Konzeptionen Ramadan-Botschaft: Die Welt braucht den Islam – Wir müssen uns für die Verbesserung der Welt einsetzen, und nicht nur für die Verbesserung des Individuums

Der Monat Ramadan ist ein Monat der Rechtleitung und Besinnung – der Monat, in dem die Offenbarung des Koran begann.

﴿وَمَآ أَرْسَلْنَـٰكَ إِلَّا رَحْمَةًۭ لِّلْعَـٰلَمِينَ

Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner entsandt.[21:107]

Der Monat Ramadan ist ein Monat der Rechtleitung und Besinnung – der Monat, in dem die Offenbarung des Koran begann. Dieses edle Buch wurde uns jedoch nicht nur offenbart, um alljährlich rezitiert zu werden oder den einzelnen Muslim zur Selbstvervollkommnung zu führen. Vielmehr hat Allah (swt) den edlen Koran als Barmherzigkeit für die gesamte Menschheit herabgesandt. In Seiner Weisheit hat Er (swt) Sein Buch so geschaffen, dass es ganze Gesellschaften verändert, über die Völker dieser Erde herrscht und alle unsere Angelegenheiten nach seinen Vorschriften regelt. Die Offenbarung des Koran ereignete sich zu einer Zeit, als von Mekka bis Medina und darüber hinaus nichts als Finsternis herrschte, als menschliche Gemeinschaften von Heuchelei, Armut, Ungerechtigkeit und Tyrannei geplagt waren, und als der Reichtum von einigen wenigen kontrolliert wurde, während die Eliten ohne jegliche Rechenschaftspflicht herrschten.

Von Kiew bis Kabul und darüber hinaus ist es heute nicht anders. Erneut wird die Menschheit von überbordender Heuchelei, wachsender Armut und steigenden Lebenskosten erdrückt. Und wieder einmal treffen die herrschenden Eliten politische Entscheidungen, die nur im Interesse der Reichen und Mächtigen sind. All dies geschieht, während die Massen in einem Sumpf von Ungerechtigkeit und Unterdrückung versinken. Niemand ist dazu bereit, die Sorgen und Nöte der Bürger ernst zu nehmen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Stattdessen winken die politischen Eliten mit symbolischen Gesten, und das auch nur, um Proteste und Demonstrationen abzuwenden.

In einer Zeit, in der die Menschheit mit diversen Krisen zu kämpfen hat, kann uns der Ramadan als eine lehrreiche Ermahnung dienen. In diesem gesegneten Monat haben wir mehr Gelegenheiten, Allahs zu gedenken und Ihm (swt) näher zu kommen – was in einer Konsumgesellschaft dringend erforderlich ist. Doch neben der individuellen Selbstreflexion und der Verbesserung unserer persönlichen Beziehung zu Allah (swt), müssen wir vor allem in diesem Monat der Besinnung bewusster über die Verse des Koran nachdenken. So können wir erkennen, dass ein erheblicher Widerspruch zwischen dem besteht, was wir während der Freitagsgebete hören, und jenem, was wir heute in der Welt sehen.

Der Gesandte Allahs (s) wurde als eine Barmherzigkeit für die Menschheit entsandt. Doch diese Barmherzigkeit fehlt in einer Welt, die vom Kapitalismus beherrscht wird. Anstatt weltweit für Gerechtigkeit zu sorgen, unterdrückt der Kapitalismus die Massen und bewirkt, dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Selbst die muslimischen Länder, die mit kostbaren Ressourcen reichlich gesegneten wurden, versinken seit Jahrzehnten in wirtschaftlichem Elend. Diese gewaltige Ungerechtigkeit kann nur deshalb fortbestehen, weil die herrschenden Eliten auch dort die kapitalistischen Systeme umsetzen und sich um nichts anderes kümmern, als darum, die Interessen ihrer ausländischen Schutzherren zu wahren und ihre eigenen Taschen zu füllen.

Rassismus und Nationalismus schüren weiterhin Hass und Zwietracht, spalten ganze Gesellschaften und entfesseln Konflikte in aller Welt. Der Aufstieg rechtsextremer Parteien in Europa führt dazu, dass ethnische Minderheiten zunehmend in Angst leben und um ihre Zukunft im Westen bangen müssen. Die hässliche Fratze des Nationalismus wird eingesetzt, um das Versagen des Westens auf ganzer Linie zu vertuschen. Dabei greifen westliche Regierungen in Zeiten wirtschaftlicher Krisen immer wieder gerne zu altbewährten Mitteln der Ablenkung. Willkürliche Angriffe auf Minderheiten sollen von ihrer gescheiterten Wirtschaftspolitik ablenken und die Schuld auf wehrlose Sündenböcke abwälzen. Demgegenüber steht die Barmherzigkeit des Islam, die sich weder auf die Hautfarbe beschränkt noch einzelne Rassen für politische Ziele benutzt. Sie lässt sich nicht durch willkürliche Grenzziehungen und künstlich geschaffene nationale Identitäten einhegen. Während der Westen die Umma entlang nationaler Grenzen gespalten und dadurch etliche Minderheiten ins Elend gestürzt hat, lässt die Barmherzigkeit des Islam alle Völker der Erde friedlich in einem Staat zusammenleben.

Die Kriege in der Ukraine und in Palästina haben die Heuchelei und die Doppelmoral des Westens deutlich gemacht. Noch vor Kurzem inszenierte sich der Westen gekonnt als Bollwerk der Menschenrechte und verstand sich selbst als Verfechter gerechter und universeller Grundsätze. Spätestens jetzt steht derselbe Westen völlig entblößt da. Über die Gräueltaten in der muslimischen Welt wird nicht ansatzweise so viel berichtet wie über russische Verbrechen in der Ukraine. Sie werden kleingeschrieben oder gänzlich ausgeblendet, trotz der Tatsache, dass die muslimischen Toten und Vertriebenen die Opferzahlen im Ukraine-Krieg um ein Vielfaches übertreffen. Obwohl das Ausmaß der Zerstörung in unseren Ländern weit über das hinausgeht, was sich gerade in der Ukraine ereignet, sorgt dies dennoch nicht für allabendliche Schlagzeilen. Anstatt Israel zu sanktionieren, werden seine Opfer dämonisiert.

Daher bitten wir die muslimische Gemeinschaft, in diesem gesegneten Monat Folgendes zu tun:

1. Hebt eure Hände und bittet Allah (swt), uns mit dem Kalifat zu segnen, damit wieder Gerechtigkeit herrscht und die Unterdrückten auf der ganzen Welt befreit werden.

2. Schließt euch dem weltweiten Ruf nach dem Kalifat an, indem ihr euch daran beteiligt:

a) die Heuchelei des Westens und der Machthaber in der muslimischen Welt zu entlarven;

b) den Stimmlosen in der muslimischen Welt eine Stimme zu geben, ebenso wie all jenen, die zum Schweigen gebracht werden, nur weil sie die Wahrheit sagen;

c) eure Verwandten auf das Kalifat anzusprechen und sie darüber aufzuklären, welche Früchte das Kalifat für die gesamte Menschheit, d. h. sowohl für Muslime als auch für Nicht-Muslime, bringen wird.

3. Bewahrt euch euer Gespür für die Wahrheit, auch wenn ihr im Westen lebt. Lasst euch nicht von den Falschmeldungen der Regierung und der Medien zum Schweigen bringen. Erkennt ihre Verlogenheit, wenn sie einerseits über die „zivilisierteren ukrainischen Flüchtlinge“ berichten und im nächsten Augenblick die Unterstützung notleidender Muslime in Palästina und Kaschmir mit der Förderung von „Terrorismus“ gleichsetzen.

Wir bitten Allah, den Erhabenen, uns zu erlauben, die Früchte dieses gesegneten Monats zu ernten, uns zu verbessern, unsere Bemühungen zur Verteidigung des Islam zu verstärken und das Kalifat wieder zu errichten, damit die Menschheit aus der Finsternis der vorherrschenden Systeme zum Licht des Islam geführt wird.

Amin!