Verlautbarungen Das Oberhaupt des ägyptischen Regimes sagt: „Wenn der jüdische Staat uns angreift, so werden wir nicht schweigen.“ Und nun wurde Ägypten angegriffen. Was also werdet ihr tun?

Vor einigen Tagen erklärte das Oberhaupt des Regimes, Ägypten werde nicht schweigen, wenn die jüdische Entität es angreife. Nun haben die Juden tatsächlich einen Militärposten an der Grenze zum Gazastreifen unter Beschuss genommen.

Presseerklärung

Das Oberhaupt des ägyptischen Regimes sagt: „Wenn der jüdische Staat uns angreift, so werden wir nicht schweigen.“ Und nun wurde Ägypten angegriffen. Was also werdet ihr tun?

(Übersetzt)

In Übernahme des zionistischen Narratives ließ das ägyptische Militär verkünden: „Während der anhaltenden Zusammenstöße im Gazastreifen am Sonntag, den 22. Oktober 2023, wurde einer der ägyptischen Wachposten versehentlich von einem Splitter einer israelischen Panzergranate getroffen. Die israelische Seite bedauerte den unbeabsichtigten Zwischenfall unmittelbar nach Bekanntwerden. Die Umstände des Vorfalls werden derzeit untersucht.”

Das ägyptische Militär vertritt somit die Auffassung, dass es sich bei den Ereignissen im Gazastreifen lediglich um Kampfhandlungen und nicht um einen Vernichtungskrieg handelt und dass der Konflikt zwischen zwei Parteien stattfindet, denen man gleichermaßen neutral gegenübersteht.

Für das Militär ist also die eine Seite nicht Teil unserer Umma, dem man beistehen muss, während die andere Seite unser Feind ist; ein Landräuber, der die Heiligtümer verletzt und die heiligen Stätten entweiht hat. Zwischenzeitlich hat das ägyptische Regime ein Fischerboot unter Beschuss genommen, das sich verirrt hatte und versehentlich in ägyptisches Hoheitsgewässer geraten ist. Bei diesem Angriff wurden zwei Bootsinsassen getötet und ein weiterer festgenommen.

Vor einigen Tagen erklärte das Oberhaupt des Regimes, Ägypten werde nicht schweigen, wenn die jüdische Entität es angreife. Nun haben die Juden tatsächlich einen Militärposten an der Grenze zum Gazastreifen unter Beschuss genommen. Dies ist zwar nicht der erste Angriff der Zionisten, aber der erste nach der Erklärung des Regimechefs und seiner Andeutung, Vergeltung zu üben. Auch geschieht es in einer Atmosphäre des Zorns über das, was unserem Volk in Palästina widerfährt, und die Gemetzel, die vom usurpierenden Gebilde verübt werden. Doch wissen wir: Wer sich einmal erniedrigt, lässt sich immer erniedrigen! Und jene, die mit dem jüdischen Unrechtsgebilde kollaborieren, um Familien und ganze Nachbarschaften im Gazastreifen zu vernichten, lässt der Genozid an den Kindern der Umma kalt, seien es Ägypter oder Palästinenser.

Dieser Vorfall ist nicht der erste, der von der jüdischen Entität ausgeht, aber das Regime verschweigt die Vorkommnisse. Denn hätte das Zionistengebilde den Vorfall nicht kundgetan, hätte das Regime, das sich weder um Ägypten noch um sein Volk schert und dem Blutvergießen in der Umma gleichgültig gegenübersteht, den Vorfall weiter unter Verschluss gehalten. Es ist kein Zufall, dass sich der Angriff zu genau diesem Zeitpunkt ereignet hat. Er war als Lackmustest für das Militär gedacht, denn die Position des Regimes ist bekannt: Es ist der wahre Beschützer der jüdischen Besatzungsmacht, indem es die ägyptische Armee und vor allem das Volk davon abhält, das zionistische Gebilde mit bloßen Händen zu beseitigen.

Was die Zionisten, das ägyptische Regime und die Amerikaner, die hinter ihnen stehen, am meisten fürchten, ist ein Aufbegehren des Militärs – von den Soldaten bis zu den Offizieren – angesichts der Ereignisse, die den Zorn der gesamten Umma erregt haben und kein lebendiges Herz ruhig schlagen lassen. Und womöglich ist es das, was sich in der Präsenz des amerikanischen Flugzeugträgers vor der ägyptischen Küste widerspiegelt. Was nämlich die Zionisten, der Westen und das Regime fürchten, ist die angestaute Wut des ägyptischen Volkes – und die Armee ist ein untrennbarer Teil davon. Beiden wohnen dieselbe Wut und dieselbe Sehnsucht inne, die al-Aqṣā-Moschee und das Volk Palästinas zu befreien.

Das Regime versucht zwar, die Menschen zu besänftigen, indem es ihnen erlaubt zu protestieren, ihre Wut auszudrücken und Hilfsgüter zu spenden, von denen sogar ein Teil unsere Geschwister in Gaza erreicht. Aber all das kann den Zorn angesichts der anhaltenden Verbrechen des zionistischen Gebildes, das einen Vernichtungskrieg gegen unser Volk in Gaza führt, nicht lindern.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei diesem Vorfall um keinen versehentlichen Beschuss, sondern um eine vorsätzliche Tat. Die Absicht bzw. der vorsätzliche Charakter könnte durch eine von den ägyptischen Behörden durchgeführte Untersuchung mit Leichtigkeit aufgedeckt werden – wenn sie dies wirklich wollten. Jedoch sind es jene repressiven Behörden, die dafür bekannt sind, Allah (t) und Seine Diener dreist zu belügen. Wir haben keinen Zweifel daran, dass das ägyptische Regime das jüdische Narrativ widerspruchslos übernimmt, sein Schweigen fortsetzt und die Rechte Ägyptens und seines Volkes missachtet; von dem Recht der Umma, um die es sich überhaupt nicht schert, ganz zu schweigen.

Doch abgesehen davon: Wo ist denn eigentlich die ägyptische Armee? Ist sie etwa handlungsunfähig? Pflegt sie gar eine Komplizenschaft mit dem Feind, genau wie ihr Oberbefehlshaber? Hat sie sich von weltlichen Privilegien und einem trügerischen Lohn, der ihr von diesem angeboten wurde, verführen lassen? Sind sie wirklich zu Generälen des Geldes und der Vergänglichkeit geworden und ist dies tatsächlich ihre einzige Sorge? Kümmert sie denn das Blutvergießen, die schwindende Würde, die verletzten Heiligtümer und die entweihten heiligen Stätten wirklich nicht? Wer angesichts der beispiellosen Verbrechen gegen unser Volk in Gaza schweigt, wird unweigerlich auch zu weniger schwerwiegenden Dingen schweigen. Doch das Blut der Muslime ist eins: das Blut der Kinder von Gaza, das Blut der Soldaten, die von der Granate an der Grenze zu Gaza getroffen wurden, das Blut derer, die zuvor in Rabaa und am Nahda-Platz getötet wurden – all dieses Blut ist gleich. Diejenigen, die zu all dem Blutvergießen schweigen, haben sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht. Wir bitten Allah (t), uns und euch davor zu bewahren!

An die Offiziere und Soldaten der Armee Kinānas (Ägyptens): Der Beschuss des Grenzpostens durch die Zionisten, ob nun absichtlich oder nicht, ist für jeden mit Eifer im Herzen Grund genug, islamisch gerechtfertigt und legitim, um in Gaza zu intervenieren, den Unterdrückten zu Hilfe zu eilen, das Gemetzel zu beenden und den Zionisten das Handwerk zu legen. Wenn nötig, wäre es sogar verpflichtend, einen Vorwand zu finden, um unsere Geschwister in Gaza zu beschützen! Denn ihre Unterstützung stellt eine islamische Verpflichtung dar. Hört ihr sie denn nicht Tag und Nacht um Hilfe schreien?! Einen Hilferuf nach dem anderen stoßen sie aus, aber kein Muʿtaṣim findet sich, der ihnen zu Hilfe eilt, kein Ṣalaḥ ad-Din, der losstürmt, und kein Quṭuz, der die Armee mobilisiert und sagt: „Wer wird den Menschen in Gaza Beistand leisten, wenn nicht wir?“

Bei Allah (t), ihr seid verantwortlich! Und die Zionisten haben euch nun einen triftigen Grund geliefert, um einzuschreiten. Denjenigen unter euch, die um Allahs willen zürnen, wurden Tür und Tor geöffnet, um zu den Schwachen und Unterdrückten zu eilen. Wenn ihr aber nicht handelt, dann wappnet euch für einen Tag, an dem ihr Rede und Antwort stehen müsst; wenn Der Gewaltige (t) euch fragt: „Warum habt ihr eure Brüder im Stich gelassen?“

Denn der Prophet (s) spricht zu euch, wenn er sagt:

»مَا مِنْ امْرِئٍ يَخْذُلُ امْرَأً مُسْلِماً فِي مَوْضِعٍ تُنْتَهَكُ فِيهِ حُرْمَتُهُ وَيُنْتَقَصُ فِيهِ مِنْ عِرْضِهِ إِلَّا خَذَلَهُ اللهُ فِي مَوْطِنٍ يُحِبُّ فِيهِ نُصْرَتَهُ، وَمَا مِنْ امْرِئٍ يَنْصُرُ مُسْلِماً فِي مَوْضِعٍ يُنْتَقَصُ فِيهِ مِنْ عِرْضِهِ وَيُنْتَهَكُ فِيهِ حُرْمَتِهِ إِلَّا نَصَرَهُ اللهُ فِي مَوْطِنٍ يُحِبُّ نُصْرَتَهُ«

Kein Muslim lässt einen Muslim an einem Ort im Stich, an dem seine Achtung verletzt und seine Ehre beschmutzt werden, ohne dass Allah ihn dafür an einem Ort im Stich lassen wird, an dem er sich Seine Hilfe wünscht; und kein Muslim hilft einem Muslim an einem Ort, an dem seine Ehre beschmutzt und seine Achtung verletzt werden, ohne dass Allah ihm dafür an einem Ort beistehen wird, an dem er Seine Hilfe wünscht.

Auch hat Allah, der Allmächtige, befohlen:

﴿وَإِنِ اسْتَنْصَرُوكُمْ فِي الدِّينِ فَعَلَيْكُمُ النَّصْرُ

Und wenn sie euch des Glaubens willen um Beistand bitten, so ist der Beistand eure Pflicht.[8:72]

Wo ist nun euer Beistand für eure Geschwister in Gaza?! Sagt nicht, dass es einen Bund zwischen uns und den Zionisten gibt, denn es gibt weder einen Bund noch einen Vertrag mit ihnen. Sie sind Aggressoren und Besatzer des Heiligen Landes. Weder ist es erlaubt, mit ihnen irgendwelche Vereinbarungen zu treffen noch sich mit ihnen zu versöhnen. Ebenso wenig haben sie ein Bleiberecht auf dem Boden Palästinas. Ganz Palästina ist nämlich ein ḫarāğ-Boden, und er gehört der islamischen Umma. Seine Befreiung ist eine allgemeine Pflicht für sämtliche muslimischen Armeen, insbesondere aber für die ägyptische Armee, da sie sich am nächsten befindet. Wie steht ihr also zu dem, was Allah (t) euch auferlegt hat, ihr Soldaten Kinānas?


An die Aufrichtigen in der Armee Kinānas: Wir rufen euch im Namen Allahs und um Seinetwillen zur Vergeltung auf! – Nicht nur Vergeltung für die Wunden der Ägypter, sondern für das Blut der Märtyrer von Gaza, für die Schreie der Waisen, der Witwen und der mittellosen Kinder des gesegneten Landes! Sie rufen euch an und hoffen Tag und Nacht auf euer Eintreffen! Sie sehnen sich nach euch; nach einer Armee, die sich vor sie stellt und nach Männern, die dem Feind das Fürchten lehren! Sie warten auf diejenigen unter euch, die geloben, das Blut der Märtyrer zu rächen und den islamischen Boden von der Schändlichkeit der Zionisten zu befreien!

An die Wahrhaftigen in der Armee Kinānas: Das Blut der Muslime ist eins. Unsere Umma ist eine einzige, ohne einen Unterschied zwischen einem Ägypter und einem Palästinenser. Die vom Westen gezogenen und von ihren Despoten gehüteten Grenzen von Sykes-Picot haben keine Legitimität. Unter keinen Umständen dürfen diese künstlichen Grenzen zwischen euch und euren Geschwistern in Gaza stehen. Auch das Schweigen eurer Herrscher darf euch nicht daran hindern, für die Verwundeten und Getöteten der Umma Vergeltung zu üben. Erhebt euch gegen eure schandhaften Führer, und beseitigt sie mitsamt der künstlichen Grenzen, die sie hüten. Errichtet das rechtgeleitete Kalifat nach dem Plan des Prophetentums, das für die Schwachen, die Unterdrückten und die Geknechteten einsteht! Vielleicht wird Allah (t) eure Bemühungen annehmen und euch die Ehre zuteilwerden lassen, den Ruhm dieses unseren Glaubens wiederherzustellen. Nehmt euch unsere Worte zu Herzen, und Allah weiß über Seine Diener wohl Bescheid!

﴿وَالَّذِينَ آمَنُواْ وَهَاجَرُواْ وَجَاهَدُواْ فِي سَبِيلِ اللهِ وَالَّذِينَ آوَواْ وَّنَصَرُواْ أُولَئِكَ هُمُ الْمُؤْمِنُونَ حَقّاً لَّهُم مَّغْفِرَةٌ وَرِزْقٌ كَرِيمٌ

Diejenigen aber, die glauben und ausgewandert sind und für Allahs Sache gekämpft haben, und diejenigen, die Zuflucht gewährt und Beistand geleistet haben, das sind die wahren Gläubigen. Für sie gibt es Vergebung und edle Versorgung.[8:74]

Medienbüro von Hizb ut Tahrir / wilāya Ägypten