Kommentar Die daʿwa für Allah (t)

Allah (t) sprach: Und auch sprach Er (t): Und zu Mūsā und Hārūn (a) sprach Er (t): Diese Verse verdeutlichen, wie man zu Allah (t) einlädt, wobei die Methode hierzu in erster Linie die daʿwa zu Allah (t) ist. Es handelt sich also nicht um die Einladung zu einer Person, einem Volk, einer Gruppe oder […]

Allah (t) sprach:

﴿ٱدْعُ إِلَىٰ سَبِيلِ رَبِّكَ بِٱلْحِكْمَةِ وَٱلْمَوْعِظَةِ ٱلْحَسَنَةِ ۖ وَجَـٰدِلْهُم بِٱلَّتِى هِىَ أَحْسَنُ ۚ إِنَّ رَبَّكَ هُوَ أَعْلَمُ بِمَن ضَلَّ عَن سَبِيلِهِۦ ۖ وَهُوَ أَعْلَمُ بِٱلْمُهْتَدِينَ

Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen in bester Weise. Gewiss, dein Herr kennt sehr wohl, wer von Seinem Weg abirrt, und Er kennt sehr wohl die Rechtgeleiteten.[16:25]

Und auch sprach Er (t):

﴿ وَلَا تُجَـٰدِلُوٓا۟ أَهْلَ ٱلْكِتَـٰبِ إِلَّا بِٱلَّتِى هِىَ أَحْسَنُ إِلَّا ٱلَّذِينَ ظَلَمُوا۟ مِنْهُمْ ۖ وَقُولُوٓا۟ ءَامَنَّا بِٱلَّذِىٓ أُنزِلَ إِلَيْنَا وَأُنزِلَ إِلَيْكُمْ وَإِلَـٰهُنَا وَإِلَـٰهُكُمْ وَٰحِدٌۭ وَنَحْنُ لَهُۥ مُسْلِمُونَ

Und streitet mit den Leuten der Schrift nur in bester Weise, außer denjenigen von ihnen, die Unrecht tun. Und sagt: „Wir glauben an das, was (als Offenbarung) zu uns herabgesandt worden ist und zu euch herabgesandt worden ist; unser Gott und euer Gott ist Einer, und wir sind Ihm ergeben’.[29:46]

Und zu Mūsā und Hārūn (a) sprach Er (t):

﴿ٱذْهَبَآ إِلَىٰ فِرْعَوْنَ إِنَّهُۥ طَغَىٰ فَقُولَا لَهُۥ قَوْلًۭا لَّيِّنًۭا لَّعَلَّهُۥ يَتَذَكَّرُ أَوْ يَخْشَىٰ

Geht zum Pharao, denn er lehnt sich auf. Und so redet mit ihm in sanften Worten, auf dass er bedenken oder sich fürchten möge.[20:43-44]

Diese Verse verdeutlichen, wie man zu Allah (t) einlädt, wobei die Methode hierzu in erster Linie die daʿwa zu Allah (t) ist. Es handelt sich also nicht um die Einladung zu einer Person, einem Volk, einer Gruppe oder einer Partei. Der Träger der daʿwa erfüllt die Verpflichtung, die Allah (t) ihm auferlegt hat. Er tut dies nicht der daʿwa zuliebe und auch nicht für diejenigen, die er rechtzuleiten versucht, denn er erhält seinen Lohn (aǧr) nur von Allah (t). Daher ist der daʿwa-Träger weder entmutigt durch die Menschen, die seinem Aufruf nicht folgen, noch ist sein Herz gebrochen aufgrund ihrer Intrigen gegen ihn und seinen Aufruf. Gewiss, Rechtleitung (hudā) und Irreführung (ḍalāla) sind einzig und allein von Allah (t).

Er (t) sprach:

﴿لَّيْسَ عَلَيْكَ هُدَىٰهُمْ وَلَـٰكِنَّ ٱللَّهَ يَهْدِى مَن يَشَآءُ ۗ

Nicht dir obliegt ihre Rechtleitung, sondern Allah leitet recht, wen Er will.[2:272]

Und auch sprach Er (t):

﴿وَلَا تَحْزَنْ عَلَيْهِمْ وَلَا تَكُ فِىْ ضَيْقٍ مِّمَّا يَمْكُرُوْنَ

Sei nicht traurig über sie, und sei nicht in Beklommenheit wegen der Ränke, die sie schmieden.[16:127]

Ein gutes Ende werden jene haben, die gläubig sind. So sprach Allah (t):

﴿إِنَّ ٱللَّهَ مَعَ ٱلَّذِينَ ٱتَّقَوا۟ وَّٱلَّذِينَ هُم مُّحْسِنُونَ

Gewiss, Allah ist mit denjenigen, die gottesfürchtig sind und Gutes tun.[16:128]

Es gibt zwei Arten der daʿwa:

Die erste Art ist die Einladung an die Nichtmuslime, den Islam anzunehmen. Dieser daʿwa sollten die Muslime unter allen Umständen und in jeder Lebenssituation nachkommen. Auf staatlicher Ebene liegt die Umsetzung dessen darin, Nichtmuslime mit den Gesetzen des Islam zu regieren, auf dass sie das Licht des Islam und seine Gnade erkennen und so in Scharen in ihn eintreten mögen.

Die zweite Art ist der Aufruf an die Muslime, den Islam zu implementieren und für seine Implementierung tätig zu werden. Im Falle des Nichtvorhandenseins einer Autorität zur Implementierung der islamischen Gesetze, muss die Arbeit für den Islam darauf abzielen, eine Herrschaft mit dem Koran zu etablieren. Das bedeutet, dass der Herrscher hinter dem Koran stehen, die islamischen Gesetze über die Menschen implementieren und in allen Fragen einen einzigen Referenzpunkt haben muss, nämlich den Islam. Dies erfordert eine kollektive Tätigkeit, also durch eine Struktur (kutla).

Diese beiden Arten der daʿwa gehören zu den Gesetzen der Methode (tarīqa), die ausgeführt werden müssen, um greifbare Ergebnisse (natāʾiǧ maḥsūsa) zu erzielen. Die daʿwa wird nicht nur getragen, um die Pflicht zu erfüllen oder um vor Allah (t) einen Entschuldigungsgrund vorweisen zu können. Stattdessen müssen die Muslime darauf abzielen, greifbare Ergebnisse zu erreichen, wie auch im Falle der tatsächlichen Konversion von Nichtmuslimen zum Islam durch eine oder mehrere Individuen oder die Veränderung spezifischer Konzeptionen bei den Menschen. Im Falle des Dschihad auf dem Wege Allahs (t) wären weitere Beispiele die Eröffnung einer Festung, die Tötung des Feindes oder das Erlangen von Kontrolle über feindliches Gebiet. Diese Dinge zu beabsichtigen gehört zur Verwirklichung der Methode (tarīqa). Daher müssen sie immer in Betracht gezogen werden, wenn man solch eine Handlung vollzieht.

Die Methode zum Tragen der daʿwa lässt sich in drei Kategorien einteilen:

Erstens: Das Tragen der daʿwa mit Weisheit (ḥikma). Mit rationalen Beweisen, unwiderlegbaren, schlüssigen Argumenten und überzeugenden Worten wird das falsche Denken mit dem richtigen konfrontiert. Dementsprechend können bei denkenden Menschen auf diese Weise Ergebnisse erzielt werden, weshalb die Ungläubigen und Atheisten sie ebenso fürchten wie diejenigen, die in die Irre gegangen sind und andere in die Irre führen. Dies liegt daran, dass sie die Falschheit der Lüge entlarvt und die Wahrheit deutlich aufzeigt, denn die Wahrheit ist ein brennendes Feuer für die Verdorbenheit und ein leitendes Licht für die Rechtschaffenheit. Der edle Koran ist mit schlüssigen Beweisen und unwiderlegbaren Argumenten offenbart worden und appelliert an den menschlichen Verstand, über die Himmel und die Erde zu reflektieren und dadurch zu erkennen, dass dieses Universum einen Schöpfer hat. Allah (t) sprach:

﴿اَفَلَا يَنْظُرُوْنَ اِلَى الْاِ بِلِ كَيْفَ خُلِقَتْ‏*وَاِلَى السَّمَآءِ كَيْفَ رُفِعَتْ‏. وَاِلَى الْجِبَالِ كَيْفَ نُصِبَتْ‏* وَاِلَى الْاَرْضِ كَيْفَ سُطِحَتْ

Schauen sie denn nicht zu den Kamelen, wie sie erschaffen worden sind, und zum Himmel, wie er emporgehoben worden ist, und zu den Bergen, wie sie aufgerichtet worden sind, und zur Erde, wie sie flach gemacht worden ist?[88:17-20]

Und auch sprach Er (t):

﴿وَهُوَ ٱلَّذِى يُرْسِلُ ٱلرِّيَـٰحَ بُشْرًۢا بَيْنَ يَدَىْ رَحْمَتِهِۦ ۖ حَتَّىٰٓ إِذَآ أَقَلَّتْ سَحَابًۭا ثِقَالًۭا سُقْنَـٰهُ لِبَلَدٍۢ مَّيِّتٍۢ فَأَنزَلْنَا بِهِ ٱلْمَآءَ فَأَخْرَجْنَا بِهِۦ مِن كُلِّ ٱلثَّمَرَٰتِ ۚ كَذَٰلِكَ نُخْرِجُ ٱلْمَوْتَىٰ لَعَلَّكُمْ تَذَكَّرُونَ

Und Er ist es, Der die Winde als Frohboten Seiner Barmherzigkeit (voraus)sendet, bis dass, wenn sie dann schwere Wolken herbeitragen, Wir sie zu einem toten Land treiben, dadurch Wasser hinabsenden und dann dadurch alle Früchte hervorbringen. Ebenso bringen Wir (dereinst) die Toten hervor, auf dass ihr bedenken möget![7:57]

Nachgiebigkeit, Schmeichelei, Kompromiss und Flexibilität sind weder Weise, noch stehen sie für Besonnenheit, für Vorsicht, Mäßigung oder Diplomatie. Nichts von all dem ist zwangsläufig weise. Weisheit bedeutet entweder, die Dinge richtigzustellen, oder aber Argumente und Beweise darzubringen.

Der Gesandte Allahs (s) hat den Mekkanern in seiner daʿwa zum Islam weder Zugeständnisse gemacht, noch hat er (s) ihnen geschmeichelt oder Kompromisse mit ihnen geschlossen. Vielmehr rezitierte er (s) nur die Aussprüche Allahs (t) über sie:

﴿إِنَّكُمْ وَمَا تَعْبُدُونَ مِن دُونِ ٱللَّهِ حَصَبُ جَهَنَّمَ أَنتُمْ لَهَا وَٰرِدُونَ

Gewiss, ihr und das, dem ihr anstatt Allahs dient, seid Brennstoff der Hölle. Ihr werdet dahin hinabgehen.[21:98]

Und auch sprach Er (t):

﴿تَبَّتْ يَدَآ أَبِى لَهَبٍۢ وَتَبَّ

Zugrunde gehen sollen die Hände Abu Lahabs, und zugrunde gehen soll er (selbst)![111:1]

Und Er (t) sprach:

﴿وَلَا تُطِعْ كُلَّ حَلَّافٍ مَّهِيْنٍۙ‏* هَمَّازٍ مَّشَّآءٍۢ بِنَمِيْمٍۙ* مَّنَّاعٍ لِّلْخَيْرِ مُعْتَدٍ اَثِيْمٍۙ* عُتُلٍّ ۢ بَعْدَ ذٰلِكَ زَنِيْمٍۙ

Und gehorche keinem verächtlichen Schwörer, Stichler und Verbreiter von Verleumdungen, Verweigerer des Guten, der Übertretungen begeht und ein Sünder ist, einem von grobem Benehmen und darüber hinaus einem Eindringling.[68:10-13]

Zweitens: Das Tragen der daʿwa auf eine gute Art und Weise. Es handelt sich hierbei um eine schöne Ermahnung, mit dem Ziel, die Emotionen anzuregen, während man gleichzeitig den Verstand anspricht. Auf diese Weise dringt der Aufruf sanft in das Herz ein und die Emotion wird schonend vertieft. Die Menschen sanftmütig zu belehren führt wahrlich zur Zuneigung. Selbst starre, rebellische Herzen werden auf diese Weise rechtgeleitet. Allah (t) sprach Seinen edlen Gesandten (s) mit den folgenden Worten an:

﴿فَبِمَا رَحْمَةٍ مِّنَ اللّٰهِ لِنْتَ لَهُمْ‌ۚ وَلَوْ كُنْتَ فَظًّا غَلِيْظَ الْقَلْبِ لَانْفَضُّوْا مِنْ حَوْلِكَ‌ فَاعْفُ عَنْهُمْ وَاسْتَغْفِرْ لَهُمْ وَشَاوِرْهُمْ فِى الْاَمْرِ‌ۚ

Durch Erbarmen von Allah bist du mild zu ihnen gewesen; wärst du aber schroff und hartherzig, so würden sie wahrlich rings um dich auseinanderlaufen. So verzeihe ihnen, bitte für sie um Vergebung und ziehe sie in den Angelegenheiten zu Rate.[3:159]

Und zu Mūsā und Hārūn (a) sprach Er (t):

﴿ٱذْهَبَآ إِلَىٰ فِرْعَوْنَ إِنَّهُۥ طَغَىٰ فَقُولَا لَهُۥ قَوْلًۭا لَّيِّنًۭا لَّعَلَّهُۥ يَتَذَكَّرُ أَوْ يَخْشَىٰ

Geht zum Pharao, denn er lehnt sich auf. Und so redet mit ihm in sanften Worten, auf dass er bedenken oder sich fürchten möge.[20:43-44]

Viele Koranverse enthalten einen direkten Appell an die Emotionen der Menschen. Sie konfrontieren die Menschen, damit diese ihre frühere Haltung hinterfragen. Gleichzeitig wird so die Entschlossenheit der Menschen, sich mit dem zu befassen, was den Verstand überzeugt, geschärft. Allah (t) sagt:

﴿وَلَقَدْ ذَرَأْنَا لِجَهَنَّمَ كَثِيرًۭا مِّنَ ٱلْجِنِّ وَٱلْإِنسِ ۖ لَهُمْ قُلُوبٌۭ لَّا يَفْقَهُونَ بِهَا وَلَهُمْ أَعْيُنٌۭ لَّا يُبْصِرُونَ بِهَا وَلَهُمْ ءَاذَانٌۭ لَّا يَسْمَعُونَ بِهَآ ۚ أُو۟لَـٰٓئِكَ كَٱلْأَنْعَـٰمِ بَلْ هُمْ أَضَلُّ ۚ أُو۟لَـٰٓئِكَ هُمُ ٱلْغَـٰفِلُونَ

Wir haben ja schon viele von den ǧinn und den Menschen für die Hölle erschaffen. Sie haben Herzen, mit denen sie nicht verstehen; sie haben Augen, mit denen sie nicht sehen; und sie haben Ohren, mit denen sie nicht hören. Jene sind wie das Vieh. Aber nein! Sie irren noch weiter ab. Jene sind (überhaupt) die Unachtsamen.[7:179]

Drittens:

Allah (t) sprach:

﴿وَجَـٰدِلْهُم بِٱلَّتِى هِىَ أَحْسَنُ

Und streite mit ihnen in bester Weise.[16:125]

Doch wie streitet man in bester Weise? Damit ist gemeint, dass die Diskussion ausschließlich rationaler Natur sein sollte. Außerdem sollte man nicht vom Thema der Diskussion abweichen und keinesfalls persönlich werden. Der Diskutierende muss wahrheitsgemäße Argumente vorbringen und falsche Argumente, die ihm präsentiert werden, widerlegen, während er stets nach der Wahrheit sucht. Allah (t) sprach:

﴿لَوْ كَانَ فِيهِمَآ ءَالِهَةٌ إِلَّا ٱللَّهُ لَفَسَدَتَا ۚ فَسُبْحَـٰنَ ٱللَّهِ رَبِّ ٱلْعَرْشِ عَمَّا يَصِفُونَ

Wenn es in ihnen beiden andere Götter als Allah gäbe, gerieten sie (beide) wahrlich ins Verderben. Preis sei Allah, dem Herrn des Thrones! (Erhaben ist Er) über das, was sie (Ihm) zuschreiben.[21:22]

Und Er (t) lobpreist sich selbst, indem Er (t) sagt:

﴿أَفَلَا يَتَدَبَّرُونَ ٱلْقُرْءَانَ ۚ وَلَوْ كَانَ مِنْ عِندِ غَيْرِ ٱللَّهِ لَوَجَدُوا۟ فِيهِ ٱخْتِلَـٰفًۭا كَثِيرًۭا

Denken sie denn nicht sorgfältig über den Koran nach? Wenn er von jemand anderem wäre als von Allah, würden sie in ihm wahrlich viel Widerspruch finden.[4:82]

Die Absicht des Diskutierenden muss immer sein, die Wahrheit an eine Person heranzutragen, mit dem Ziel, eine Veränderung in ihm zu bewirken. Daher sollte man zunächst darauf abzielen, die Person, mit der man diskutiert, zu rationalem Denken zu bewegen. Im nächsten Schritt sollte das Ziel sein, seine Konzeptionen zu verändern, sodass er die Wahrheit für sich annimmt. Dann ist es wichtig, ihm bestimmte Ideen zu vermitteln, die er sodann in seiner Umgebung an die Leute heranträgt. Zu guter Letzt sollte das Ziel darin bestehen, ihn dazu zu bewegen, die eigene Tätigkeit zu unterstützen. Ist man sich nicht im Klaren darüber, was man von demjenigen erwartet, mit dem man eine Diskussion führt, so führt dies beim daʿwa-Träger schnell zu Frustration und Verzweiflung. Sowohl Frustration als auch Verzweiflung sind jedoch nicht richtig.

Die Überlegenheit in der Diskussion sollte nie das Ziel eines daʿwa-Trägers sein. Auch geht es nicht darum, die Auseinandersetzung um des Sieges willen zu gewinnen. Stattdessen wird die Absicht verfolgt, zu überzeugen und Zugang zur Wahrheit zu gewähren. Jeder Mensch hat seine eigenen Eigenschaften und Art und Weisen. Es mag ihm womöglich nicht leichtfallen, sich eine Niederlage einzugestehen oder die von ihm verteidigte Ansicht aufzugeben. Der Angesprochene darf sich also nicht persönlich angegriffen fühlen und seine Werte müssen stets geachtet werden. Deshalb sollte er weder provoziert noch ausgenutzt werden. Er darf weder abgewiesen noch entehrt oder geschmäht werden. Denn der Zweck der Diskussion ist es, ihn zu gewinnen und nicht, ihn zur Feindseligkeit zu bewegen. Es muss auf den Gesprächsstil geachtet werden, damit er sich weder von dem daʿwa-Träger distanziert fühlt, noch denkt, dass dieser ihm fremd ist. Ebenso ist es notwendig, seinen Gemütszustand zu berücksichtigen, wenn man ihn zum Gespräch einlädt, sodass der richtige Zeitpunkt und die richtigen Worte gewählt werden. So sagt man:

«لكلمقاممقال»

„Für jede Situation gibt es eine (angemessene) Rede.“

Wenn der Angesprochene sein Herz nicht öffnet, wird sich sein Verstand ebenfalls nicht öffnen. Der Weg zum Verstand führt über das Herz. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man das Herz einer Person für sich gewinnt, bevor man den Verstand anspricht. Als der Gesandte Allahs (s) auf eine Gruppe von Banū ʿAbdillah traf, richtete er sich mit folgenden Worten an sie:

إن الله قد أحسن اسم أبيكم

Allah gab euren Vätern wahrlich die besten Namen.

Die Namen ihrer Väter waren nicht ʿAbd al-Lāt (Diener von al-Lāt) oder ʿAbd al-ʿUzzā (Diener von al-ʿUzzā). Dies schuf Zuneigung in ihren Herzen, die sie dazu veranlasste, ihm (s) zuzuhören und zu antworten. Es ist notwendig, unter allen Umständen die Wahrheit zu sprechen und in Zeiten der Erschwernis geduldig zu sein. Der Verfechter der Wahrheit zeigt sich stets geduldig. Er ist nicht wie jene, die sich devot und unterwürfig verhalten. Von Al-Buḫārī wird berichtet, dass ʿUbāda ibn aṣ- Ṣāmit (r) sagte,

«بايعْنا رسولَ الله صلى الله عليه وسلم على السمع والطاعة، في المنشط والمكره، وأن لا ننازع الأمر أهله، وأن نقوم أو نقول بالحق حيثما كنا، لا نخاف في الله لومة لائم»

„Wir leisteten dem Gesandten Allahs (s) die baiʿa zu hören und zu gehorchen, und zwar im Liebsamen wie im Unliebsamen, und dass wir die Befehlsgewalt denjenigen, die sie innehaben, nicht streitig machen und dass wir uns – wo immer wir sind – mit der Wahrheit erheben bzw. sie aussprechen und in Allah den Tadel eines Tadelnden nicht fürchten.“