenz des Schöpfers als Ursache von allem beweisen und seine Macht aufzeigen.

Die bislang erwähnten Wunder der Propheten sind geknüpft an ihre unmittelbare Wahrnehmung. Heute sind sie für uns nur noch Berichte, die nicht zum Glauben führen können, weil sie nicht mehr überprüfbar sind. Mit ihnen lässt sich heute eine Offenbarung nicht verifizieren. Man kann sie als isolierte Geschichten glauben oder ablehnen. Die Teilung des Meeres oder die Verwandlung des Stabes in eine Schlange sind vergangene, abgeschlossene und einmalige Ereignisse, die nur für den Glauben jener relevant waren, die damals Zeugen waren, etwa die Zauberer, die sich mit Mūsā (a.) messen wollten.

Das Wunder des Propheten Muḥammad (s.) unterscheidet sich grundlegend von den Wundern der vorangegangenen Propheten. Während die Wunder der anderen Propheten getrennt waren von ihrer Offenbarung, ist das Wunder Muḥammads (s.) ein untrennbarer Teil seiner Offenbarung. Der Koran selbst ist das Wunder, das für alle Generationen nachprüfbar bleibt. Solange der Koran existiert, hält das Wunder an, und da Allah (t.) für die Bewahrung des Koran sorgt, haben wir die Garantie, dass das Wunder niemals verloren geht. Allah (t.) versichert im Koran:

﴿إِنَّا نَحْنُ نَزَّلْنَا الذِّكْرَ وَإِنَّا لَهُ لَحَافِظُونَ

„Wahrlich, Wir sandten die Ermahnung herab, und wir wollen fürwahr ihr Bewahrer sein.“ (15:9)

Es ist im Gegensatz zu all den anderen Wundern von Dauer, weil das Wunder des Koran nicht dadurch zustande kam, dass ein Naturgesetz für eine kurze Zeit außer Kraft gesetzt wurde. Seine Sprache und seine Rhetorik sind sein Wunder, das den Verstand anspricht und auch nur intellektuell erfasst werden kann. Wer die arabische Sprache mit all ihren Eigenheiten nicht vollständig beherrscht, wird die stilistische Erhabenheit des Koran und seine Formulierungskraft nicht erfassen können. Der unnachahmliche fließende Wechsel zwischen Reim und Prosa ist nur ein Aspekt dieses sprachlichen Wunders. Trotzdem ist auch ein Nichtaraber in der Lage, das Wunder des Koran zu erkennen, weil auch er wahrnehmen kann, dass der Koran die Menschheit herausgefordert hat, etwas Gleiches hervorzubringen. Und da die größten arabischen Sprachexperten und Sprachkünstler in allen Epochen nicht imstande waren, auch nur eine Sure wie den Koran hervorzubringen, ist das Wunder, der göttliche Beweischarakter des Koran, auch für ihn bindend. Denn eine Herausforderung ist immer an die Spezialisten gerichtet. So ist der Beweis für das Wunder nur dann erbracht, wenn die Spezialisten, die Besten der Besten, bei der Herausforderung scheitern und ihr Unvermögen eingestehen. Nimmt nur ein Laie die Herausforderung an und scheitert, ist damit kein Wunder bewiesen worden. Auch bei Mūsā (a.) waren es ja die Zauberer, also die Spezialisten, die „in den Ring gestiegen sind“ und sich der Herausforderung gestellt haben und nicht etwa der Pharao selbst. Nichtsdestotrotz war mit der Niederlage der Zauberer auch für ihn und für alle, die diesem Ereignis beiwohnten, der Beweis für die Wahrhaftigkeit Moses und seiner göttlichen Entsendung erbracht.

Nun wurde das Volk Muḥammads (s.) mit dem sprachlichen Wunder konfrontiert, weil es sich wie kein anderes Volk über seine Sprache definierte und seine Sprachgewandtheit zur Zeit der Offenbarung am Zenit stand. Die Angesehensten unter den Arabern waren damals die Dichter. Sie forderten einander sprachlich heraus und trugen Dichterwettkämpfe auf höchstem Niveau aus. Kein Orientalist und kein Arabist würde bestreiten, dass die Araber zur Zeit Muḥammads die arabische Sprache in höchster Vollendung beherrschten. Die Araber erkannten folglich das Besondere und Einzigartige der Sprache des Koran, selbst wenn sie diese nicht als Wunder und den Koran nicht als das Wort Allahs (t.) anerkennen wollten. Sie wussten, dass es keine Dichtkunst war, die den ihnen bekannten Regeln entsprach.

Der Prophet (s.) war kein Experte der Redekunst und er war unter seinen Zeitgenossen weder als Dichter noch als Rhetoriker bekannt. Er hat niemals Gedichte aufgesagt und war zudem Analphabet. Deshalb kam es auch keinem Araber seiner Zeit in den Sinn, in Muḥammad (s.), der vor seiner Entsendung nie dichterisch in Erscheinung getreten war, den Verfasser der Koranverse zu sehen. Man verdächtigte ihn zwischenzeitlich, die Verse von einer anderen Person zu erhalten. Diese stellte sich aber als Nichtaraber heraus, wie aus dem Koran hervorgeht:

﴿وَلَقَدْ نَعْلَمُ أَنَّهُمْ يَقُولُونَ إِنَّمَا يُعَلِّمُهُ بَشَرٌ لِسَانُ الَّذِي يُلْحِدُونَ إِلَيْهِ أَعْجَمِيٌّ وَهَذَا لِسَانٌ عَرَبِيٌّ مُبِينٌ

Und wahrlich, Wir wissen auch, dass sie behaupten: „Gewiss, ein Mensch bringt ihm das bei.“ Die Sprache dessen, den sie meinen, ist jedoch eine fremde und dies ist eine klare arabische Sprache. (16:103)

Zunächst glaubten die Araber sogar, der Herausforderung gewachsen zu sein. Sie waren anfangs zuversichtlich, dass die Besten unter ihnen zu Gleichem fähig wären. Diese Hoffnung verflog aber schnell. Ihr Scheitern führte dazu, dass sie den Propheten (s.) der Zauberei beschuldigten, wodurch sie den göttlichen Ursprung der Koranverse nur bestätigten, weil sie dadurch zugaben, dass ein normaler Mensch zu so einer sprachlichen Perfektion nicht fähig wäre. Unfähig, sich der Herausforderung zu stellen und das Wunder zu widerlegen, gingen sie dazu über, Muḥammad (s.) und alle, die ihm folgten, zu bekämpfen.

Das Wunder des Koran bestätigt zweifelsfrei die Prophetenschaft Muḥammads (s.). Es hebt sich dadurch von den anderen Wundern ab, da es beständig ist und die Menschen über Generationen teilhaben lässt. Die Menschen haben bis zum Jüngsten Tag Zeit, sich dieser intellektuellen Herausforderung zu stellen. Jeder kann noch heute Zeuge dieses Wunders sein. Mit jeder Rezitation des Koran tritt sein sprachliches Wunder in Erscheinung.

 

(U. A.)