Geschichte Wie Ṣalāḥ ad-Dīn Palästina befreite – Teil 3

Sehr viele Lehren können wir aus der Befreiung Jerusalems ziehen und auf unsere heutige Situation anwenden.

Uneinigkeit – Die Kreuzfahrer konnten in der islamischen Welt nur deshalb Fuß fassen, weil es den muslimischen Herrschern an Einigkeit mangelte. Ihre kleinlichen Differenzen machten sie zu Rivalen, die mehr damit beschäftigt waren, sich gegenseitig zu bekämpfen, als sich mit der Bedrohung durch die Kreuzfahrer auseinanderzusetzen. Ein verblüffend ähnliches Bild finden wir auch heute in der islamischen Welt vor. Kolonialismus und Uneinigkeit haben dazu geführt, dass unsere Umma in Dutzende von Nationalstaaten aufgeteilt wurde. Und während wir untereinander konkurrieren, nutzt der ungläubige Westen diese sturen nationalistischen Differenzen zur Durchsetzung seiner eigenen Interessen.

Beseitigung der Herrscher – Ṣalāḥ ad-Dīn zeigte uns deutlich, wie man mit Uneinigkeit umgehen muss. Alle muslimischen Herrscher, die nicht gewillt waren, sich zu vereinen und sich an der Rückeroberung Jerusalems zu beteiligen, wurden von ihm bekämpft und beseitigt. Im Kampf gegen die Fatimiden erhielt er deshalb die Unterstützung des breiten Volkes, weil die Muslime sich nicht nur nach der Befreiung Ägyptens sondern auch nach der Befreiung Jerusalems sehnten. Ṣalāḥ ad-Dīn handelte im Einklang mit den Gefühlen des Volkes und nicht im Interesse der machthungrigen fatimidischen Herrscher. Heute befinden sich die Muslime in einer ähnlichen Situation wie zur Zeit der Fatimiden. Erneut werden die Islamischen Länder von Machthabern beherrscht, die in völligem Widerspruch zu den Gefühlen der Umma handeln. Während sich die Muslime nach der Befreiung Palästinas sehnen, werden unsere Herrscher davon völlig kalt gelassen. Anstatt für seine Befreiung zu brennen, vertrösten uns die Machthaber damit, dass ihnen die Hände gebunden seien, da unsere Armeen zu schwach wären, um es mit dem angeblich übermächtigen zionistischen Gebilde aufnehmen zu können. Dabei hat uns Ṣalāḥ ad-Dīn in der Praxis gezeigt, wie man in einem solchen Szenario vorgehen muss. Seinem Beispiel folgend müssen diese Feiglinge abgesetzt und durch solche Herrscher ersetzt werden, deren Gesinnung im Einklang mit den Gefühlen der Umma steht.

Agentenherrscher – Die Kreuzfahrerstaaten konnten ihre Position in der Region nur deshalb festigen, weil sie die Unterstützung der muslimischen Herrscher in der Umgebung Jerusalems genossen. Der Zweck des Kreuzfahrerreiches bestand darin, Jerusalem als Stützpunkt zu nutzen, um Europas Einfluss in der Levante zu stärken und zu erweitern. Heute ist es das zionistische Gebilde, das die Rolle eines Kreuzfahrerstaates des 21. Jahrhunderts übernommen hat. Und genau wie zur Zeit der Kreuzzüge unterhalten die heutigen Herrscher von Ägypten, Jordanien und Syrien gute Beziehungen zu den Besatzern. Sie gehen Verträge mit dem zionistischen Gebilde ein, um es zu stabilisieren und zu versorgen, weil es sonst einfach nicht überlebensfähig wäre. Vor der Befreiung Jerusalems war Ṣalāḥ ad-Dīn mit der gleichen Realität konfrontiert wie wir. Deswegen eroberte er zunächst alle Gebiete um Jerusalem und beseitigte die dortigen Agentenherrscher, wodurch er dem Kreuzfahrerreich alle Nachschubwege abschnitt.

Versorgungslinien – Ṣalāḥ ad-Dīn hatte sofort durchschaut, dass die Wirtschaft des Kreuzfahrerstaates Jerusalem durch den Handel mit dem muslimischen Umland aufrechterhalten wurde. Indem er alle angrenzenden Gebiete eroberte und die korrupten Fürsten absetzte, kappte er diese Versorgungslinien und schnitt damit dem Kreuzfahrerreich dessen wirtschaftliche Lebensader ab. Als er sodann zur Belagerung Jerusalems überging, waren die europäischen Besatzer außerstande, Widerstand zu leisten und mussten sich ergeben. Ohne Nachschub waren die Kreuzfahrer einfach nicht in der Lage, einen langen Krieg gegen die Streitkräfte von Ṣalāḥ ad-Dīn zu überdauern. Heute befindet sich das zionistische Gebilde in einer verblüffend ähnlichen Lage wie einst das Kreuzfahrer-Königreich Jerusalem. Es ist nur deshalb überlebensfähig, weil es von Jordanien mit Wasser und von Ägypten mit Erdgas versorgt wird. Auch dieses Mal sind es die muslimischen Machthaber in der Region, die dieses islamfeindliche Gebilde unterstützen und sein Fortbestehen überhaupt erst ermöglichen.

Vorgeschobene Basis – Die Kreuzfahrerstaaten wurden von der Kirche als vorgeschobene Basis Europas errichtet, um das Heilige Land zu erobern und die Region des Nahen Ostens zu kolonisieren. Trotz zahlreicher Kreuzzüge waren die christlichen Kolonialisten nie in der Lage, ihren europäischen Stützpunkt in der Levante dauerhaft zu halten. Ihre längste Besatzung dauerte 88 Jahre und wurde durch Ṣalāḥ ad-Dīn beendet. Heute ist es das zionistische Gebilde, das die Rolle der Kreuzfahrerstaaten in der Region spielt. Es wurde gegründet, um als Basis für die westliche Einmischung im Nahen Osten zu dienen. Aus diesem Grund bewaffnet, finanziert und unterstützt der Westen das zionistische Gebilde. Einst waren es die Kreuzfahrerstaaten, die Verträge und Abkommen mit den lokalen muslimischen Herrschern schlossen, um die eigene Position zu stärken und als vorgeschobener Stützpunkt des christlichen Abendlandes agieren zu können. Heute ist es das zionistische Gebilde, das denUSA in der Region „als Flugzeugträger auf trockenem Boden“ dient. Es ist nichts anderes als ein Instrument, mit dem die USA ihren Einfluss im Nahen Osten aufrechterhalten. Die Beseitigung der Besatzer aus dem gesegneten Land, wie es Ṣalāḥ ad-Dīn im 12. Jahrhundert tat, ist exakt das, was auch heute getan werden muss, um dem Westen sein Instrument zur Einmischung in der Region zu nehmen. Ṣalāḥ ad-Dīn al-Aiyūbī hat uns gezeigt, dass wir das gesegnete Land mit Allahs Erlaubnis befreien können. Durch die Wiedervereinigung der Muslime, die Beseitigung der Agentenherrscher aus unserer Mitte und die Befreiung Palästinas ist es unserem Helden Ṣalāḥ ad-Dīn gelungen, diese dringende Pflicht zu erfüllen. Diese Aufgabe muss auch zu unserer Priorität werden, denn nur so lässt sich die Situation, unter der wir heute leiden, beenden.

Siehe auch Teil 1: Wie Ṣalāḥ ad-Dīn Palästina befreite – Teil 1

Siehe auch Teil 2: Wie Ṣalāḥ ad-Dīn Palästina befreite – Teil 2