HIZB-UT-TAHRIR

- 26.06.2009

Die HAMAS-Behörde folgt dem Weg der FATAH-Behörde Elle für Elle und Zoll für Zoll

So erkannte die FATAH-Behörde den Zionistenstaat auf dem weitaus größten Teil Palästinas an und begann mit ihm unter amerikanischer Betreuung über einen Staat im kleinen Rest von Palästina zu verhandeln. Immer wenn dem Chef der FATAH-Behörde eine Angelegenheit zu schaffen machte, pilgerte er nach Washington.Im Namen Allahs des Erbarmungsvollen des BarmherzigenSo erkannte die FATAH-Behörde den Zionistenstaat auf dem weitaus größten Teil Palästinas an und begann mit ihm unter amerikanischer Betreuung über einen Staat im kleinen Rest von Palästina zu verhandeln. Immer wenn dem Chef der FATAH-Behörde eine Angelegenheit zu schaffen machte, pilgerte er nach Washington. Trotzdem hat die FATAH-Behörde nach langen Jahren der Verhandlungen bis heute nichts erreicht. Sie untersteht noch immer der zionistischen Besatzungsmacht und kann sich nur mit ihrer Erlaubnis bewegen. Sogar ihr Chef kann nur mit Erlaubnis des Zionistenstaates verreisen.Die HAMAS entstand ungefähr zwei Jahrzehnte nach Entstehung der FATAH. Sie beschritt von Beginn an denselben Weg, den vor ihr die FATAH beschritten hatte. So verkündete sie den bewaffneten Widerstand zur Befreiung Palästinas vom „Fluss bis zum Meer“ und begann die FATAH zu kritisieren, weil diese den Zionistenstaat anerkannt hatte und einen Staat lediglich in den Grenzen von 1967 forderte. Weiter kritisierte sie, dass die FATAH sich in die Arme Amerikas geworfen habe und mit dem Zionistenstaat verhandele. Doch endete der Weg der HAMAS-Behörde damit, ebenfalls einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 zu fordern, neben dem Verbleib des Zionistenstaates im weitaus größeren Teil Palästinas. Auch die HAMAS streckt jetzt die Hände nach Amerika aus, um dieses Ziel zu erreichen.Das reale Programm der HAMAS-Behörde sprach seit ihrer Teilnahme an den Wahlen unter der Besatzungsmacht, ihrer Übernahme der Regierung unter der Besatzungsmacht und seit dem Abkommen von Mekka de facto von einem Palästinenserstaat innerhalb der Grenzen von 1967, der neben dem Zionistengebilde existieren sollte. Im Hinblick auf die internationalen und arabischen Beschlüsse, die die Zweitstaatenlösung anerkennen, spielte die HAMAS aber weiterhin mit den Worten. So erklärte sie, dass sie die internationalen Beschlüsse „respektiere“, anstatt zu sagen, dass sie diese anerkenne. Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß aber, dass derjenige, der einen Beschluss „respektiert“, ihn früher oder später auch anerkennen wird.Heute jedoch, in einer Ansprache am 25. 6. 2009 in Damaskus, hat der HAMAS-Obere Khaled Meshal aus vollem Munde erklärt, die HAMAS strebe einen Staat in den Grenzen von 1967 an und reiche dafür den USA die Hand für Verhandlungen.Die Ironie an der Sache ist, dass die FATAH ca. 20 Jahre nach ihrer Gründung ihr Einverständnis zu einem Palästinenserstaat im Westjordanland und im Gaza-Streifen gab und erklärte, dass die Befreiung Palästinas vom „Fluss bis zum Meer“ nunmehr zur Geschichte gehöre. Dies geschah auf ihrer Konferenz in Algier im Oktober 1988. Nun erklärt auch die HAMAS ihr Einverständnis zu einem Staat in den Grenzen von 1967 und streckt Amerika die Hand für Verhandlungen entgegen. Eine Wendung, die sie ebenfalls ungefähr 20 Jahre nach ihrer Gründung im Jahre 1987 vollzog. Es scheint, als ob die HAMAS dem Pfad der FATAH Elle um Elle und Zoll um Zoll folgen würde.Ihr Muslime!Wir wollen jetzt nicht auf die tatsächliche Entstehungsgeschichte einzelner Organisationen eingehen, um aufzuzeigen, dass die westlichen Staaten, insbesondere die USA und Großbritannien, nicht abseits ihrer Gründung standen. Wir wollen es nicht, weil die Realität für sich spricht und sich jeder weitere Kommentar erübrigt. Folgendes aber sei gesagt, und so Gott will ist es die Wahrheit: Bekanntlich gewährt die Zweistaatenlösung den Juden einen Staat im weitaus größeren Teil des Landes, während Palästina ein Staat im weitaus kleineren Teil davon gewährt wird – und das noch mit zusätzlichen Bedingungen und Auflagen. So sehr es uns geschmerzt hat, dass die FATAH die Zweistaatenlösung in Palästina anerkannt hat, so schmerzt es uns noch mehr, dass nun auch die HAMAS in diesen Abgrund gestürzt ist. Denn die FATAH gab ihr Einverständnis zu einer Zweistaatenlösung aus einer patriotisch-pragmatischen Haltung heraus, nicht aber im Namen des Islam. So hat die FATAH nie behauptet, eine islamische Bewegung zu sein. Die HAMAS aber stellt in den Augen der Öffentlichkeit eine islamische Bewegung dar.Die Gefahr liegt nun im Umstand, dass die Allgemeinheit glauben könnte, der Islam erlaube eine Anerkennung des Zionistenstaates auf dem Teil Palästinas, den er 1948 geraubt hat, wenn er sich aus dem Teil zurückzieht, den er seit 1967 besetzt hält. Darin liegt wahrlich das Unheil! Deswegen haben wir immer darauf geachtet, die HAMAS vor dem Absturz in diesen Sumpf zu bewahren. So gaben wir ihnen den Rat, unter der Besatzung nicht an den Wahlen teilzunehmen. Wir gaben ihnen auch den Rat, unter der Besatzung nicht in die Regierungsbehörde einzutreten. Diesen Ratschlägen haben sie jedoch keinerlei Beachtung geschenkt, sondern sie in einer verdrehten, unredlichen Weise interpretiert.Ihr Muslime!Obwohl uns die Anerkennung der Zweistaatenlösung in Palästina durch eine „islamische“ Bewegung äußerst schmerzt, sehen wir doch einen gewissen Lichtblick darin. Es ist nämlich besser, dass sich die Wahrheit offen zeigt, als wenn sie weiterhin trügerisch verschleiert bleibt. Dass man eine Sache am helllichten Tage wahrnimmt, ist besser, als sie in den Finsternissen der Nacht ausmachen zu müssen. Ansonsten könnten durch die unklare Sicht die Füße ausgleiten, nachdem sie festen Stand hatten.Nichtsdestotrotz verfügt Palästina über Männer, die mit Allahs Erlaubnis den Schmerz in Hoffnung verwandeln werden. Die Anerkennung der Zweistaatenlösung in Palästina durch die FATAH und die HAMAS macht den Zionistenstaat aus islamischer Sicht nicht rechtmäßig. Weder die FATAH noch die HAMAS repräsentieren den Islam und die Muslime. Sie stellen vielmehr eine kleine Gruppe dar, die vom Weg abgekommen ist.Palästina ist ein gesegneter islamischer Boden und Eigentum der islamischen Umma. Es ist tief im Herzen und Verstand dieser Umma verwurzelt, seitdem der Allmächtige die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem mit der Heiligen Moschee in Mekka untrennbar verbunden hat. Dies geschah bei dem großen Ereignis der Nacht- und Himmelreise des Propheten (s.), dem so genannten „Al-Isra‘ wa l-Miradsch“.„Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf dass Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ (17:1)So stellt sich Palästina dar. Die Lösung erfolgt nicht, indem man Amerika die ausgestreckte Hand hinhält, um über eine Zweistaatenoption zu verhandeln. Sie erfolgt auch nicht durch Verhandlungen mit dem Zionistenstaat, auch wenn er sich tatsächlich aus allen 1967 besetzten Gebieten zurückzieht. Denn jeder Zoll des besetzten Palästinas von 1948 und jeder Zoll des besetzten Palästinas von 1967 ist aus Sicht des Islam gleichwertig. Der gesegnete Boden Palästinas ist über die langen Epochen des islamischen Kalifats mit dem Blut der Märtyrer der muslimischen Armeen getränkt worden, sodass kein Handbreit mehr übrig geblieben ist, in dem nicht ein Märtyrer fiel oder der durch den Hufschlag des Schlachtrosses eines muslimischen Kämpfers nicht aufgewühlt wurde.Palästina ist seit dem Isra‘-Ereignis eine Treuhandschaft in Händen der Muslime. Die Muslime eröffneten es in der Zeit von Umar Ibn Al-Khattab, Allahs Wohlgefallen über ihn. Sodann erging das umarsche Versprechen, das die Herrschaft des Islam über Palästina untermauerte. Das Versprechen besagt, dass sich insbesondere im gesegneten Jerusalem keine Juden ansiedeln dürfen. Die Muslime hielten diese Treuhandschaft die ganzen Epochen lang aufrecht. Immer wenn sich ein Feind Palästinas bemächtigte und sein Unwesen trieb, erhoben sich unter dem Schirm des Kalifats Führer, die es vom Unflat dieses Feindes befreiten. So befreite es Saladin von den Kreuzrittern und Qutus und Bibars von den Mongolen. In den letzten Tagen des Kalifats war es der Kalif Abdulhamid, der es bewahrte, als er den zionistischen Banden Herzls das Siedeln in Palästina verbot. Dies hätte geschehen müssen, wenn das Kalifat vorhanden wäre. Es hätte das Zionistengebilde, das Palästina usurpiert hat, beseitigt und das Land vollständig in die Obhut des Islam zurückgeführt.Palästina ist nach wie vor eine Treuhandschaft in Händen der Muslime. Kein freier Muslim darf diese Treuhandschaft verraten. Denn Allah, der Erhabene und Allmächtige, sagt:„O ihr, die ihr glaubt, handelt nicht untreu gegenüber Allah und dem Gesandten, noch seid wissentlich untreu in eurer Treuhandschaft.“ (8:27)4. Radschab 1430 n. H.26. Juni 2009 n. Chr.                                                                Hizb-ut-Tahrir